Computervisualist Jun.-Prof. Dr. Kai Lawonn ausgezeichnet

Jun.-Prof. Dr. Kai Lawonn vom Institut für Computervisualistik wurde für seinen Beitrag zur modellbasierten Visualisierung für die Ausbildung und Weiterbildung von Medizinern mit dem Dirk Bartz Preis für Bildinformatik in der Medizin 2019 prämiert. Die Auszeichnung würdigt insbesondere die hervorragende Integration relevanter medizinischer Techniken und den belegten Nutzen. Der Preis wird alle zwei Jahre im Rahmen der Konferenz der europäischen Vereinigung für Forschung in der Computergrafik, der Eurographics, vergeben.

Erstautorin Noeska Smit von der norwegischen University of Bergen nimmt den Preis von den Preisvorsitzenden Stefan Bruckner, University of Bergen (li.), und Steffen Oeltze-Jafra, Universitätsklinikum Magdeburg, entgegen. Bild: Thomas Höllt

Erstautorin Noeska Smit von der norwegischen University of Bergen nimmt den Preis von den Preisvorsitzenden Stefan Bruckner, University of Bergen (li.), und Steffen Oeltze-Jafra, Universitätsklinikum Magdeburg, entgegen. Bild: Thomas Höllt

In einem interdisziplinären Projekt entwickelte Lawonn mit Wissenschaftlern der Universitäten Bergen und Delft ein Programmiergerüst, das mehrere fortschrittliche medizinische Bildgebungsverfahren und Applikationen für Lehre wie auch Weiterbildung im Bereich Anatomie beinhaltet.

Denn das Studium der Strukturen des menschlichen Körpers, die Anatomie, ist ein wesentlicher Teil der medizinischen Ausbildung. Doch manche dieser Strukturen, wie etwa die des autonomen Nervensystems oder des Gefäßsystems, sind komplexer als andere und zudem im individuellen Körper unterschiedlich verortet. Sie können nicht durch herkömmliche Untersuchungen und bildgebende Verfahren im individuellen Körper identifiziert werden - dadurch besteht zum Beispiel das Risiko, dass solche Strukturen durch invasive Eingriffe wie zum Beispiel Operationen verletzt werden.

Hingegen können dreidimensionale Modelle und interaktive bildgebende Verfahren in Kombination mit traditionellen Paradigmen genutzt werden, um solche komplexen Strukturen zu verstehen. Nun können modellbasierte Verfahren angewendet werden, um individuell unterschiedliche anatomische Strukturen darzustellen, ebenso wie solche, die durch kein traditionelles bildgebendes Verfahren sichtbar gemacht werden können.

Das Programmiergerüst deckt das gesamte Spektrum der allgemeinen Anatomie, ihren Variationen wie auch der Anatomie individueller Patienten ab. Die Applikationen werden von medizinischen Nutzern positiv bewertet und das digitale Lehr- und Ausbildungsinstrument für allgemeine Anatomie wird als Massive Open Online Course (MOOC) genutzt - schon gleich nach seinem Start von über 17.000 Teilnehmern weltweit.

Ansprechpartner:

Jun.-Prof. Dr.-Ing. Kai Lawonn
Universität Koblenz-Landau
Institut für Computervisualistik
Universitätsstr. 1
56070 Koblenz

Tel.: 0261 287 2650

E-Mail: lawonn@uni-koblenz.de

Internet: http://www.uni-koblenz.de/~lawonn

 

 


Datum der Meldung 15.05.2019 11:40