Gastvortrag Dipl.-Psych. Benedict C.O.F. Fehringer, M.Sc.

Wir laden Sie herzlich zum Gastvortrag im Rahmen des Kolloquiums
Empirisch forschen in der Psychologie ein.

Benedict Fehringer

Dipl.-Psych. Benedict C.O.F. Fehringer, M. Sc.

„Das diagnostische Potential von Eye Tracking und Pupillometrie im Kontext des räumlichen Denkens“

Ort und Zeit:
Dienstag, 29. Januar 2019
16:00 – 18:00 c.t.
Raum M 001

Abstrakt:

Psychologische Diagnostik unter Verwendung von Leistungstests umfasst die Messung von Fähigkeiten zur Beschreibung einer Person und/oder zur Vorhersage von zukünftigem Leistungsverhalten. Typischer Weise liefern Leistungstests einen Wert pro Item, z.B. Lösungsgenauigkeit (richtig vs. falsch) oder Reaktionszeit. Tiefergehende Informationen über einzelne Lösungsschritte zur Beschreibung von Lösungsstrategien oder zur Vorhersage des Gesamttestergebnisses (z.B. für adaptives Testen) können deswegen – wenn überhaupt – nur abgeschätzt werden (z.B. hierarchische Modelle, van der Linden, 2007; Multi-Tree-Models, Erdfelder & Buchner, 1998). Eye Tracking und Pupillometrie sind vielversprechende Erhebungstechniken, die das Potential besitzen tiefergehende Einblicke in das Lösungsverhalten der Versuchspersonen zu gewähren. Das Ziel dieser Arbeit war die Untersuchung dieses Potentials am Beispiel des ersten Faktors des räumlichen Denkens, Visualization (Carrol, 1993). Im ersten Teil wurde ein entsprechender Test, speziell für den Einsatz mit Eye Tracking entwickelt und validiert, der R-Cube-Vis Test. Er überwindet dabei Schwierigkeiten von Standardtests, die problematisch bei einem Einsatz von Eye Tracking sind. Im zweiten Teil wurden weitere Studien durchgeführt, die den Zusammenhang von verschiedenen Eye-Tracking-Indikatoren und Item-Eigenschaften des entwickelten Stimulusmaterials untersuchten und unterschiedliche pupillometrischen Maße analysierten. Darüber hinaus wurden noch Veränderungen verschiedener Maße (behavioral, blickbasiert, pupillometrisch) vom Beginn bis zum Ende der Messung und im Hinblick auf verschiedene Fähigkeitsausprägungen in Mehrebenenmodellen betrachtet. Obwohl (noch) kein finales kognitives Prozessmodell etabliert werden konnte, welches eine Unterscheidung zwischen einem optimalen und fehlerhaften Lösungsverhalten aufzeigt, demonstrieren die Ergebnisse das große Potential von Eye Tracking und Pupillometrie in der psychologischen Diagnostik, um differenzierte Testergebnisse zu erhalten.

 

Bio:

Von 2002 bis 2012 habe ich an der Universität des Saarlandes Psychologie und Informatik studiert, wobei der Schwerpunkt in der kognitiven Psychologie und Diagnostik lag, bzw. im Bereich von maschinellem und statistischem Lernen. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter habe ich von 2009 bis 2012 am Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (DFKI, Saarbrücken) gearbeitet und mich dort hauptsächlich mit Eye Tracking beschäftigt. 2012 bin ich an die Universität Mannheim (Lehrstuhl Bildungspsychologie, Prof. Stefan Münzer) gewechselt und habe dort von 2013 bis 2018 an der Graduiertenschule für Sozialwissenschaften (GESS, Graduate school for economics and social sciences) promoviert (Thema: „The diagnostic potential of eye tracking and pupillometry in the context of spatial thinking“). Daneben beschäftige ich mich auch mit Fragestellungen der forensischen Psychologie, z.B. im Bereich der Diagnostik von Sexualstraftätern.

 

Organisatorinnen:

Prof. Dr. Diana Hanke-Boer
Dr. Ayu Okvitawanli

Wann 29.01.2019
von 16:00 bis 18:00
Wo M 001, Campus Koblenz
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