Erfolgreiche Durchführung und Abschluss des Begleitprogramms zur Ausstellung „Weltenbrand“

Zwischen dem 7.11.2021 und dem 13.11.2021 fand das Begleitprogramm zur Ausstellung „Weltenbrand“ statt. Mit einer Filmvorstellung, einem Planspiel und einer Exkursion nach Barbelroth konnten spannende Einblicke in die vielfachen Verbindungen gesellschaftlicher, ökonomischer und geoökologischer Faktoren im Amazonas gegeben werden. Organisiert wurde das Begleitprogramm von der Friedensakademie in Kooperation mit dem Forschungsprojekt PRODIGY, der Kulturabteilung der Stadt Landau und natürlich den beiden Künstler*innen Francisco Klinger Carvalho und Betty Baier, den Initiator*innen der Ausstellung „Weltenbrand“ in Landau.

(c) Holewick

(c) Holewick

Am Sonntag, den 07.11.2021 wurde der Film „Count Down am Xingu VII – Kampf um die grüne Lunge der Welt“ im Universum Kinocenter in Landau gezeigt. Darin wurde die Geschichte des Widerstandes gegen den Staudamm Belo Monte am Amazonas, Brasilien, erzählt. In einem anschließenden Gespräch mit dem Filmemacher Martin Keßler bot sich danach noch ein Raum für die Reflektion der gewonnen Eindrücke.

Am Mittwoch, den 10.11 wurde ein Planspiel zu Konfliktdynamiken im Amazonas durchgeführt. Den Teilnehmenden wurde anfangs zunächst ein kurzer Input über den Kontext der Region, die Akteur*innen und der dortigen Landnutzungskonflikte gegeben. Fiktiver Schauplatz des Planspiels war die Forschungsregion des Projektes PRODIGY, konkret das Sammlerreservat Chico Mendes, im Bundesstaat Acre, einem brasilianischen Bundesstaat in der Grenzregion zu Bolivien und Peru. Daran hatten die Teilnehmenden die Aufgabe in die Rolle einer der drei folgenden Akteursgruppen zu schlüpfen: „Mitarbeitende der Entwicklungszusammenarbeit“, „Viehzüchter*innen“, „Bewohner*innen des Sammlerreservats“.  Die kreative Ausgestaltung der Rollen lag in der Hand der Teilnehmenden. Ausgeteilte Rollenkarten gaben den Teilnehmenden Hinweise auf die grundsätzlichen Positionen und Interessen der Akteur*innen. Im weiteren Verlauf des Planspiels wurden so in Diskussions- und sogenannten Allianzrunden, unter der zentralen Frage „Soll das Sammlerreservat zu Gunsten der Viehflächen verkleinert werden?“, die Positionen dargelegt sowie diplomatische Gespräche geführt, um mögliche Allianzen und Lösungen zu erarbeiten oder aber bestimmte Konfliktlinien sehr lebhaft aufzuzeigen. Nach einigen Verhandlungsrunden fanden alle Akteur*innen zwar keine finale Antwort auf die Frage, einigten sich aber auf ein weiteres Treffen zur Vorstellung konkreter Pläne und zur Fortführung der Verhandlungen.

Als letzte Veranstaltung im Rahmen des Begleitprogramms begaben sich 18 Teilnehmende am Samstag, den 13.11.2021, allem Nieselregen und Herbsttemperaturen zum Trotz, auf tropische Spuren in die Südpfalz. Bei der Exkursion zu einem geologischen Aufschluss in Barbelroth gab Prof. Dr. Herrmann Jungkunst einen Einblick in die Erdgeschichte und die Entstehung der gut unterscheidbaren Bodenhorizonte. Er legte hier z.B. den Unterschied zwischen Boden (lebendig, von Organismen genutzt) und Gestein dar und erklärte wie Flussablagerungen, tropische Bedingungen, aber auch eiszeitliche Einflüsse die Erdschichten formte und veränderte. Dabei stellte er immer wieder den Zusammenhang zu Bodenprozessen im Amazonas her. So war auch die Region des heutigen Barbelroth in einem früheren erdgeschichtlichen Zeitraum tropischen Bedingungen unterworfen, was sich heute z.B. an der Färbung der jeweiligen Ablagerungen und damit im Bodenprofil erkennen lässt. Besonders erfreulich war die diverse Zusammensetzung der Gruppe, welche aus Personen mit verschiedenen beruflichen Hintergründen bestand und von Studierenden bis Rentner*innen eine gute Altersdurchmischung zeigte.

Ingesamt blicken das Organisationsteam der Friedensakademie und des Projekts PRODIGY auf eine spannende und erkenntnisreiche Woche zurück und danken allen Besucher*innen für ihre engagierte Teilnahme!


Datum der Meldung 15.11.2021 00:00