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Expert/innen und Expertisen der Gewissheit

Expert/innen und Expertisen der Gewissheit


(AK Expertenwissen, Thema 1)

Nicole Burzan und Hubert Knoblauch

 

Session 1-3: Expert/innen und Expertisen der Gewissheit 1/2

E 313

Donnerstag, 11:00-13:00 Uhr

 

Oliver Wieczorek
(Bamberg) &

Daniel Schubert
(Bamberg)

Wie wird die Produktion von Expertise gesteuert und wie passen sich Wissenschaftler an diese Steuerung an? Die britische Soziologie vor dem Hintergrund der Steuerung des RAE/REF

Christian Schneijderberg
(Kassel) & 

Jing Guo 
(Tongji)

Dekonstruktion von Gewissheiten in Bundestagswahlprogrammen von CDU/CSU, FDP, Grünen und SPD im Vergleich zu AFD und DIE LINKE

Anne-Kathrin Will
(Berlin)

Vergewisserung als Einwanderungsland mithilfe des Migrationshintergrunds im Mikrozensus

 

Session 2-3: Expert/innen und Expertisen der Gewissheit 2/2

E 313

Donnerstag, 14:00-16:00 Uhr

 

Carina Liebler
(Marburg)

Die Ordnung der Gewissheit: Zur Thematisierung von Angeklagtenim Strafgericht

Hannah Ahlheim
(Gießen),

Darius Zifonun
(Marburg) & 

Nicole Zillien 
(Marburg)

Die tastende Suche nach Gewissheit: Zur Aushandlung von Schlafwissen

 

Marion Müller
(Tübingen) &

Sophie Merit Müller
(Tübingen)

„So is nich Geburt.“ Wie Hebammen in Geburtsvorbereitungskursen Gewissheiten über ‚gute Geburt‘ vermitteln

Felix Tirschmann
(Landau) & 

Kirsten Brukamp
(Ludwigsburg)

Gewissheit und Irritation. Über die professionelle Produktion von Gewissheit und ihrer Umgehung durch Experten und Laien

In ihrer gesellschaftlichen Konstruktion der Wirklichkeit definieren Berger und Luckmann Wissen als die „Gewissheit, dass Phänomene wirklich sind und bestimmbare Eigenschaften haben“. Gewissheit sei damit für Philosophen und Menschen auf der Straße gleichermaßen relevant. Sowohl im Alltag wie in der Philosophie haben wir seit den 1960er Jahren allerdings eine dramatische Verunsicherung erlebt. Mit der Proklamation des ‚Todes‘ des Subjekts, seiner Dezentrierung oder zumindest seiner ‚Diät‘ zum dünnen Subjekt ist Gewissheit als subjektiv sichere Überzeugung von etwas (die Husserl oder selbst Wittgenstein noch zur Basis der modernen Philosophie erklärten) diskursiv in die Krise geraten. Die dergestalt konstatierte Krise der Gewissheit, die besonders von spät-, post- und zweitmodernen Theorien auch in der Soziologie thematisiert wurde, ist in jüngerer Zeit ihrerseits jedoch durch diverse Gegenbewegungen herausgefordert worden, die sich durch die Affirmation von Gewissheit (und Identität) auszeichnen.

Wenn sich der Kongress der Wissenssoziologie die Frage nach der Gewissheit stellt, wollen wir uns in diesem Arbeitskreis auf die Frage konzentrieren, welche Expertisen es für Gewissheit gibt und wer die Expert/innen sind, die heute noch oder wieder Gewissheiten versprechen oder sich ihrer vergewissern. Damit stellen sich Fragen wie: Wem wird in pluralisierten Gesellschaften und damit im Zuge eines zunehmenden Aufbrechens eines klar abgegrenzten Kanons konsensfähigen Wissens (noch) eine Zuständigkeit oder Expertise für Gewissheiten zugesprochen? Wer beansprucht eine solche Gewissheit für sich selbst bzw. für seinesgleichen? Darunter können diejenigen fallen, die gesichertes Wissen versprechen, wie dies etwa in manchen Bereichen der Wissenschaft (so etwa in der neo-positivistischen Soziologie), der Politik oder auch des populären digital-journalistischen Feldes geschieht. In unserer Veranstaltung thematisieren wir deswegen erstens, ob und welche Expertinnen innerhalb eines Feldes, in verschiedenen Feldern oder gar umfassenderen Sinn- und Handlungssystemen Gewissheiten formulieren und wie sie sie ggf. begründen und legitimieren. Gibt es – Deutungsmacht zum Ausdruck bringende – Stabilisierungsmechanismen für die Verteidigung der eigenen Gewissheiten und deren Anerkennung durch andere? Zu fragen ist zum zweiten aber auch, wie die Expertisen des Gewissheitswissens ausfallen: Gibt es dabei Gewissheitsgrade? Ist Gewissheit kategorial zu verstehen? Vermitteln bestimmte kommunikative Formen und Gattungen Gewissheit (z.B. Statistiken und „Fakten“)? Und welcher Begriff des Wissens ist es, der dabei jeweils mit solchen ‚Gewissheiten‘ verbunden, aber nicht unbedingt identisch mit ihnen ist?

Zu Thema 1 bitten wir um Vortragsvorschläge von max. 1 Seite bis zum 31.03.2019 an Nicole Burzan (nicole.burzan@tu-dortmund.de) und Hubert Knoblauch(hubert.knoblauch@tu-berlin.de).