Fallzahl Standort Koblenz: 1 (Warnstufe Gelb bis 02.12.2020) Maßnahmenkonzept

Forschungsprojekte und -aktivitäten

Private Schriftlichkeit im Wandel. Sprach- und kulturwissenschaftliche Perspektiven. (Leiterin des Liebesbriefarchivs an der Universität Koblenz)

Menschen schreiben Texte für verschiedenste Zwecke. Private Schriftlichkeit wird dabei im Unterschied zu Schriftstücken, die für die Publikation verfasst werden, auf andere Art und Weise gestaltet. So spielen bei privaten Texten beispielsweise die Formulierung, Orthografie und Handschrift oder Gliederung eine andere Rolle. Genres der privaten Schriftlichkeit haben meist auch nur wenig Bezug zu Bildungsinstitutionen. So wird das Schreiben von Einkaufszetteln oder Liebesbriefen eben gerade nicht in der Schule erworben.

Genres der privaten Schriftlichkeit sind für die Forschung schon immer interessant. Doch gerade der Liebesbrief fand in der wissenschaftlichen Literatur vor allem als idealisiertes Genre bedeutender Persönlichkeiten Beachtung. Es erstaunt daher nicht, dass der “romantische” Liebesbrief noch in den Köpfen herumgeistert. Um den Liebesbrief im Allgemeinen zu verstehen, wurde ein Liebesbriefarchiv aufgebaut, das insbesondere Briefe des 20. und 21. Jahrhundert konserviert.

Das Liebesbriefarchiv

Das Liebesbriefarchiv versammelt eine große Zahl und eine Vielfalt an Liebesbriefen und bildet die Grundlage für die Erforschung des Wandels der Textsorte und der intimen Kommunikationspraktiken. Die Briefe entstanden in den unterschiedlichsten Kontexten und dienen veschiedensten Zwecken. Neben einzelnen Briefexemplaren sind auch mehrjährige Verlobungskorrespondenzen zu finden, auch Liebesbekenntnissen finden sich, in welchen Konflikte besprochen werden, Bitten um eine 2. Chance. Sogar Fanbriefe an Stars und kleine Liebeszettelchen wurden in die Sammlung aufgenommen. Einige Briefe stammen aus heimlichen Beziehungen, einige wenige Briefe wurden von Kindern und Jugendlichen geschrieben.

Für weitere Informationen folgen Sie bitte diesem Link zum Liebesbriefarchiv: https://liebesbriefarchiv.wordpress.com/

Fragen und Einsendungen an: liebesbriefarchiv@uni-koblenz.de


Standardsprache im gymnasialen Deutschunterricht (in der Wahrnehmung von DeutschlehrerInnen und SchülerInnen)

Die Rolle von Lehrpersonen als Vermittler eines “guten” Sprachgebrauchs wird als gegeben erachtet. Man geht zudem davon aus, dass sie einen zentralen Beitrag leisten für die Pflege und Durchsetzung von Varietäten. Dies gilt insbesondere für die Standardsprache. Sie werden daher in einschlägiger Literatur als Sprachnormautoritäten (Ammon 1995) bezeichnet. Bisher haben nur wenige Untersuchungen diese Thesen empirisch untersucht.

Da sowohl in Deutschland als auch im gesamten deutschsprachigen Raum unterschiedliche Verantwortlichkeiten für den Deutschunterricht und verschiedenartige Sprachsituationen gegeben sind, sollte mit vergleichenden Studien aus verschiedenen deutschsprachigen Regionen (Luxemburgs und der Schweiz) eine weitere Klärung und Überprüfung dieser These erfolgen. Gerade die Sprachsituationen in Luxemburg und der Schweiz dürften durch ihre spezifischen diglossischen Situationen weitere und vertiefte Erkenntnisse liefern.

Selfie-Proteste – eine emergente Praktik des Protests im Web 2.0.

Bei sogenannten ‘Selfie-Protesten’ handelt es sich typischerweise um Serien von Fotografien, häufig Selfies, die durch einen Hashtag oder eine Seite in sozialen Netzwerken verbreitet und aktiv von individuellen NutzerInnen weitergeführt werden. Tatsächlich handelt es sich bei der Mehrzahl der Protest-Selfies zwar nicht um Selbstporträts im eigentlichen Sinne, doch findet sich ein starker Selbstbezug: Das Bild zeigt das protestierende Individuum selbst, wel¬ches den Protesttext durch einen selbst formulierten und meist handschriftlich niedergeschrieben Text, in den Händen hält.

Im Zentrum dieser Studie stehen damit der Selfie-Protest als politische Protestaktion bzw. als lose organisierte Sensibilisierungskampagne im Social Web sowie das einzelne Protest-Selfie als individuelles Protestkommunikat, dessen Charakteristik am Beispiel verschiedener Protestaktionen aufgezeigt wird.

Weitere Informationen sehen Sie hier. https://evawyss.wordpress.com/forschungsprojekte/selfie-protest-und-protest-selfies/