Trinationale Graduiertenakademie zur Risikoforschung in Planung

Finanzkrise oder weltweit relevante Umweltkatastrophen – Risiken sind in der globalisierten Welt allgegenwärtig. Die trinationale Graduiertenakademie SERIOR „Security - Risks - Orientation“ der Universitäten am Oberrhein will sich daher den Fragen annehmen, wie Menschen in Grenzregionen mit Risiken umgehen, wie sie sie wahrnehmen und ob es dabei kulturelle Unterschiede gibt. SERIOR soll auch die Anzahl der grenzüberschreitenden Promotionen steigern.

Zur Vorstellung des SERIOR-Projektes trugen auch auswärtige Gäste bei. Janosch Nieden, Koordinator der Säule Wissenschaft in der Trinationalen Metropolregion Oberrhein, stellte bereits bestehende Forschungsverbünde am  Oberrhein vor. Foto: Medienzentrum

Zur Vorstellung des SERIOR-Projektes trugen auch auswärtige Gäste bei. Janosch Nieden, Koordinator der Säule Wissenschaft in der Trinationalen Metropolregion Oberrhein, stellte bereits bestehende Forschungsverbünde am Oberrhein vor. Foto: Medienzentrum

Gestern stellten die Projektkoordinatoren um Professor Dr. Ralf Schulz, Vizepräsident der Universität Koblenz-Landau, die Idee erstmals der Öffentlichkeit im Rahmen des Dialog Science Programms 2014 der Trinationalen Metropolregion Oberrhein vor. An der Akademie beteiligt sind neben der Universität Koblenz-Landau mit koordinierender Rolle im Projekt, die Universitäten Basel, Freiburg, Karlsruhe, Mulhouse-Colmar und Strasbourg. Die grenzüberschreitende Oberrheinregion ist eine der höchstentwickelten Regionen der Welt mit einem sehr hohen Bildungs- und Lebensstandard. „Dadurch ergeben sich neue Ansprüche an Sicherheit“, bekräftigt Ralf Schulz. Für ein friedliches Zusammenleben sei auch ein gemeinsamer Umgang mit Risiken nötig. Unter einem geisteswissenschaftlichen Überbau (Orientation) werden die Wissenschaftler an sozialwissenschaftlichen (Security) und naturwissenschaftlichen (Risks) Fragestellungen arbeiten. Die Ergebnisse dieser Forschung sollen in Bildungsangebote einfließen zur Steigerung der Risikokompetenz. „Gerade junge Menschen sind oft nicht darin geschult, Risiken richtig einzuschätzen“, so Schulz. SERIOR soll daher die Menschen dazu befähigen, kompetent mit den Risiken der Region umzugehen.

 

Ein Aspekt wird der kulturell unterschiedliche Umgang mit Risiken sein. „Wir wollen einen Rahmen erarbeiten, wie in der Region mit Risiken umzugehen ist, um ihn später auf andere Themen zu übertragen“, unterstreicht Schulz. Auch solle das Verständnis dafür erhöht werden, was jenseits der Grenzen passiert, um bestenfalls nicht mehr in Grenzen zu denken. Denn gerade Risiken machten nicht an Landesgrenzen Halt. Schulz: „Ein gutes Beispiel sind Fließgewässer wie der Rhein, in den Einträge aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz fließen und der alle drei Länder miteinander verbindet“.

 

Die Akademie soll zunächst 15 Doktoranden und bis zu drei Post-Doktoranden Raum für Forschung bieten. Der Plan: Der Co-Betreuer einer Promotion kommt von einer Universität aus einem jeweils anderen Partnerland, um den Austausch zwischen den Universitäten in der Oberrheinregion weiter zu fördern. Die Promotion wird von beiden betreuenden Universitäten anerkannt. Zum Aufbau der SERIOR-Akademie wird nun ein Antrag auf Förderung aus Mitteln des EU-Programms INTERREG V gestellt. Die Akademie soll 2015 ihre Arbeit aufnehmen, mit dem Ziel, auch nach einer Förderung dauerhaft zusammenzuarbeiten.

 

 


Kontakt:
Profil³
Dr. Christian Dorsch
E-Mail: cdorsch@uni-koblenz-landau.de

Pressestelle Campus Landau
Kerstin Theilmann
Tel.: 06341 280-32219
E-Mail: theil@uni-koblenz-landau.de


Datum der Meldung 11.12.2014 00:00