Klaus-Töpfer-Stiftungsjuniorprofessor hat Arbeit aufgenommen

An der Universität Koblenz-Landau wurde in Kooperation mit der Friedensakademie Rheinland-Pfalz zum 1. Oktober 2016 die Klaus-Töpfer-Stiftungsjuniorprofessur für Landnutzungskonflikte eingerichtet. Angesiedelt an der Schnittstelle zwischen Humangeographie und Friedenswissenschaften verbindet sie Umwelt und Konfliktforschung. Ein Schwerpunkt sind lokale Landnutzungskonflikte in Rheinland-Pfalz und eine innovative Lehrerbildung im Fach Geographie. Am 7. Dezember wird sich der Inhaber der Juniorprofessur Dr. Janpeter Schilling mit einer Antrittsvorlesung auf dem Hambacher Schloss der Öffentlichkeit vorstellen.

Neben Konflikten in Deutschland wird Klaus-Töpfer-Stiftungsjuniorprofessor Dr. Janpeter Schilling weiterhin die Auseinandersetzungen um Öl und Land in Kenia untersuchen. Hier bei einem Forschungseinsatz in Kenia. Foto: Janpeter Schilling

Neben Konflikten in Deutschland wird Klaus-Töpfer-Stiftungsjuniorprofessor Dr. Janpeter Schilling weiterhin die Auseinandersetzungen um Öl und Land in Kenia untersuchen. Hier bei einem Forschungseinsatz in Kenia. Foto: Janpeter Schilling

Landnutzungskonflikte sind ein Zukunftsthema, nicht nur in den Ländern des globalen Südens, sondern auch auf der nördlichen Halbkugel. Die Professur für Landnutzungskonflikte, die in ihrer Benennung einmalig in Deutschland ist, soll daher über Fächergrenzen hinweg zukunftsfähige Beiträge zur Nachhaltigkeit und Konfliktbewältigung erarbeiten. Die Stiftungsjuniorprofessur soll die forschungsstarken Landauer Umweltwissenschaften und die friedenswissenschaftliche Profilbildung der Universität durch die rheinland-pfälzische Friedensakademie zusammenbringen.

In den kommenden sechs Jahren wird der Inhaber der Stiftungsjuniorprofessur, Dr. Janpeter Schilling, Konflikte um Ressourcen erforschen. Mit der Ausrichtung auf lokale Landnutzungskonflikte wird auch das Land Rheinland-Pfalz von der im Zusammenhang mit der Gründung der Friedensakademie eingeworbenen Professur profitieren. Erforscht werden sowohl Konflikte außerhalb Europas, wie Auseinandersetzungen um Land und Öl in Kenia als auch Spannungen in Deutschland um Weinbau, Bau von Windparks und Unterbringung von Flüchtlingen. Im Fokus wird dabei insbesondere die Analyse stehen, wie lokale Konflikte von globalen Prozessen wie Klimawandel, Migrationsbewegungen und Nachfrage nach Energieträgern beeinflusst werden.

Schilling hat 2012 an der Universität Hamburg promoviert. Danach hat er an der Colgate University New York, der Nichtregierungsorganisation „Peacebuilding Organisation“ in London und der Alice Salomon Hochschule in Berlin gelehrt und geforscht. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf Zusammenhängen zwischen Umweltveränderungen und Ressourcenkonflikten. In Kenia hat er den Einfluss von Klimaveränderungen und Ölförderung auf bewaffnete Konflikte zwischen Viehhaltergruppen untersucht.

Die Klaus-Töpfer-Stiftungsprofessur ist auch für Lehramtsstudierende des Fachs Geographie von großem Nutzen: Sie werden künftig darin ausgebildet, Konflikte um Land zu verstehen und gemeinsam mit den beteiligten Konfliktparteien Lösungsansätze zu erarbeiten. Das Wissen um Frieden durch Ressourcengerechtigkeit soll so den Eingang in die Schulen finden und den angehenden Lehrern bessere Berufschancen bieten.

