Weniger Pestizidbelastung durch Weinbau: Kickoff-Veranstaltung „Photopur“

Ein neues Reinigungsverfahren von pestizidbelastetem Wasser aus dem Weinbau zu testen und einen marktfähigen Geräte-Prototypen zu entwickeln, ist Ziel des Projektes PHOTOPUR. In einer Kickoff-Veranstaltung haben die Partner des mit 750.000 Euro von der Trinationalen Metropolregion Oberrhein (TMO) geförderten Projektes ihr Vorhaben der Öffentlichkeit vorgestellt.

PHOTOPUR will in den kommenden drei Jahren ein kostengünstiges und umweltschonendes Reinigungsverfahren entwickeln, mit dem Abwässer aus dem Weinbau aufbereitet werden können. Foto: PHOTOPUR

PHOTOPUR will in den kommenden drei Jahren ein kostengünstiges und umweltschonendes Reinigungsverfahren entwickeln, mit dem Abwässer aus dem Weinbau aufbereitet werden können. Foto: PHOTOPUR

 

Einen guten Wein zum Essen, mag jeder. Doch auf Pestizide im Weinbau würde man am liebsten verzichten. Intensiver Weinbau allerdings erfordert den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gegen Agrarschädlinge, um den Ertrag zu sichern. Bei der Reinigung von Pflanzenschutzgeräten und durch Regen können die Wirkstoffe aus den Rebflächen ins Gewässer gespült werden und Ökosysteme schädigen. „Unser Ziel ist es, in den kommenden drei Jahren ein kostengünstiges und umweltschonendes Verfahren zu entwickeln, um Abwässer aus dem Weinbau aufzubereiten“, unterstreicht Dr. Frank Seitz vom Institut für Umweltwissenschaften Landau, der gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Ricki Rosenfeldt das grenzüberschreitende Projekt leitet. Für dieses Verfahren soll ein Geräte-Prototyp entwickelt werden, der durch die Energie von Sonnenlicht und mit der chemischen Reaktion von Photokatalysatoren die Pestizide im Wasser zersetzt. Den zahlreichen Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wissenschaft, die zur Auftaktveranstaltung gekommen waren, stellten die Projektpartner die Grundproblematik und die verschiedenen Projektschritte vor.

Zunächst werden die Wissenschaftler erheben, welche Pflanzenschutzmittel in der TMO genutzt werden und wo sie in die Gewässer gelangen. Welche Photokatalysatoren sich besonders eignen, um die chemischen Wirkstoffe abzubauen, wird in einem nächsten Schritt erforscht. Danach werden die Forscher mit Hilfe von Biotests und Analysen überprüfen, wie gefährlich die abgebauten Pestizide noch für die Umwelt sind. „Im Reinigungssystem wird Energie benötigt, um die Photokatalysatoren zu aktivieren“, so Rosenfeldt. Daher müsse auch die Frage nach passenden und umweltschonenden Energieressourcen geklärt werden.

PHOTOPUR ist einer der sieben Sieger des Wettbewerbs „Wissenschaftsoffensive“ der TMO. Die Projektpartner sind: Institut für Umweltwissenschaften der Universität Koblenz-Landau, Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS), Institut de Chimie et Procédés pour l’Énergie, l’Environnement et la Santé (ICPEES), das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz, das Institut für Energiesystemtechnik (INES) der Hochschule Offenburg, das rheinland-pfälzische sowie das baden-württembergische Wissenschaftsministerium sowie die Region GrandEst. Nähere Informationen unter photopur.org.

Projektpartner Photopur

Dr. Ricki Rosenfeldt (2.v.l) und Dr. Frank Seitz (3.v.r.) mit den Projektpartnern aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Foto: PHOTOPUR

 


Kontakt:
Institut für Umweltwissenschaften, Campus Landau
Dr. Frank Seitz
Tel.: 06341 280-31323
E-Mail: seitz-f@uni-landau.de

Dr. Ricki Rosenfeldt
Tel.: 06341 280-31323
E-Mail: rosenfeldt@uni-landau.de

Pressestelle Campus Landau
Kerstin Theilmann
Tel.: 06341 280-32219
E-Mail: ktheilmann@uni-koblenz-landau.de


Datum der Meldung 10.07.2017 00:00
zuletzt verändert: 10.07.2017 15:14

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