Plenum 1

Medien und Gewissheit


Chair: Jürgen Raab 

Medien und Gewissheit

E 011

Mittwoch
17:00-19:00 Uhr

Andreas Langenohl
(Gießen)

Politische Urteilsnormen ‚nach den Massenmedien‘: Normativität jenseits von Sprachlichkeit?

Jasmin Siri
(München)

Gewissheit und Kontingenzabwehr. Deutungskämpfe um Wahrheit in Sozialen Medien

Ortwin Renn
(Potsdam/Stuttgart)

Die Angst vor dem Risiko: Umgang mit Unsicherheit in postfaktischen Zeiten

Das Plenum behandelt das Paradox, dass die technischen Medien das Wissen und die Gewissheit über die Welt, in der wir und andere leben, her- und sicherstellen, während sie dasselbe Wissen und dieselbe Gewissheit zugleich mit Fragezeichen versehen, attackieren, erschüttern und damit „allgemeine Ungewissheit“ und „geistige Aufgestörtheit“ auszulösen vermögen (Karl Mannheim: Ideologie und Utopie). Entsprechend fragt das Plenum, inwieweit die technischen und digitalen Medien überhaupt den Anspruch auf die Produktion von Gewissheit erheben. Aus welchen Quellen und mit welchen Mitteln wird Gewissheit proklamiert und vermittelt? Wie bilden sich Inseln und Treibhäuser der Gewissheit aus und wie immunisieren sich gegenüber Gegengewissheiten? Ist die Fähigkeit zum Umgang mit widersprüchlichem Wissen und unsicheren Gewissheiten und sind das Aufsuchen und Aushalten von kontroversen Haltungen und abwägenden Positionen letztlich nur dem geschulten Urteil gut informierter und mündiger Bürgerinnen und Bürgern zu überantworten? Schließlich: Wie muss die politische (Willens-)Bildung in pluralistisch-partizipativen Demokratien medial fundiert sein, wenn sich Gesellschaften polarisieren und die Staatsform Gefahr läuft, sich über den in den neuen Kommunikations- und Informationsmedien freigesetzten Nationalismus, Populismus und Radikalismus selbst abzuschaffen?