Forschung und Engagement für Umwelt und Natur

Unter dem Motto „Zukunft Forschung und Praxis Rheinland-Pfalz“ trafen sich 80 Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Natur-und Umweltschutz und von Behörden zu vier Expertenworkshops an der Universität in Landau zu den Themen „Land-Wasser Artenschutz“, „Bodenschutz in der Agrarlandschaft“, „Stechmückenbekämpfung“ sowie „Schutz der Biodiversität“. Bei der Tagung wurde schnell deutlich, dass ein breitgefächertes Wissen sowie Know-how und Erfahrungen beim Umwelt- und Naturschutz in Rheinland-Pfalz zwar vorhanden sind, aber die Vernetzung der unterschiedlichen Experten noch zu verbessern sei. Als Anstoß dazu sollte auch die Landauer Tagung dienen, bei der unterschiedliche Projekte vorgestellt wurden.

 Zweimal im Jahr setzen Landwirte diese Wiesen bei Landau unter Wasser und verringern die Düngung. Das AufLand-Team erforschte diese „Wässerwiesen“ unter Aspekten der Biodiversität, des Bodenschutzes und der Landnutzung. Foto: Uni Koblenz-Landau

Zweimal im Jahr setzen Landwirte diese Wiesen bei Landau unter Wasser und verringern die Düngung. Das AufLand-Team erforschte diese „Wässerwiesen“ unter Aspekten der Biodiversität, des Bodenschutzes und der Landnutzung. Foto: Uni Koblenz-Landau

So informierten Landauer Wissenschaftler über aktuelle Ergebnisse aus dem Forschungsschwerpunkt „AufLand“, der auch vom Land gefördert wird. Ihr Untersuchungsfeld ist der Übergangsbereich zwischen Land- und Wasser-Ökosystemen, der besonders sensibel auf menschliche Eingriffe, zum Beispiel die Bodendüngung, reagiert. Über diese umweltwissenschaftliche Forschung informiert auch eine aktuelle Veröffentlichung.

Ein weiteres Ergebnis der Tagung, die vom „AufLand-Team“ veranstaltet wurde, lautet: Es fehlen regionale Anschauungsbeispiele, damit aktuelle Erkenntnisse und Techniken bei den lokalen Akteuren ankommen. Speziell zu den Themen Boden- und Gewässerschutz durch landwirtschaftliche Nutzung als auch zum Thema Erhalt der Biodiversität sehen die Experten großes Potential, ein Demonstrationsnetzwerk mit Leuchtturmbetrieben und Projekten über das Land verteilt zu errichten. Diese sollten von Wissenschaft und Praxisakteuren gleichermaßen entwickelt und betreut werden. Diese moderne Methode der Zusammenarbeit unter Einbeziehung lokaler Kräfte wird auch als Reallabor bezeichnet. In Landau wird in Kürze das Reallabor Queichland auf einem acht Hektar großen Gelände eingerichtet. An dem interdisziplinären Projekt beteiligen sich das Zentrum für Bildung und Forschung an Außerschulischen Lernorten und verschiedene Arbeitsgruppen des Fachbereichs Natur- und Umweltwissenschaften der Universität. 

Verbesserungsbedarf diagnostizierten die Experten dem Bereich der Umweltbildung. Angehenden Landwirten soll umfassender als bisher Grundlagen des Bodenschutzes und des nachhaltigen Wirtschaftens, Hochschulabsolventen mehr praktisches Wissen vermittelt werden. Das Studienfach Naturschutzbiologie am Institut für Umweltwissenschaften der Universität in Landau wurde als positives Beispiel bewertet. Angeregt wurde auch ein Schwerpunkt Umweltbildung innerhalb der umweltwissenschaftlichen Studiengänge an der Universität Koblenz-Landau. Die Ergebnisse der Studie zum Naturbewusstsein 2017 des Bundessamts für Naturschutz, wonach das Naturbewusstsein besonders bei unter 30-Jährigen schwach entwickelt sei, belegen nach Auffassung der Experten die Bedeutung von Umweltbildung und von regionalen Leuchtturmprojekten zur Veranschaulichung ökologischer Zusammenhänge. Vereinbart wurde auch ein regelmäßiges Forum zur Biodiversität, das jedes zweite Jahr abgehalten werden soll, um Ideen und ihren Austausch voranzutreiben.

 

KONTAKT:

Prof. Dr. Hermann Jungkunst

Universität Koblenz-Landau, Campus Landau

Institut für Umweltwissenschaften

E-Mail: jungkunst@uni-landau.de

 

PD Dr. Carola Winkelmann

Universität Koblenz-Landau, Campus Koblenz

Institut für Integrierte Naturwissenschaften

E-Mail:

 


Datum der Meldung 22.08.2018 09:00