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Frauen und Hochschule im 20. und 21. Jahrhundert

***Wird in das Wintersemester 2020/2021 verschoben*** Ein Vortrag in Kooperation mit ment², der zentralen Gleichstellungsbeauftragten, dem Women Career Center, dem Frauenbüro, Promotionsprogramm Bildungsforschung und Prof. Dr. Nicole Hoffmann (Institut für Pädagogik)

2019 erinnerten zahlreiche Publikationen und Veranstaltungen an die Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland vor 100 Jahren. Doch lange vor dem Kampf um die politische Teilhabe hatte das Bemühen um die akademische Bildung von Frauen begonnen. Später als in anderen Staaten wurden Frauen im damaligen deutschen Reich zum regulären Studium zugelassen (1900 in Baden, 1908 in Preußen und Hessen). Erst in Folge der Novemberrevolution erhielten Frauen das aktive und passive Wahlrecht, erst mit der Weimarer Verfassung entfielen die frauendiskriminierenden Bestimmungen des Beamtenrechts. Damit war der Weg zumindest theoretisch frei für die Berufung von Professorinnen. So konnten sich ab 1919 die ersten Frauen an deutschen Hochschulen habilitieren und auf Professuren bewerben. Trotz der weiterhin wirksamen tradierten Widerstände gegen die weibliche Konkurrenz nahm die Zahl studierender und lehrender Frauen kontinuierlich zu.

Dieser Trend wurde mit der „nationalsozialistischen Machtergreifung“ rabiat unterbrochen. Schon nach wenigen Wochen galt eine Frauenquote von 10% der Studierenden, jüdische und politisch missliebige Studentinnen, Assistentinnen und Professorinnen wurden entrechtet, entlassen oder in die Emigration gezwungen. Entgegen dem propagierten Frauenbild wurde ab Mitte der dreißiger Jahre wegen des zunehmenden Akademikermangels und der Kriegsvorbereitung für das Frauenstudium geworben. Als Ergebnis stieg der Frauenanteil unter den deutschen Studierenden während des Zweiten Weltkriegs auf rund 50% - eine Quote, die in der Bundesrepublik erst wieder in den 90er Jahren erreicht wurde. Wenig bekannt ist auch, dass Frauen auch im „Dritten Reich“ promovierten und habilitierten – und sich als Wissenschaftlerinnen z.B. an der rassistischen Verfolgungspolitik beteiligten.

Nach 1945 nahm das Frauenstudium und die Präsenz von Frauen in wissenschaftlichen Leitungspositionen in der Bundesrepublik und in der DDR eine unterschiedliche Entwicklung.

Doch trotz eines stetig wachsenden Anteils von Studentinnen sind bis heute Frauen auf den Lehrstühlen deutscher Hochschulen unterrepräsentiert.

Im Powerpoint-gestützten Vortrag sollen die Grundzüge dieser historischen Entwicklung dargestellt werden – jeweils mit zeitgenössischen Dokumenten und z.T. mit Bezug zu den benachbarten Universitäten Bonn und Köln.

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Referent: Dr. Peter Chroust

- Politikwissenschaftler und Pädagoge
- Studium der Politikwissenschaft und Germanistik (Lehramt am Gymnasium) an der Universität Gießen
- Promotion über Studierende und Hochschullehrer der Universität Gießen 1918 – 1945
- Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung, an den Universitäten Köln und Hannover, Lehrbeauftragter an der Universität Kassel
- 1987-1991 Mitarbeit am CNRS in Paris zur Sozialgeschichte europäischer Hochschulen
- bis 2016 Mitarbeiter der staatlichen Lehrerfortbildung in Hessen
- Forschungsschwerpunkte: deutsche Hochschul- und Wissenschaftspolitik 1918-1968, Rumänien im 20./21. Jahrhundert, Evaluation von Lehrerfortbildungsprogrammen

 

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Wann 22.04.2020
von 18:15 bis 20:15
Wo Wird in das Wintersemester 2020/2021 verschoben
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Kontakttelefon 0261/287-2952
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