ESPDint

ESPDint

Projektbeschreibung

Innerhalb des ESPDint Projektes werden angepasste ESPD-Lösungen implementiert und in existierende Softwaresysteme von acht Ausschreibungs- und Präqualifikationsplattformen in Deutschland, Griechenland, Portugal, Spanien, Dänemark und den Niederlanden integriert. ESPD steht dabei für "European Single Procurement Document“ (zu Deutsch EEE – „Einheitliche Europäische Eigenerklärung“) und ist ein europaweit einheitliches Standardformular, mit dem Unternehmen in einem Vergabeverfahren ihre Eignung zur Ausführung eines öffentlichen Auftrags und das Nichtvorliegen von Ausschlussgründen vorläufig nachweisen können. Im Mittelpunkt steht dabei die Förderung der Umsetzung der Europäischen Richtlinien und nationalen Gesetzgebung zur öffentlichen Beschaffung, indem Unternehmen bei deren Einhaltung unterstützt werden.

Dabei ist es ausschreibenden Behörden und Vergabestellen möglich, ein Vergabeformular zu erstellen (ESPD Request) und dieses dann von verschiedenen Wirtschaftsteilnehmern ausfüllen zu lassen (ESPD Response). Dabei werden alle für die Ausschreibung relevanten Auswahlkriterien zunächst von der ausschreibenden Behörde ausgewählt und anschließend vom Wirtschaftsteilnehmer ausgefüllt. Weiterhin muss nur der Gewinner des Vergabeverfahrens die geforderten Nachweisdokumente übermitteln.

ESPDint verringert für Unternehmen und ausschreibende Behörden den bürokratischen Aufwand signifikant, indem eine elektronische Version des ESPD zur Verfügung gestellt wird, die für Ausschreibungen sowohl unterhalb als auch oberhalb der EU-Schwellenwerte geeignet ist sowie die Abfrage bzw. das Einreichen von Nachweisdokumenten mittels Präqualifikationsdatenbanken oder durch die Virtuelle Unternehmensakte (VCD) ermöglicht. ESPDint überprüft die Interoperabilität von verschiedenen ESPD-Implementierungen der europäischen Mitgliedsstaaten sowie existierender Open-Source-Lösungen (entwickelt durch die Europäische Kommission bzw. durch das e-SENS-Projekt) und stellt damit die Erfüllung der einschlägigen EU-Richtlinien (2014/25/EU und 2014/24/EU) sowie der CEF eProcurement Digital Service Infrastructure (DSI) sicher.

Hauptziele des ESPDint Projektes sind:

    1. EU-Richtlinien-konforme Teilnahme an Ausschreibungen für Wirtschaftsteilnehmer erleichtern:
      Mit ESPD- und VCD-Lösungen können sich Wirtschaftsteilnehmer einfach und sicher für öffentliche Ausschreibungen in Europa qualifizieren. Qualifikationsunterlagen können für weitere Ausschreibungen wiederverwendet werden. Produkte und Dienstleistungen können in andere Länder vertrieben werden. Alle öffentlichen Auftraggeber sind gesetzlich verpflichtet, die ESPD zu akzeptieren, und die eTendering-Plattformen passen sich derzeit diesen neuen Vorschriften an.
    2. Ausschreibenden Behörden das korrekte Durchführen des Vergabeverfahrens erleichtern:
      ESPD und VCD sorgen dafür, dass Qualifizierungsverfahren in öffentlichen Ausschreibungen leichter verständlich, transparenter und konform zu europäischen Verordnungen sind. Dies erhöht den Wettbewerb bei öffentlichen Ausschreibungen, unter anderem durch den vereinfachten Zugang für Unternehmen aus anderen Mitgliedstaaten. Die Struktur der Ausschreibung wird verbessert und eine automatisierte Bewertung der Lieferantenqualifikationen ermöglicht. Die ESPD und die VCD sind Mittel, um individuelle Marktinformationen aus den Antworten der Lieferanten zu sammeln und Rechtssicherheit zu gewährleisten.
    3. Europaweit Vergabeprozesse vereinfachen und verbessern, sowie Hürden bei internationaler Teilnahme abbauen:
      ESPDint trägt dazu bei, den gesamten Qualifizierungsprozess in öffentlichen Ausschreibungsverfahren europaweit zu verwalten. Die in ESPDint entwickelten ESPD- und VCD-Lösungen verringern Kosten und Verwaltungsaufwand fördern gleichzeitig die Transparenz des gesamten Qualifizierungsprozesses. Dank seines standardisierten Layouts können die ESPD Formulare an jeden öffentlichen Auftraggeber in Europa gesendet werden. Unternehmensdaten und Qualifikationsinformationen können für verschiedene Ausschreibungsverfahren wiederverwendet werden. Serviceangebote – wie sie beispielsweise durch Präqualifizierungsstellen erbracht werden – können problemlos integriert und anderen Mitgliedstaaten zugänglich gemacht werden.

Projektergebnisse

Als zentraler Bestandteil der Spezifikation für die Implementierung von ESPD-Services wurden während des Projekts Data Exchange Models für mehrere ESPD-Versionen entwickelt. Auf Basis dieser Spezifikation konnten produktive ESPD-Services entwickelt und in Deutschland (e-Vergabe, Pöyry PQ), Griechenland (GSCCP), Spanien (Pixelware) und den Niederlanden (TenderNed) in Betrieb genommen werden, die aufgrund gemeinsamer Data Exchange Models Interoperabilität zwischen den Systemen der Mitgliedsstaaten gewährleisten.

Projektinformationen

Projektpartner
  • Rijksdienst voor Ondernemend Nederland, Niederlande
  • Universität Koblenz-Landau, Deutschland
  • University of Piraeus Research Center, Griechenland
  • Ministry of Economy and Development - General Secretariat of Commerce & Consumer Protection (GSCCP), Griechenland
  • Servicos Partilhados do Ministerio de Saude, EPE, Portugal
  • Danish Technological Institute, Dänemark
  • Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Innern, Deutschland
  • Pöyry Deutschland GmbH, Deutschland
  • Pixelware S.A., Spanien
Zeitraum: 01.04.2017 bis 31.12.2018