Erstmaliger Nachweis von Plastikrusten und Pyroplastik an der Küste der italienischen Insel Giglio

Im Oktober diesen Jahres haben die Wissenschaftler Sonja Ehlers und Julius Ellrich erstmals Plastikrusten und Pyroplastik an der Küste der italienischen Insel Giglio nachgewiesen. Bei beiden Plastiktypen handelt es sich um neue Formen von Plastikmüll, über deren Verbreitung bisher wenig bekannt ist.

Abbildung einer Plastikruste (Bild: Sonja Ehlers)

Abbildung einer Plastikruste (Bild: Sonja Ehlers)

Sonja Ehlers (wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Koblenz-Landau (AG Mikrobiologie) und im Referat U4 der Bundesanstalt für Gewässerkunde) und der Meeresbiologe Julius Ellrich haben im Oktober diesen Jahres erstmals Plastikrusten und Pyroplastik an der Küste der italienischen Insel Giglio gefunden. Plastikrusten entstehen, wenn marines Plastik an die Felsküste geschwemmt wird und dann als Kruste auf den Felsen zurückbleibt. Bei Pyroplastik hingegen handelt es sich um graue Agglomerate aus geschmolzenem Plastik, die an Steine erinnern und die durch Lagerfeuer entstehen können. Bei beiden Plastiktypen handelt es sich um neue Formen von Plastikmüll, über deren Verbreitung bisher noch wenig bekannt ist. Es ist möglich, dass Plastikrusten von marinen Wirbellosen, wie Schnecken und Krabben, gefressen werden und dadurch in das Nahrungsnetz gelangen. Aus Pyroplastik können schädliche Substanzen austreten.

Der Fachartikel wurde auf dem preprint-Server bioRxiv veröffentlicht und im News-Bereich von Spektrum.de vorgestellt.  


Datum der Meldung 19.11.2019 13:00