EU-Projekt KTUR stärkt grenzüberschreitenden Wissens- und Technologietransfer am Oberrhein

Innovationsfähigkeit ist das Rückgrat für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung. Daher ist es wichtig, dass Wissenschaft und Wirtschaft zusammenfinden, um beispielsweise wissenschaftliche Forschungsergebnisse stärker verwerten und anwenden zu können. Das Projekt KTUR (Knowledge Transfer Upper Rhine) soll in den kommenden drei Jahren die Grundlage dafür schaffen, den grenzüberschreitenden Wissens- und Technologietransfer in der Trinationalen Metropolregion Oberrhein (TMO) zu intensivieren und ein gemeinsames Netzwerk zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Wirtschaftsverbänden und Unternehmen aufzubauen. Das Zentrale Institut für Scientific Entrepreneurship & International Transfer (ZIFET) der Universität Koblenz-Landau ist einer der zwölf Projektpartner.

Die Europabrücke in Kehl: sie verbindet die TMO-Regionen in Baden-Württemberg und dem Elsass. Das KTUR-Projekt will den grenzüberschreitenden Wissens- und Technologietransfer in der TMO vereinfachen und verbessern. Foto: Colourbox.de

Die Europabrücke in Kehl: sie verbindet die TMO-Regionen in Baden-Württemberg und dem Elsass. Das KTUR-Projekt will den grenzüberschreitenden Wissens- und Technologietransfer in der TMO vereinfachen und verbessern. Foto: Colourbox.de

Die trinationale Metropolregion Oberrhein verbindet Märkte in Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Hier sind zahlreiche Wissenschaftseinrichtungen, Cluster und Unternehmen heimisch und machen die Region schon heute zum Vorreiter europäischer Kooperation. Weitere starke Impulse für das Wachstum und die Beschäftigung in der Region könnten von einer Intensivierung der Zusammenarbeit in Forschung und Entwicklung, bei Lizenzierungen oder grenzüberschreitenden Gründungen ausgehen. Mit diesem Ziel soll der grenzüberschreitende Wissens- und Technologietransfer nun mit dem neuen EU-Projekt Knowledge Transfer Upper Rhine (KTUR) verstärkt werden. Die EU fördert KTUR in den nächsten drei Jahren mit 1,6 Millionen Euro – Koordinator des Projekts mit insgesamt zwölf Partnern aus Universitäten und Hochschulen ist das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Die zwei teilnehmenden Hochschulen aus der Nordwestschweiz werden auf Schweizer Seite mit Bundes- und Kantonsmitteln aus den Kantonen Aargau, Basel-Landschaft und Jura in der Höhe von ungefähr 300.000 Euro gefördert. Das Gesamtbudget des Projekts beträgt 3,9 Millionen Euro.

Initiiert wurde KTUR innerhalb des Verbunds Eucor – The European Campus, in dem die Universität Basel, die Universität Freiburg, die Université de Haute-Alsace, das KIT und die Université de Strasbourg gemeinsam einen trinationalen Hochschulraum mit aktuell 115.000 Studierenden und 15.000 Forscherinnen und Forschern bilden. Eucor ist zudem assoziierter Partner in KTUR.

Im Rahmen des Projekts KTUR sollen die Beteiligung von Unternehmen an grenzüberschreitenden Forschungs- und Entwicklungsprojekten mit Forschungs- und Hochschuleinrichtungen am Oberrhein gestärkt und Mechanismen untersucht werden, mit denen Kontaktaufnahme und Projektanbahnung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft vereinfacht werden können. Auch sollen neue innovative Wege ermittelt werden, um Wirtschaft und Wissenschaft in der Praxis stärker zu verbinden. Die Projektpartner werden Lösungsansätze für ausgewählte Handlungsfelder konzipieren, die als Pilotmaßnahmen unter der aktiven Beteiligung von mindestens einhundert Unternehmen erprobt und umgesetzt werden sollen. Unter anderem wird ein gemeinsames Angebot zum Wissens- und Technologietransfer in den Bereichen Weiterbildung, Start-ups und grenzüberschreitende Innovationsveranstaltungen erprobt und eine modular anpassbare Research-to-Business-Plattform für Information und Austausch untersucht. Die wirksamsten Maßnahmen sollen nach Abschluss des Projekts verstetigt werden. 

Das ZIFET der Universität Koblenz-Landau ist Partner im Projektverbund. Für seine Aufgaben stehen ihm rund 530.000 Euro zur Verfügung. Im KTUR-Projekt soll es relevante Forschungs- und Entwicklungsprojekte und Partnerunternehmen am Oberrhein identifizieren sowie Interviews mit ausgewählten Firmen konzipieren und durchführen. Prof. Dr. Harald von Korflesch, Direktor des ZIFET, präzisiert die Aufgaben, mit denen das Institut beauftragt wurde: „Zunächst evaluieren wir bestehende grenzüberschreitende Kooperationen von akademischen Partnern mit Unternehmen am Oberrhein und erstellen individuelle Steckbriefe. Danach erarbeiten wir Erfolgskriterien sowie Verbesserungspotenziale und identifizieren schließlich Best Case-Beispiele und daraus Chancen und Empfehlungen für die Oberrheinregion.“ 

Das ZIFET ist eine zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Universität Koblenz-Landau und koordiniert die gründungsbezogenen Projekte und Maßnahmen in Forschung und Lehre. Darüber hinaus ist das ZIFET zentraler akademischer Ansprechpartner für Belange des nationalen und internationalen Wissens- und Technologietransfers (WTT).

 

Kontakt:
Universität Koblenz-Landau
ZIFET 
Prof. Dr. Harald von Korflesch
Tel.: 0261 287-2866
E-Mail: harald.vonkorflesch@uni-koblenz.de

Pressekontakt:
Universität Koblenz-Landau
Referat L12: Öffentlichkeitsarbeit
Kerstin Theilmann
Tel.: 06341 280-32219
E-Mail:


Datum der Meldung 16.12.2019 00:00