Service-Roboter Lisa wieder auf Platz 1

Wie schnell ein Roboter sprachliche Erklärungen eines Menschen analysieren, sie verstehen und daraus lernen kann, bewies Service-Roboter Lisa um das studentische Team Homer der Universität in Koblenz im Rahmen der RoboCup German Open 2017 in Magdeburg. Hochkomplexe Aufgaben – neben der Spracherkennung auch Personenerkennung, Objekterkennung, Navigation und das Beantworten von Fragen - meisterte Lisa spielend und eroberte wieder den 1. Platz.

Mbot und Lisa kommunizieren wie Menschen, Mbot übergibt Lisa eine Packung Kartoffelchips. Bild: Malte Roosen

Mbot und Lisa kommunizieren wie Menschen, Mbot übergibt Lisa eine Packung Kartoffelchips. Bild: Malte Roosen

Die ehemalige Weltmeisterin trat gegen sieben ähnliche Roboter aus ganz Europa an. Zunächst mussten die Roboter Objekte erkennen und sie von einem Tisch in ein Regal zu ähnlichen Objekten stellen. Anschließend folgten sie einer Person vom Haus nach draußen zu einem Auto und trugen die Einkäufe der Person vom Auto ins Haus. Aus einer Gruppe von Leuten mussten sie eine Person identifizieren und ihr face-to-face mit Blickkontakt Fragen über die Gruppe und die Umgebung beantworten.

In der Open Challenge, gewissermaßen der Kür, kooperierte Lisa mit dem Roboter Mbot vom Lissaboner Team Socrob. Mbot gab Lisa eine Packung Kartoffel-Chips, sie nahm diese entgegen und brachte sie zu einer Person. Diese Person erteilte Lisa ein ihr unbekanntes Kommando. Da Lisa den Befehl nie zuvor empfangen hatte, fragte sie nach dessen Bedeutung – und lernte durch Zuhören den neuen Befehl.

Im Spiel „Restaurant“ fuhr der Service-Roboter in unbekanntem Terrain wie ein echter Kellner zum Gast, sobald dieser in ihre Richtung winkte, und nahm die Bestellung auf. Zum Frühstück deckte sie den Tisch, räumte ihn wieder ab und beseitigte vorhandene Flecken. Beide Roboter arbeiteten auf einer Fläche und mussten einander erkennen, um sich gegenseitig ausweichen zu können.

Im Finale kooperierten Lisa und ihr Schwester-Roboter Lisa mit einem intelligenten Mülleimer. Wenn ein Gegenstand, zum Beispiel eine Chips-Tüte, in den Mülleimer entsorgt worden war, kaufte Lisa eigenständig gleichwertigen Ersatz. Lisa musste einen Tisch, der von der Jury verrutscht worden war, wiederfinden. Schließlich erhielt sie von einer Person einen sprachlichen Befehl, den sie nicht kannte, fragte nach dessen Bedeutung und erhielt eine Aussage, die aus ihr bekannten Kommandos konstruiert war. Sie analysierte die Aussage - und verstand sie. So hatte sie binnen 10 Minuten einen neuen komplexen Befehl durch Sprache gelernt.

Der Service-Roboter Lisa wurde durch Studierende der Computervisualistik und Informatik in Projekt- und Forschungspraktika selbständig entworfen. Das Robotik-Projekt der Arbeitsgruppe Aktives Sehen unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Dietrich Paulus beflügelt Studierende der Universität seit 14 Jahren und wird stetig weiterentwickelt.

Das Koblenzer Team um Leiter Raphael Memmesheimer wurde unterstützt von der Stiftung Zukunft der Sparkasse Koblenz und der SHD AG, Andernach.

Ansprechpartner:
Raphael Memmesheimer
Universität Koblenz-Landau
Campus Koblenz
Institut für Computervisualistik
Arbeitsgruppe Aktives Sehen
Universitätsstr. 1
56070 Koblenz

Tel: 0261 287-2971
E-Mail: raphael@uni-koblenz.de

Dr. Birgit Förg
Universität Koblenz-Landau
Campus Koblenz
Referat Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsstraße 1
56070 Koblenz

Tel.: 0261 287 1766
E-Mail: foerg@uni-koblenz-landau.de


Datum der Meldung 08.05.2017 13:30
zuletzt verändert: 15.05.2017 09:39

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