30 Inspirationen für eine bessere Stimmung

Viele Menschen befinden sich derzeit in einer psychischen Ausnahmesituation. Doch gibt es Wege, gestärkt aus der Corona-Krise hervorzugehen? Ja, sagen die Vertreter der Positiven Psychologie. Die Dozentinnen und Dozenten des Fachbereichs Psychologie in Landau haben ein lesenswertes Booklet hierzu herausgegeben.

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 Das Leben ist voller Überraschungen – und manche Socken auch (Foto: Pixabay)
Das Leben ist voller Überraschungen – und manche Socken auch (Foto: Pixabay)

 

 

Von Corona ist wohl jeder mehr oder weniger stark in seinem persönlichen Umfeld betroffen. Bei Natalie Gouasé, Doktorandin am Institut für Sozial-, Umwelt- und Wirtschaftspsychologie in Landau, war es so: Die Doktorarbeit hatte sie im Februar abgegeben, der Termin für die Verteidigung war für den 3. April terminiert, und ein paar Tage später wollte sie eine zehnwöchige Traumreise nach Neuseeland antreten. Alles war geplant, genehmigt und gebucht. Doch dann kam Corona – und legte ihre Vorhaben erst mal auf Eis.

 

Was Menschen auch in schwierigen Situationen psychisch gesund und glücklich erhält, hat die Disziplin der Positiven Psychologie in den letzten Jahrzehnten erforscht.

 

„Natürlich war meine erste Reaktion Frust“, gibt die 28-jährige Psychologin zu. Aber relativ schnell nahm sie die Situation als gegeben an. „Die Maßnahmen haben ja einen Sinn und Zweck. Es geht um die Gesundheit – und die ist wichtiger als ein Leistungsnachweis oder ein Urlaub.“ Wer so denkt wie Natalie Gouasé hat offensichtlich die Überzeugungen der Positiven Psychologie verinnerlicht. Diese Forschungsrichtung befasst sich mit den positiven Aspekten des Menschseins und sieht sich als wichtigen Zugewinn zur traditionellen defizitorientierten Psychologie. Wissenschaftlich fundierte Einsichten darüber, was das Leben lebenswert macht und Menschen auch in schwierigen Situationen psychisch gesund und glücklich erhält, hat die Disziplin der Positiven Psychologie in den letzten Jahrzehnten erforscht.

 

Der Titel des Booklets „Stay happy, stay healthy“: Es zeigt, wie Fachleute der Positiven Psychologie mit der besonderen Situation zurechtkommen
Der Titel des Booklets „Stay happy, stay healthy“: Es zeigt, wie Fachleute der Positiven Psychologie mit der besonderen Situation zurechtkommen

 

In einem Gespräch mit ihrem Doktorvater, Apl.-Prof. Dr. Ottmar Braun, sowie der externen Trainerin Rosie Grünberger-Aicher entstand die Idee, Experten der Positiven Psychologie zu befragen, wie sie persönlich mit der Herausforderung Corona umgehen. Gouasé und Braun schrieben Kolleginnen und Kollegen eines Ausbildungsgangs Positive Psychologie am Inntal-Institut sowie Promovenden dieser Fachdisziplin an und baten sie, ihre Lebenssituation zu schildern und offenzulegen, was sie für ihr persönliches Wohlempfinden tun. Die bewusst subjektiven Beiträge der Experten stellte sie in kurzer Zeit zu einem 38-seitigen Booklet zusammen. Klar, dass das Werk auch einen positiven und Mut machenden Titel benötigte – und der war schnell gefunden: Stay happy, stay healthy.

 

Die Übungen und Methoden, das eigene Wohlbefinden zu in der Corona-Krise zu steigern, kann jeder für sich selbst entdecken oder ausprobieren.

 

„Wir sehen darin keinen Ratgeber, sondern einen Ideengeber, der die Leserinnen und Leser inspirieren soll, sich besonders jetzt aktiv mit dem eigenen Wohlergehen auseinanderzusetzen“, sagt Natalie Gouasé. Die 30 verschiedenen Übungen und Methoden, das eigene Wohlbefinden in der Corona-Krise zu steigern, kann jeder für sich selbst entdecken oder ausprobieren: Sie erstrecken sich von Meditationen über einen Stärkenprofil und positiven Tages- oder Wochenrückblick bis hin zum bewussten Genießen – und dies sind ein paar Beispiele.

Das kostenlose Booklet haben die Autorinnen und Autoren über ihre jeweiligen sozialen Netzwerke verbreitet. Man habe durchweg sehr positive Resonanz erhalten, berichtet Gouasé: „Bei manchem hat allein die Lektüre zu einer positiven Stimmung geführt.“

 

Wenn man schon nicht verreisen kann, kann man stattdessen in alten Urlaubserinnerungen schwelgen: Natalie Gouasé (Bild oben) hier bei einem Videochat mit einer Freundin (Foto: Natalie Gouasé)
Wenn man schon nicht verreisen kann, kann man stattdessen in alten Urlaubserinnerungen schwelgen: Natalie Gouasé (Bild oben) hier bei einem Videochat mit einer Freundin (Foto: Natalie Gouasé)

 

Was hat sie selbst in dieser Zeit für sich getan? „Die beste Quelle für positive Emotionen sind meine sozialen Kontakte“, sagt Natalie Gouasé. Seit Beginn der Krise verbringt sie viel mehr Zeit am Telefon und beim Videochat mit Freunden vor der Kamera: „Gruppenanrufe finde ich eine tolle Erfindung, die schnell ein Gemeinschaftsgefühl erschaffen.“ Auch habe sie die Zeit genutzt, ihre Fremdsprachen aufzufrischen, sagt sie. Wann ihre mündliche Prüfung kommt, steht derzeit noch nicht fest. Auf unbestimmte Zeit verschoben ist die Reise nach Neuseeland. Und dennoch schaut sie optimistisch in die Zukunft: Im Sommer beginnt für sie ein neuer beruflicher Abschnitt als Wirtschaftspsychologin bei einer Organisationsberatung in Bonn.

 

Das kostenlose Booklet „Stay healthy stay happy“ kann über diesen Link heruntergeladen werden: https://t1p.de/stayhappystayhealthy


Datum der Meldung 05.05.2020 00:00
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