Thomas-Nast-Gastprofessur für Klaus Staeck

Der Grafikdesigner Klaus Staeck erhält die Thomas-Nast-Gastprofessur des Fachbereiches 6: Kultur- und Sozialwissenschaften der Universität Koblenz-Landau.

Satiriker, Grafikdesigner und politisch: Klaus Staeck. Foto: Klaus Staeck

Satiriker, Grafikdesigner und politisch: Klaus Staeck. Foto: Klaus Staeck

Mit Staeck, der von 2006 bis 2015 Präsident der Akademie der Künste in Berlin war, ehrt der Fachbereich einen herausragenden politischen Künstler und streitbaren Zeitgenossen, einen Mahner mit aufklärerischer Grundüberzeugung, dessen prägnante Bilderfindungen immer wieder Furore machen und dessen Stimme gehört wird. Die Universität verleiht die Gastprofessur an Klaus Staeck heute Abend (18 Uhr) im Alten Kaufhaus. Staeck spricht dann über „Die Kunst findet nicht im Saale statt. Unterwegs im Niemandsland zwischen Kunst und Politik“.

Mit der Gastprofessur will die Universität die Erinnerung an den großen Landauer Künstler und Journalisten Thomas Nast bewahren. Nast ist einer der berühmtesten Söhne Landaus, der in New York aufwuchs und in den Staaten Karriere als satirischer Zeichner machte. Er ist Erfinder der „Uncle Sam-Figur“, der „party animals“, die Symbolfiguren Esel und Elefant für die beiden großen politischen Parteien der USA und gab dem Nikolaus das Aussehen, wie wir ihn heute kennen. Doch Thomas Nast ist auch ein Beispiel für fortschrittliches Engagement und Zivilcourage. Im amerikanischen Bürgerkrieg polemisierte er mit seinen Karikaturen gegen die Sklaverei und prangerte in den politischen Wirren der Zeit Korruption und Amtsmissbrauch an.

Die Thomas-Nast-Gastprofessur würdigt die Arbeit und das Wirken einer Person im Sinne von Thomas Nast, ob als Aufklärer, progressiver Vordenker für Demokratie oder furchtloser Streiter für Politik und Kultur. Wie der in Landau geborene Namensgeber der Gastprofessur ist Klaus Staeck ein profilierter Gestalter satirischer Kunst. Bekannt wurde Klaus Staeck Anfang der 70er Jahre durch seine satirische Auseinandersetzung mit der Politik und seine in hohen Auflagen produzierten Postkarten und Plakate, die er in Ausstellungen im In- und Ausland zeigte. 41-mal wurde erfolglos versucht, Plakate und Postkarten juristisch verbieten zu lassen. Als Künstler und Präsident der Akademie der Künste verstand Staeck sich stets politisch. So mischt er sich immer wieder in öffentliche Debatten ein – und dies keineswegs nur in kulturellen Fragen. So hat er sich beispielsweise als vehementer Gegner des Freihandelsabkommens TTIP positioniert.

 

Kontakt:
Fachbereich 6: Kultur- und Sozialwissenschaften
Mathias Marquard
Tel.: 06341 280-32263
E-Mail: marquard@uni-landau.de

Pressestelle Campus Landau
Kerstin Theilmann
Tel.: 06341 280-32219
E-Mail: theil@uni-koblenz-landau.de


Datum der Meldung 07.12.2015 00:00