Covid-19-SARS-CoV-2

COVID-19, SARS-CoV-2 Wissenschaftliche Informationsseiten

 

Hinweis: Es lohnt sich durchaus öfter auf unsere Seiten zu schauen, da wir regelmäßig an Updates arbeiten. 

Warum eine Seite mit wissenschaftlichen Inhalten zu COVID-19?

Zu COVID-19 gibt es derzeit zahlreiche Informationsquellen. Viele haben Patienteninformationen, Quarantänevorschriften, Präventionsmaßnahmen, Auswirkungen auf das alltägliche Leben, Lageaktualisierungen etc. zum Inhalt. Zudem gibt es innerhalb der Universität Koblenz-Landau eine Zentrale Informationsseite „Coronavirus Update“ als Informationsquelle, in der auch Vorgaben/Präventionsmöglichkeiten etc. für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschrieben sind.

Vorliegend geht es uns darum, einige rein fachliche Informationen zu sammeln, die infektionsbiologisch relevant sein können (im Sinne des Wissensmanagements natürlich!). Es findet sich also nur Themen-orientierte Information auf wissenschaftlicher Basis. So ist alles von der aktuellen Fachliteratur abgeleitet. Die Literatur wird gesammelt, aber auch interpretiert.

 

An diesen Seiten arbeiten neben dem AG-Leiter, Prof. Dr. rer. nat. Patrick L. Scheid aus der Biologie, mehrere Interessierte "interdisziplinär" zusammen, vor allem aber maßgeblich Prof. Dr. med. Lothar Zöller (Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie. Das Autorenteam wird auf der gleichnamigen Unterseite kurz vorgestellt. Frau Dagmar Savelsberg hat natürlich wie immer maßgeblich zur Entstehung der Seiten beigetragen.

 

 Coronavirus

 Abb.:  Charakteristisch für alle Coronaviren sind Spikes auf der Oberfläche, die den Erregern den  namensgebenden "Kranz" (oder die "Krone") verleihen. / Foto: CDC/Alissa Eckert, Dan Higgins

 

Warum eine Wissenschaftliche Informationsseite SARS-CoV-2 von der AG "Parasitologie und Infektionsbiologie Koblenz"?

Wenn nicht von uns, von wem sonst?

Die Arbeitsgruppe „Parasitologie und Infektionsbiologie“ ist eine Arbeitsgruppe, die sich aus den Disziplinen „Humanparasitologie (Medizinische Parasitologie)“, „Ökologische Parasitologie“, „Vektorbiologie“ und „Infektionsbiologie“ zusammensetzt. Infektionskrankheiten sind auch weiterhin Haupttodesursache weltweit. COVID-19 ist darunter eine dieser zahlreichen Infektionskrankheiten, die Mensch und Tier auf unserem Planeten bedrohen. Bakterien, Viren und andere Mikroorganismen werden in der Disziplin „Infektionsbiologie“ behandelt, einem grundlagenwissenschaftlichen Zweig der Infektiologie. Beide Disziplinen, die Humanparasitologie wie die Infektionsbiologie, sind interdisziplinäre Wissenschaften der bio-medizinischen Forschung. Die Erforschung von Infektionsprozessen und die Ableitung von geeigneten Gegenmaßnahmen bieten realitätsnahe und interessante Aspekte, die jeden selbst betreffen (können).

COVID-19 und Parasitologie

Neu auftretende und wiederkehrende Krankheiten (emerging and re-emerging diseases) sind immer eine Herausforderung für das öffentliche Gesundheitswesen (Public Health-Relevanz). Insbesondere in denjenigen Gebieten unserer Erde, wo die Hygienebedingungen, die klimatischen Bedingungen und oft auch die sozio-ökonomischen Bedingungen schlecht sind, hat das Auftreten von Infektionserregern in epidemischem oder pandemischem Ausmaß schwerwiegende Folgen

Wo ist nun die Verbindung von SARS-CoV-2 Viren und der Parasitologie? Der brasilianische Professor für Zellbiologie und Parasitologie Wanderley de Souza hat das in einem Artikel versucht zu skizzieren (siehe Souza 2020):

  • Parasitosen gehören ebenfalls zu den Infektionserkrankungen. SARS-CoV-2 interagiert gelegentlich heftig mit dem Immunsystem des Menschen. Dies schafft ideale Voraussetzungen für Ko-Infektionen mit anderen Viren, Bakterien, Pilzen oder eben Parasiten. Daher ist eine Infektionskrankheit aus zahlreichen Blickwinkeln zu betrachten – insbesondere für die Gebiete mit anderen endemischen parasitären Infektionskrankheiten wie Malaria, Schlafkrankheit, Chagas-Erkrankung, Toxoplasmose etc. 
  • Einige Viren infizieren auch Pilze und Parasiten (Helminthen und Protozoen). Dies ist von den Trypanosomen, Giardien, Trichomonaden, freilebenden Amöben und Kryptosporidien bekannt.
  • Zudem ist noch herauszufinden, ob die Viren nicht (auch) Vektor-gebunden übertragen werden können, d.h. von ektoparasitären Arthropoden.
  • Unabhängig von der Spezialisierung der Wissenschaftler werden Infektiologen, Infektionsbiologen et al. mit Fragen konfrontiert, die von ihnen (wissenschaftlich!) zu beantworten sind. Dies betrifft eben auch Parasitologen, sind doch die SARS-CoV-2 Viren intrazelluläre Krankheitserreger ARS-CoV-2, die analog zu zahlreichen Parasiten mit Rezeptoren auf der Oberfläche von Säugetierzellen interagieren. Viren gelangen zudem durch ähnliche Mechanismen in die Zielzellen hinein, wie sie auch von parasitischen Pro- und Eukaryonten genutzt werden (beispielsweise Toxoplasma gondii). Sie interagieren auch ähnlich mit ihren Wirtszellen bzw. deren Strukturen und Organellen, um die Bedingungen für die intrazelluläre Proliferation zu schaffen. Die fertigen assemblierten Viruspartikel (Virionen) werden dann wieder freigesetzt. All diese Vorgänge/Schritte ähneln denen bei intrazellulären parasitischen Protozoen. Und die Erforschung von Interaktionen von Wirt und parasitärem Infektionserreger ist immer schon ein Hauptforschungsgebiet der Parasitologie gewesen.

Souza 2020