Präsentationen im Kolloquium Germanistik

Es ist nicht möglich, das Leben ohne Werte zu führen und es ist nicht möglich, nicht zu bewerten, vom Frühstücksjoghurt bis zum Verhalten des Partners. Die Pluralisierung unserer Gesellschaft hat zu einer Vervielfältigung des Angebots von Werten geführt, die nicht als bessere oder schlechtere Werte bewertet werden können, ohne andere Lebensentwürfe als den eigenen abzuwerten. So ist es nicht mehr möglich, jemanden für weniger wert zu halten, weil er oder sie Inder, Katholik oder homosexuell ist. Allerdings scheint sich gerade in plural verfassten Gesellschaften neuerdings eine Müdigkeit des Wertepluralismus breit zu machen, wenn man die neueren politischen Entwicklungen in den Blick nimmt (etwa den Brexit oder die Wahl Donald Trumps).
Verbindliche Werte sind in der Regel kodifiziert (in Deutschland im Grundgesetz) oder Ergebnis von Konventionen (etwa das Begrüßen). Welche Werte gelten und wie bestimmte Lebensentwürfe bewertet werden sagt viel über eine Gesellschaft aus.
Für die Literatur gelten besondere Werte, die sie in das System der Kunst einordnen. Die Kanonbildung und die literarische Wertung folgen einer Autonomieästhetik, wie sie sich seit Beginn der Moderne im 18. Jahrhundert entwickelt hat. Literatur kann sich dadurch in ein reflexives Verhältnis zur Realität setzen und so auch politische Entwicklungen kommentieren, wie dies etwa Friedrich Schiller, Heinrich Heine, Thomas Mann, Bertolt Brecht, Günter Grass oder Christian Kracht getan haben.
Das Kolloquium möchte die gesellschaftliche Relevanz des Themas zeigen, indem es an Beispielen die Bedeutung von Sprache und Literatur für den Wertediskurs herausarbeitet. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer soll einen selbst gewählten Aspekt genauer in den Blick nehmen und die Ergebnisse im Rahmen eines Vortrags am Schluss des Kolloquiums präsentieren. Die Teilnahme setzt eine mögliche Projektskizze von einer Seite voraus, die mindestens eine Woche vor Veranstaltungsbeginn an den Kursleiter geschickt wird.
Literatur:
Andreas Urs Sommer: Werte. Warum man sie braucht, obwohl es sie nicht gibt. Stuttgart: Metzler  2016.
Stefan Neuhaus u. Uta Schaffers (Hg.): Was wir lesen sollen. Kanon und literarische Wertung am Beginn des 21. Jahrhunderts. Würzburg: Königshausen & Neumann 2016 (Film – Medium – Diskurs 74).

 

geschlechterkonstruktionen-in-der-literatur.png

  • Geschlechterkonstruktionen in der Literatur
  • Autor: Lisa Hachenberg
  • Art: Kolloquium
  • Zeit-Ort: 13.7.17 - D239
  • Dokument: Präsentation

kolloquium-bestseller-bestenliste-kanon.jpg

  • Bestseller - Bestenliste - Kanon: Zum Erfolg mit Qualität oder Quantität?
  • Autor: Helena Trapp
  • Art: Kolloquium
  • Zeit-Ort: 13.7.17 - D239
  • Dokument: Präsentation

chantals-klassiker-m.haase.pdf

  • Die Aufbereitung ausgewählter Klassiker des Literaturkanons
  • Autor: Madeleine Haase
  • Art: Kolloquium
  • Zeit-Ort: 13.7.17 - D239
  • Dokument: Präsentation

linguistische-und-literaturwissenschatliche-auswertung-goethe-faust.jpg

  • Linguistische und literaturwissenschaftliche Untersuchungen inhaltlicher Werte in Goethes Faust
  • Autor: Laura Niekrawietz
  • Abstract: Dieser Vortrag handelte von einer Untersuchung inhaltlicher Werte in Goethes Faust. Der Tragödie erster Teil. Da hier eine vollständige Analyse des Werks nicht möglich war, wurde exemplarisch die Szene Trüber Tag. Feld näher betrachtet, die für alle auf einem Handout nachzulesen war. Als Theoriemodell für diese Untersuchung wurde die teils literaturwissenschaftliche, teils kulturwissenschaftliche Kultur-als-Text-Theorie von Frau Prof. Dr. Schaffers (2006) angewendet, die um die zeitliche Distanz zwischen der Entstehungszeit des Werks und der Rezeption durch einen heutigen Leser erweitert wurde, wodurch "Brüche" besonders bei den inhaltlichen Werten der Moralität sichtbar wurden.
  • Art: Kolloquium
  • Zeit-Ort: 13.7.17 - D239
  • Dokument: Präsentation

kolloquium-andreas-schmitz.jpg

  • Bob Dylan - Literaturnobelpreis 2016
  • Autor: Andreas Schmitz
  • Art: Kolloquium
  • Zeit-Ort: 13.7.17 - D239
  • Dokument: Präsentation

suzana-ramaj-tabubruch-in-der-literatur.jpg

  • Tabu und Tabubruch in der Literatur am Beispiel von Christian Kracht
  • Autor: Suzana Ramai
  • Art: Kolloquium
  • Zeit-Ort: 13.7.17 - D239
  • Dokument: Präsentation

  • Die inszenierte Austhentizität der medialen Selbstdarstellung
  • Autor: Vivien Hellweg
  • Abstract: Im Rahmen des Germanistik Kolloquiums des Sommersemesters 2017 mit dem Thema "Werte und Normen" habe ich mich mit der aktuellen Thematik der Selbstdarstellung in den sozialen Medien beschäftigt. Da es sich hierbei um ein Positionierungsphänomen von besonderer Aktualität handelt, habe ich in meinem Vortrag, mithilfe verschiedener Gegenüberstellungen von Bild und Text, die derzeitige Trendwelle der inszenierte Authentizität analysiert und erläutert. Die Beschäftigung mit Visualität und Sprache haben zudem Rückschlüsse auf die Selbstwahrnehmung gesellschaftlicher Gruppierungen und auf die Besonderheiten des medialen Sprachgebrauchs ziehen lassen.
  • Art: Kolloquium
  • Zeit-Ort: 13.7.17 - D239
  • Dokument: Präsentation