ModIWa II: Juristisch-informatische Modellierung von Internetwahlen

Beteiligte Personen:

Prof.Dr. Rüdiger Grimm

Dr. Katharina Bräunlich

Daniela Simic-Draws

Dauer:

15.08.2011-14.08.2013

Kurzbeschreibung:

Bei diesem von der DFG-geförderten Projekt handelt es sich um die Fortsetzung des des ebenfalls von der DFG geförderten Forschungsprojekts ModIWa.

Ziel ist es, rechtliche und technische Maßnahmen zur Realisierung der im Ausgangsprojekt erarbeiteten Anforderungen an Internetwahlverfahren zu finden. In interdisziplinärer Zusammenarbeit von praktischer und theoretischer Informatik mit der Rechtswissenschaft sollen dabei konkrete technische Lösungen gefunden werden, welche die Gestaltungsvorschläge, die im Ausgangsprojekt mit Hilfe der Methode KORA erarbeitet und anschließend in einem IT-Sicherheitsmodell formal modelliert wurden, umzusetzen vermögen. Hierzu werden zum einen bereits bestehende Internetwahlprotokolle anhand der nach KORA abgeleiteten Kriterien und Gestaltungsvorschläge evaluiert. Zum anderen wird nach neuen Möglichkeiten gesucht, die Kriterien und Gestaltungsvorschläge zu erfüllen. Ein besonderer Schwerpunkt der Informatik besteht dabei in der Bewertung von kryptographischen Verfahren, welche sowohl im Bereich der geheimen, als auch der öffentlichen Wahl Bedeutung erlangt haben. Die Rechtswissenschaft wird untersuchen, welche rechtlichen Umsetzungsschritte für typisierte Internetwahlszenarien erforderlich sind, um die Erfüllung der im Ausgangsprojekt und im beantragten Fortsetzungsprojekt gewonnenen Sicherheitsanforderungen rechtlich sicher zu stellen. Ein Internetwahlszenario besteht hierbei jeweils aus einem Wahlanwendungstyp, einer Wahlform und der Wahlrelevanz der Internetwahltechnik. Ein Wahlanwendungstyp bezeichnet dabei, in welchem gesellschaftlichen Zusammenhang eine Wahl stattfindet, wie etwa Wahlen zu Volksvertretungen, zu Selbstverwaltungsorganen, zu Interessenvertretungen und zu privaten Körperschaften. Die Wahlform beschreibt, ob die Wahl als Fernwahl von individuellen Endgeräten oder als Präsenzwahl aus vernetzten Wahllokalen stattfindet. Die Wahlrelevanz letztlich beschreibt, welche Stellung der Internetwahl eingeräumt wird, ob sie also als alleinige Wahltechnik oder als Ergänzung zur Papierwahl eingesetzt werden soll und welcher Anteil der Wähler sie nutzen können soll. Darauf aufbauend werden für Internetwahlverfahren Vorschläge zur Rechtssetzung erarbeitet.

Durch das Fortsetzungsprojekt werden somit die Arbeiten am Referenzmodell zur Gestaltung und Evaluierung von Internetwahlverfahren vervollständigt und vertieft. Mit Abschluss des Projekts wird eine umfassende Systematik und Dogmatik zur rechts- und technikverträglichen Gestaltung von Internetwahlen vorliegen.

Geldgeber

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Projektpartner

Prof. Dr. Alexander Roßnagel (Universität Kassel)

Prof. Dr. Johannes Buchmann (TU Darmstadt)

Dr. Melanie Volkamer (CASED)