Benannt ist die Stiftungsjuniorprofessur nach dem ehemaligen rheinland-pfälzischen Umweltminister und Direktor des UN-Umweltprogramms, der sich in besonderem Maße für Umwelt und Naturschutz sowie Nachhaltigkeit und Konfliktbearbeitung einsetzt. Klaus Töpfer hat eine besondere Verbundenheit zur Universität Koblenz-Landau: Er war 2010 Frank-Loeb-Gastprofessor und 2014 Hauptredner bei der Eröffnungsveranstaltung der Friedensakademie Rheinland-Pfalz auf dem Hambacher Schloss. Die Stiftungsjuniorprofessur ist zunächst für sechs Jahre finanziert. Gestiftet wird sie von den regionalen Förderern Sparkassenstiftung, Firma APL Prüftechnik, Karl-Fix-Stiftung, Energie Südwest und Kreisverwaltung Südliche Weinstraße.

Die Antrittsvorlesung findet am 7. Dezember, 18 Uhr, auf dem Hambacher Schloss statt. Namensgeber Klaus Töpfer wird zur Nachhaltigkeit im Anthropozän, dem von Menschen geprägten Zeitalter, sprechen.

 

Janpeter Schilling bei Feldforschung in Kenia

Klaus-Töpfer-Stiftungsjuniorprofessor Dr. Janpeter Schilling im Gespräch mit einem Dorfbewohner in Nordwestkenia....

 

Klaus-Töpfer-Stiftungsjuniorprofessor Dr. Janpeter Schilling bei einem Jugendtreffen in Kenia

... und bei einem Jugendtreff. Fotos: Janpeter Schilling

 

Impressionen von der Auftaktveranstaltung am 7. Dezember 2016 im Hambacher Schloss

 

Namensgeber Klaus Töpfer bei der Festrede anlässlich der Auftaktveranstaltung zur Klaus-Töpfer-Stiftungsjuniorprofessur

Namensgeber Prof. Dr. Klaus Töpfer sprach über Nachhaltigkeit im Anthropozän, dem von Menschen geprägten Zeitalter (Foto: Reiner Engwicht).

 

Klaus-Töpfer-Stiftungsjuniorprofessor Dr. Janpeter Schilling bei seiner Antrittsvorlesung

Kurzweilig, anschaulich und gleichzeitig akademisch: Die Antrittsvorlesung von Klaus-Töpfer-Stiftungsjuniorprofessor Dr. Janpeter Schilling über "Klima, Wandel, Konflikte – Eine global-lokale Perspektive". (Foto: Reiner Engwicht)

 

Blumengruß der Dekanin Prof. Dr. Gabriele Schaumann an den Klaus-Töpfer-Stiftungsjuniorprofessor Dr. Janpeter Schilling

Prof. Dr. Gabriele Schaumann, Dekanin des Fachbereichs 7: Natur- und Umweltwissenschaften, heißt den Stiftungsjuniorprofessor willkommen. (Foto: Reiner Engwicht).

 

Klaus-Töpfer-Stiftungsjuniorprofessor Dr. Janpeter Schilling mit Hochschulleitung, Friedensakademie und Stiftern

Jun.-Prof. Dr. Janpeter Schilling im Kreis von Namensgeber Klaus Töpfer, Hochschulleitung, Friedensakademie und Stiftern: (v.l.n.r.): Landrätin Theresia Riedmaier, Prof. Dr. Klaus Töpfer, Jun.-Prof. Dr. Janpeter Schilling, Uni-Präsident Prof. Dr. Roman Heiligenthal, Dekanin Prof. Dr. Gabriele Schaumann, Uni-Vizepräsident Prof. Dr. Ralf Schulz, Prof. em. Dr. Ulrich Sarcinelli (Vorsitzender des Trägervereins Friedensakademie Rheinland-Pfalz), Thorsten Kornmann (Sparkasse Südliche Weinstraße). Foto: Reiner Engwicht.

 


Pressekontakt:
Pressestelle Campus Landau
Kerstin Theilmann
Tel.: 06341 280-32219
E-Mail: ktheilmann@uni-koblenz-landau.de


Datum der Meldung 06.12.2016 00:00