Projekte

Laufende Forschungsprojekte im Bereich Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik

 

Workshop im Rahmen des Forschungsinitative

KulturNorm. Kulturelle Orientierung und normative Bindung (Schwerpunkt: Literaturwissenschaft)

am 28.09.2018. 10:00 Uhr 

 

Körperöffnung – Körper(ein)schließung.  Der Bruch mit kulturell-normativen Körperbildern in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur?

Konzeption: Forschungskolloquium für ExpertInnen

Zahlreiche deutschsprachigen Texte der letzten zwanzig Jahre konfrontieren den Rezipienten mit einer Körperlichkeit der Figuren, die sich als entgrenzt beschreiben lassen können. Dieses Verständnis basiert auf einem Körperbild, das durch Grenzen und Grenzziehungen konstruiert wird. Die vorgeführten Grenzdiskurse werden gefasst als normbasierte Formen, innerhalb derer die Grenzziehung ebenso wie die daraus resultierende Überschreitung legitimiert, nicht-legitimiert, verweigert, sanktioniert und/oder eingefordert werden. Grenzen sind demnach durch Normativitätsansprüche kulturell markiert. Diese Entgrenzungen werden im Literarischen markiert durch die thematische und inhaltliche Fokussierung auf die Körperöffnungen und/oder Ausscheidungen der Protagonisten. Zu nennen wären hier u.a. Autorinnen und Autoren wie Christian Kracht, Benjamin von Stuckrad-Barre, Sibylle Berg, Juli Zeh, Alexa Henning von Lange, Thomas Brussig, Charlotte Roche, Heinz Strunk, Helene Hegemann oder Karen Duve. Die Autorinnen und Autoren schreiben Geschichten vom Ausscheiden und Einverleiben und konstruieren hierin ein Bild des Körpers, das kontrastiv zum idealschönen Körper der Warenwelt steht. Die Texte entwerfen eine Körperästhetik, die sich in Überschreitungs- und Einverleibungsdiskursen artikuliert.  Diese Markierungen stehen im Mittelpunkt des geplanten Expertenkolloquiums, das im laufenden Jahr stattfinden wird und derzeit in Planung ist.