Lebenslauf

Marie-Luise Wünsche, geboren am 24.02.1959 in Kamen/Westfalen, schloss zunächst das Studium in den Fächern Germanistik, Philosophie und Allgemeine Sprachwissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn 1986 mit einem Magister-Abschluss (M.A.) ab. Sie verließ dann die Universität und arbeitete vor allem als freie Journalistin und Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache (DAF) in Bonn und als Bibliothekarin in Bonn und in Attendorn.

1994 schrieb sie sich erneut an der Universität in Bonn als Studentin ein, nun aber in den Fächern Germanistik, Philosophie und Geschichte der Medizin. Von 1994 bis 1997 war sie Promotions-Stipendiatin der Begabtenförderung des Evangelischen Studienwerkes „Haus Villigst“, e.V. in Schwerte. Im Anschluss an ihre Promotion war sie zunächst ab 1999 Lehrbeauftragte an den Instituten für Germanistik der Universitäten Bonn und Koblenz-Landau Campus  Koblenz.

Ab dem Jahr 2000 bis zum Jahr 2005 war sie zugleich Mitarbeiterin wissenschaftlicher Projekte, die von der deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wurden, und dem Lehrstuhl des Medizinhistorikers der Universität Bonn, Herrn Prof. Dr. Dr. Heinz Schott zugeordnet waren. Zunächst forschte sie auf der Grenze von Literaturwissenschaft und Medizin zur Geschichte der psychoanalytischen Psychosomatik, dann zu den Schriften des Paracelsus. Seit 2005 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin für Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik am Institut für Germanistik an der Universität Koblenz. Zugleich ist sie als freie Mitarbeiterin weiterhin dem Institut für Medizingeschichte der Universität Bonn verbunden.

Die Forschungsschwerpunkte werden seit 2000 zum einen durch Vorträge, Aufsätze und Lehrveranstaltungen ausgewiesen zu literaturhistorischen und literaturtheoretischen Themen und zur Rhetorik, Struktur und thematischer Vielfalt der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, vor allem jener, die aus der Schweiz stammt. (Friedrich Dürrenmatt, Hermann Burger und Urs Widmer). Ein weiteres hier zu nennendes Hauptgewicht der eigenen Tätigkeit in Lehre und Forschung liegt auf der Geschichte und Theorie der Ästhetik und Didaktik phantastischer (Kinder-und Jugend-)Literatur und der Märchen, auch als Impulsgeber für Literaturwerkstätten.

Zum anderen arbeitet sie seit 2003 ebenfalls zu wissenschaftshistorischen und kulturhistorischen Themen etwa zu den differenten Seelentexten und Körpermodellen innerhalb von Literatur und Medizin/Psychologie und zu deren anthropologischen Implikationen.  Außerdem beschäftigt sie sich mit Wissenschaftsgeschichte in Bezug zu Literatur-Wissenschaft und Medizin-Geschichte. Dabei liegen Schwerpunkte auf den Beiträgen von Friedrich Nietzsche, Ludwik Fleck, Hans Blumenberg und Michel Foucault u.a. Daraus hervorgegangen ist eine aktuell erneut begonnene Vorbereitung eines Projekts zu Nervendiskursen innerhalb und außerhalb psychoanalytischer Selbstbegründungsdiskurse und im Kontext von impliziten Seelentheorien und Körpermodellen. Damit zusammenhängend wird ebenfalls zu Arztschriftstellern am Beispiel von Sigmund Freud, Franz Alexander, Georg Groddeck, Alexander Mitscherlich und, ganz neu, Fritz Kahn geforscht, der, so die eigene These, eine Art Pionier der Science Graphic Novel ist.

Zentraler aktueller Forschungsschwerpunkt ist aber ein Kafka-Projekt, welches die Weltkriegstexte und deren unterschiedliche Schreibweisen des Prager Dichters der Moderne und  promovierten Juristen zum Gegenstandsfeld hat und den Arbeitstitel trägt:  „Nervenphantasien und Schreibbahnen. Franz Kafkas Prosakosmos zu Zeiten des Ersten Weltkriegs.“ In diesem Zusammenhang steht auch ihre Mitarbeit am Kafka-Atlas, ein Projekt, das an der Technischen Universität Dresden angeschlossen ist und von Ekkehard W. Haring bearbeitet wird, ebenso wie ein mit StudentInnen gemeinsam anlässlich der Tagung der Gesellschaft für Fantastik-Forschung 2013 in Wetzlar vorgestelltes Kafka-Forschungs-Projekt für noch sehr junge Schüler.