Neues Erasmus+-Programm: Ab Herbst in Israel und Landau Friedens- und Konfliktforschung studieren

Zwischen den Universitäten Koblenz-Landau und Haifa in Israel gibt es ein neues Austauschprogramm: Ab dem Wintersemester 2020/21 können Landauer Studierende der Sozialwissenschaften und der Psychologie für ein Semester Friedens- und Konfliktforschung in der nordisraelischen Hafenstadt studieren. Studierende aus Haifa können ein Austauschsemester in der Südpfalz absolvieren.

Die 1963 gegründete Universität Haifa ist die größte Forschungsuniversität im Norden Israels und hat derzeit rund 18.000 Studierende. Foto: Universität Haifa

Die 1963 gegründete Universität Haifa ist die größte Forschungsuniversität im Norden Israels und hat derzeit rund 18.000 Studierende. Foto: Universität Haifa

Initiiert hat den Aufbau des neuen Austauschprogramms die Friedensakademie Rheinland-Pfalz mit Unterstützung des Referats 13: Internationale Zusammenarbeit. Im Frühjahr wird die Kooperation zwischen beiden Universitäten bereits mit einem Dozentenaustausch starten. Landauer Wissenschaftler werden in Haifa lehren und Studierende in der Südpfalz von Dozierenden aus Israel lernen. Das neue Erasmus+-Programm ist entstanden aus der mehrjährigen Kooperation zwischen der Friedensakademie Rheinland-Pfalz, der Universität Haifa und der israelischen Bildungs- und Begegnungsstätte Givat Haviva. Im Zuge dieser Zusammenarbeit haben die Institutionen mit weiteren internationalen Partnern ein umfassendes und nachhaltiges Fünfjahresprogramm zu Wissens- und Handlungskompetenzen in so genannten Shared Societies initiiert. Das sind Gesellschaften, die allen gesellschaftlichen Gruppen eine möglichst gleichberechtigte und umfassende Beteiligung ermöglichen wollen.

„Israel bietet sich als Studienort für Friedensforschung besonders an, denn es eröffnet jungen Menschen besondere Eindrücke“, unterstreicht Dr. Charlotte Dany, Geschäftsführerin der Friedensakademie Rheinland-Pfalz. Neben der fachlichen Expertise der Universität Haifa sowie den beispielhaften Initiativen für gelungene Friedensarbeit in Israel, wie der Shared Society-Ansatz von Givat Haviva, spreche für Israel als Studienort das Erleben und Beobachten im Alltag, durch das die Studierenden beispielsweise für Mehrheiten-Minderheiten-Konflikte oder Diskriminierung sensibilisiert würden. „Der Austausch fördert interkulturelles und interreligiöses Verständnis als Basis für ein Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft“, so Dany. 

Friedensforschung ist Zukunftsthema
Friedensforschung und Friedenspädagogik sind aufgrund zahlreicher Konfliktlagen wie steigendem Antisemitismus oder gesellschaftlicher Spaltung und Polarisierung wichtig und ein Zukunftsthema. Am Campus Landau der Universität Koblenz-Landau wird in einer breiten Kooperation zwischen universitären Einrichtungen und Projekten gesellschaftlich hochrelevanten Fragen nachgegangen, darunter wie man solche Konflikte konstruktiv bearbeiten oder wie gesellschaftlicher Zusammenhalt erfolgreich gelingen kann. So tragen neben der Friedensakademie Rheinland-Pfalz auch das Projekt Menschenrechtsbildung des Fachbereichs 6: Kultur- und Sozialwissenschaften, der Schwerpunkt Rhetorik des Kompetenzzentrums für Studium und Beruf (KSB) sowie die Klaus-Töpfer-Juniorprofessur für Landnutzungskonflikte mit den Themenbereichen Frieden, Konflikt und Menschenrechten zur besonderen Profilbildung der Universität entlang deren Leitlinie „Bildung-Mensch-Umwelt“ bei. „Durch den Austausch mit der Universität Haifa kommt darüber hinaus friedenswissenschaftliches und friedenspädagogisches Know-how in die Pfalz, das im Kontext eines komplexen Konflikts entwickelt wurde“, streicht Dany heraus. 

An dem Austausch mit Israel sind viele Institutionen der Universität in Landau beteiligt - für apl. Professorin Dr. Francesca Vidal, Leiterin des Schwerpunkts Rhetorik, ein Beispiel gelungener interner Kooperation. Neben der Friedensakademie und dem Schwerpunkt Rhetorik sind das beispielsweise das Institut für Bildung im Kindes- und Jugendalter, das für Studierende jährliche Studienreisen nach Israel organisiert oder das Frank-Loeb-Institut mit Vortrags- und Diskussionsreihen. Mit dem deutschen Freundeskreis von Givat Haviva arbeiten der Schwerpunkt Rhetorik, der Zertifikatsstudiengang Menschenrechtsbildung oder die Friedensakademie zusammen. 

Nähere Informationen zum Austauschprogramm gibt es auf den Seiten der Friedensakademie: 
www.uni-koblenz-landau.de/de/friedensakademie/meldungen/erasmus-austausch-anmeldung2020

Kontakt:
Friedensakademie Rheinland-Pfalz
Dr. Charlotte Dany
Tel.: 06341 28038552
E-Mail:

Pressestelle Campus Landau
Kerstin Theilmann
Tel.: 06341 280-32219
E-Mail:


Datum der Meldung 16.01.2020 00:00