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Zur Konfrontation begründeter Expertisen

Zur Konfrontation begründeter Expertisen


mit unbegründeten Gewissheiten von Laien
(AK Expertenwissen, Thema 2)

Christoph Dukat und Ronald Hitzler

Session 3-1: Zur Konfrontation begründeter Expertisen …  

E 113

Donnerstag, 16:00-18:00 Uhr

 

Sebastian Büttner
(Erlangen-Nürnberg)

Mit Gewissheiten gegen die „Zumutungen“ der internationalen Expertenherrschaft. Rechte Systemkritik in der Debatte um den UN-Migrationspakt 2018

Julia Wustmann
(Dortmund)

Gewiss eine gute Wahl? Zur Bedeutung von Online-Bewertungsportalen als Marker für professionelle Expertise am Beispiel der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie

Maggie Kusenbach
(Tampa, Florida)

Das Trivia Quiz: Zur trivialen Konstruktion belanglosen Wissens

 

Professionen sind Stände von Akteuren, die für sich reklamieren, auf bestimmten Gebieten über begründetes Expert/innenwissen und gegebenenfalls über damit einhergehende Handlungskompetenzen zu verfügen. Professionelle Handlungskompetenzen und Expert/innenwissen unterscheiden sich vom ,Jedermannswissen‘ und der damit korrelierenden Laienpraxis durch ihre immanente Begründungsbedürftigkeit. Eben aufgrund des gesellschaftlich ‚durchgesetzten‘ Anspruchs der systematischen Begründbarkeit ihrer Expertisen haben Professionen deshalb auf den von ihnen reklamierten Gebieten traditionell sozusagen ‚das Sagen‘.

Dass dessen ungeachtet der sprichwörtliche ‚Mann auf der Straße‘ nicht selten der Meinung ist, besser zu wissen, was ‚Sache‘ ist, als die (aus seiner Sicht: angeblichen) Fachleute, ist nichts Neues. Und es ist ebenfalls nichts Neues, dass diese Meinung für den, der sie hat, keiner weiteren Begründung bedarf als der Gewissheit, recht zu haben, auch und gerade dann, wenn die je einschlägigen Expert/innen Argumente vorbringen, die seine ihm als gewiss geltende Sicht der Dinge zu widerlegen scheinen. Neu hingegen ist, dass die aktive Einflussnahme auf die sogenannte öffentliche Meinungsbildung sich in Zeiten des avancierten World Wide Web nachgerade vollständig abgelöst hat vom Nachweis sachentsprechender Kompetenzen und von der Notwendigkeit, seine Ansichten qua Regelhaftigkeit und Folgerichtigkeit der Argumentation zu begründen.

Wo bislang in der Regel (das heißt unter Absehung von erklärbaren Ausnahmen) Zugangsvoraussetzungen zu Chancen auf Veröffentlichung dafür gesorgt haben, dass das Wissen von Expertinnen und Experten unter wofür auch immer als ‚ausgewiesen‘ geltenden Fachleuten ‚nach bestem Wissen‘ strittig verhandelt und zwischen Expert/innen und gutinformierten Rezipient/innen argumentativ ausgetauscht wurde, braucht es inzwischen nicht mehr als einen wohlfeilen apparativen Zugang zum Internet, um jede Art von ,Jedermannsgewissheit‘ zu jedem beliebigen Thema mit unkontrollierbaren Reichweiten publik zu machen. Der ‚Mann (und gerne auch: die Frau) auf der Straße‘ tritt dort nach wie vor – und vorzugsweise als Teil einer mehr oder weniger diffusen Masse – meinungskundgebend in Erscheinung. Neuerdings aber chattet und postet und twittert er (bzw. sie) seine (bzw. ihre) keiner Begründung bedürftigen Gewissheiten jedoch weit effektiver und gänzlich unkontrolliert in irgendwelchen Online-Communities und Internet-Kommentarwelten. Mögliche Fragen wären in diesem Zusammenhang etwa: Inwiefern haben wir es hier mit einer ,mediatisierten Sichtbarkeit‘ von traditionell an Küchen- und Stammtischen vor sich hindümpelnden Gewissheiten zu tun und wie lassen sich solcherlei ,Formen der Gewissheitsexplikation‘ charakterisieren? In welchem Verhältnis steht demgegenüber (bereits) die Selbst-Verunsicherung der Expert/innen auch im prinzipiellen Hinblick auf die Begründbarkeit ihrer bzw. von Expertisen schlechthin? Inwiefern und an welchen Stellen kommt es in derlei ,mediatisierten Arenen‘ letztlich überhaupt (noch) zur Konfrontation begründeter, anzeigbarer Expertisen mit unbegründeten Gewissheitenvon Laien?

Zum Thema 2 bitten wir um Vortragsvorschläge von max. 1 Seite bis zum 31.03.2019 an Christoph Dukat (Christoph.Dukat@ku.deund Ronald Hitzler (ronald@hitzler- soziologie.de).

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