Perspektiven für Wissens- und Technologietransfer

Die Abschlusstagung des Projekts INDIKAT bietet Diskussionen der verschiedenen Herausforderungen und Lösungsansätze zum Thema "Wertschöpfung durch Transfer - Annäherung an die Realität"

Prof. Dr. Harald von Kortzfleisch über das Projekt INDIKAT

Prof. Dr. Harald von Kortzfleisch über das Projekt INDIKAT

INDIKAT ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Projekt, das sich der ganzheitlichen Erfassung des Wissens- und Technologietransfers aus Forschungseinrichtungen widmet. Die Bedeutsamkeit der Etablierung einer entsprechenden Transferwissenschaft stellte Prof. Dr. Harald von Kortzfleisch, Direktor des Zentralen Instituts für Scientific Entrepreneurship und International Transfer der Universität Koblenz-Landau (www.ZIFET.de), in seinem einführenden Vortrag dar: „Ergebnisse aus der Wissenschaft sollen zunehmend auch ihren Weg in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik finden, gleichwohl fehlt die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit gerade diesem wichtigen Weg an sich“. Untermauert wurde dieser Aufruf zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Transfer von Universitätspräsident Prof. Dr. Roman Heiligenthal: „Forschungsgegenstände sollen nicht nur einen Mehrwert für Wissenschaft und Wirtschaft bringen, sondern auch für die Gesellschaft und Politik“.

Schwerpunkte der INDIKAT-Forschung wurden von Dr. Christoph Köller, Partner im INDIKAT-Projekt, heurausgestellt. Dazu gehören die faire Erfassung von Leistungsbeiträgen des Transfers sowie die damit verbundene Wirkungsmessung, die neben quantitativen auch qualitative Effekte mit einschließen muss. Diese und weitere Themen wurden im Zuge des Projektes eruiert. Die Ergebnisse wurden am 3. Dezember 2015 während der Abschlusstagung am Campus Koblenz vorgestellt.

Verwertung gilt als wichtiger Evaluationsbestandteil, als Maßstabserweiterung wissenschaftlicher Exzellenz. Daher sollte ihr in der Forschungsplanung sowie in der wissenschaftlichen Ausbildung eine bedeutungsvolle Rolle zukommen, so Mario Dompke vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., das als INDIKAT-Projektträger fungiert. Jedoch gibt es bis heute kaum Kennzahlen für eine allgemeine, institutsübergreifende Messung und Bewertung von Transferleistungen. Kriterien wie beispielsweise Lizenzeinnahmen, Patente, Drittmittel oder Ausgründungen, die die Erfolgsmessung bisher dominieren, werden der Bewertung eines nachhaltigen Transfererfolgs nicht immer gerecht, wirken manchmal sogar kontraproduktiv.

Auf Basis der wissenschaftlich fundierten Untersuchungen zum Wissens- und Technologietransfer mit dem Fokus auf die vier großen außeruniversitären Forschungseinrichtungen Fraunhofer Gesellschaft (FhG), Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren (HGF), Max-Planck-Gesellschaft (MPG) sowie der Wissensgemeinschaft Leibniz (WGL) kam ein wertschöpfungsorientiertes Indikatorensystem zu Stande, das insbesondere zugrunde gelegte Zielsysteme und Gegebenheiten der unterschiedlichen Einrichtungen berücksichtigt.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Harald F.O. von Kortzfleisch
Universität Koblenz-Landau
Campus Koblenz
Zentrales Instituts für Scientific Entrepreneurship und International Transfer Universitätsstraße 1
56070 Koblenz
Tel.: 0261 287 2523
E-Mail: harald.von.kortzfleisch@uni-koblenz.de

Dr. Birgit Förg
Universität Koblenz-Landau
Campus Koblenz
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsstraße 1
56070 Koblenz
Tel.: 0261 287 1766
E-Mail: foerg@uni-koblenz-landau.de


Datum der Meldung 07.12.2015 14:00