Plenum 3

Witz, Humor und Ironie 
als Gegengift zu Gewissheit


Chair: Michaela Pfadenhauer und Bernt Schnettler

Witz, Humor und Ironie als Gegengift zu Gewissheit

E 011

Freitag, 14:00-15:30 Uhr

 

Ilja Srubar
(Erlangen-Nürnberg)

Ungewissheit und homo ludens. Wege der Suche nach Klarheit

Helga Kotthoff
(Freiburg)

Vagheiten humoristischer Kommunikation

Renate Lachmann
(Konstanz)

Spiele mit dem Faktischen (Paradox, Lüge, Phantasma)

Peter L. Berger charakterisiert den Witz als ein „signal of transcendence“. Denn es bedeutet, „die Erfahrung wieder in angemessenen Verhältnissen wahrzunehmen“, wie er in „Erlösendes Lachen“ schreibt: „Erlösung ist auch Entlastung – bis zur Komik. Wir lachen wieder und spielen aus neugewon-nener Fülle“ (Berger). Witze öffnen dergestalt die Wahrnehmung für jene andere, von ihm religiös gefasste Wirklichkeit. Das Lachen über einen Witz ist für Schopenhauer eine Emotion des Vergnügens: „Die Wahrnehmung der Inkongruenz des Gedachten zum Angeschauten (also zur Wirklichkeit) macht uns Freude“. Gegenüber dem Witz als solche klar erkennbare kurze Geschichte mit überraschendem Ausgang ist Ironie ein verdecktes Spotten über etwas scheinbar Gebilligtes, das der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Allgemeiner gesprochen erzeugt Ironie Reflexivität, insofern ihr kommunikativer Einsatz einen „Abstand zum selbstverständlichen Gegebenen“ (Srubar) voraussetzt. In diesem Verstande von Ironie als Gegenteil des Common Sense (Rorty) befasst sich das Plenum mit Humor als Gegengift für Gewissheit, welches Witz, Komik, Ironie bis hin zur Selbstironie und Selbstdistanz einschließt.