BKS-Portal.rlp

BKS-Portal.rlp

Projektbeschreibung

Gerade im Bereich der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben – kurz BOS genannt – ist die zeitnahe Bereitstellung von Wissen und Informationen entscheidend für eine effektive Aufgabenwahrnehmung.

Mit dem BKS-Portal.rlp, dass durch Frau Innenstaatssekretärin Heike Raab auf der CeBIT 2013 für den weiteren Pilotbetrieb freigeschaltet wurde, stellt das Land Rheinland-Pfalz sukzessive allen Aufgabenträgern im Brand- und Katastrophenschutz sowie dem Rettungsdienst eine zentrale Wissens- und Informationsplattform zur Verfügung.

Um aufwendige neue Konzeptphasen zu vermeiden hatte Rheinland-Pfalz zunächst eine erste Machbarkeitsstudie auf Basis der im Praxiseinsatz bewährten Portallösung „POLIZEI ONLINE“ durchgeführt. Auf dieser Basis hat ein Team aus Mitarbeitern der Landesdienststellen und kommunalen Praktikern in Zusammenarbeit mit der Universität Koblenz-Landau, die ursprüngliche Lösung für den Praxiseinsatz im Brand- und Katastrophenschutz weiterentwickelt.

Das BKS-Portal.rlp bietet neben zentralen Bereichen des Wissens- und Informationsmanagements Möglichkeiten der behördenübergreifenden Zusammenarbeit, und unterstützt die BOS bei Aufgaben der Organisation und Datenpflege.

Hintergrund:

In den 1990er Jahren hatte das Land Rheinland-Pfalz das Konzept „Einsatz- und Verwaltungsunterstützungssystem (EVUS)“ für den Brand- und Katastrophenschutz (BKS) erarbeitet. Dieses sah vor, durch den landesweiten Einsatz der Software ARIGON bei den kommunalen und staatlichen Aufgabenträgern im BKS eine einheitliche Grundlage für die IT-Unterstützung zu schaffen. Seit Einführung des EVUS- Konzeptes haben sich aufgrund der Strukturen im BKS (kommunale / staatliche Aufgabenträger sowie insbesondere die Integrierten Leitstellen bei kommunalen / sonstigen Aufgabenträgern in Kostenträgerschaft des Landes) neue, konkrete Anforderungen an die die unterstützenden IT-Systeme ergeben.

Die öffentliche Verwaltung muss ihre Prozesse transparenter gestalten und diese mit anderen öffentlichen Stellen verzahnen. Dies gilt unbestritten insbesondere im Bereich des BKS und für die Notwendigkeit, Einsatzpotential und aktuelle Lagebilder über Gebietsgrenzen hinaus strategisch und effizient auf einer Informationsplattform für die Fachanwender zu koordinieren. Unter den Aspekten Wissensmanagement im Web 2.0, Zusammenführung verschiedener IT-Systeme und Vorhaltung von überregionalen Daten für einen Ressourceneinsatz bei Schadensereignissen, wurde im Jahr 2010 eine Arbeitsgruppe unter Leitung der Fachabteilung des MdI eingerichtet, die die Möglichkeit einer Anwendung der im Polizeibereich erfolgreich eingesetzten Portalstrategie POLIZEI ONLINE auf Microsoft Sharepoint (MOSS)-Basis im BKS überprüfen sollte. Für die Evaluierung der Rahmenbedingungen und Einsatzfelder sowie Potentiale und Risiken eines Zentralportals sowie zur Begleitung der Entwicklung des Prototypen BKS-Portal.rlp wurde die Universität Koblenz-Landau (UKL) als wissenschaftlicher Partner herangezogen. In der durch die UKL begleiteten Machbarkeitsstudie „BKS-Portal.rlp“ wurden die Anforderungen für die Übertragung des Konzeptes von POLIZEI ONLINE auf eine entsprechende Lösung für den Brand- und Katastrophenschutz in RLP erarbeitet. und auf der CeBIT 2011 vorgestellt. Mit Unterzeichnung einer Zusatzklausel zur Länderkooperation „POLIZEI Online“ durch den damaligen Staatsminister Karl-Peter Bruch wurden die formalen Voraussetzungen für den Einsatz der MOSS-Plattform auch im Bereich des BKS in RLP geschaffen.

Aufbau des BKS-Portals.rlp

Eine elementare Voraussetzung für eine effektive Aufgabenerledigung ist die systematische Erschließung von vorhandenen Wissens- und Informationsquellen.

Das BKS-Portal.rlp soll künftig hierfür der zentrale Einstiegspunkt für alle im BKS sowie Rettungsdienst (RD) tätigen Kräfte der kommunalen, staatlichen und sonstigen Stellen wie z.B. der Unfallkasse sein. Über dieses Wissensportal kann im Endausbau jederzeit – entsprechend der vorhandenen individuellen Berechtigungen - auf alle relevanten Informationen und unterstützenden Fachanwendungen zugegriffen werden. Diese Informationen werden redaktionell gebündelt und zusammengeführt. Um die Nutzer bei Ihrer Informationsrecherche im BKS-Portal.rlp zu unterstützen und um fachredaktionelle Abläufe besser steuern zu können, ist eine Gliederung in Fach- und Organisationsportale vorgenommen worden. Im Einzelnen sind folgende Bereiche implementiert:

  • Startseite mit bereichsübergreifenden Themen
  • Fachportal Brandschutz
  • Fachportal Katastrophenschutz
  • Fachportal Rettungsdienst
  • Fachportal Ausbildung
  • Organisationsportale für alle staatlichen, kommunalen und sonstige Stellen im BKS und RD

Die Fachportale dienen dem Wissensmanagement für die vier Themenblöcke Brandschutz, Katastrophenschutz, Ausbildung und Rettungsdienst. Dabei stützt sich das BKS-Portal.rlp auf die Zuweisung von, mit der jeweiligen Thematik entsprechend vertrauten, Ansprechpartnern, die als dezentrale Redakteure den jeweils zugewiesenen Bereich betreuen und somit einen hohen Aktualitätsgrad ermöglichen. Das Anzeigen der Kontaktdaten der jeweiligen Ansprechpartner gibt weiterhin den Nutzern die Möglichkeit, zu der Qualität der Inhalte beizutragen, indem Ergänzungen, Anpassungswünsche oder aktuelle Änderungen direkt an die für das Thema verantwortliche Person herangetragen werden können. Auf diese Weise dienen die Fachportale der zentralen Bereitstellung fachspezifischer - durch die Landesredaktion geprüfter - Inhalte durch die Nutzer.Um den Dienststellen mit BKS-Aufgaben eine gemeinsame und einheitliche Arbeitsplattform zu bieten, werden diese in Form von Organisationsportalen als Abbild der Verwaltungsstruktur im BKS-Portal.rlp abgebildet. Diese Organisationsportale beinhalten neben definierten Unterseiten mit festen Inhalten die Möglichkeit, weitere Informationen und Inhalte auf individuellen Seiten zu publizieren. Somit wird eine Plattform für zentrales, kollaboratives Arbeiten geboten. Allen Seiten in einem Organisationsportal sollen, wie auch im Wissensmanagement, Ansprechpartnern zugeordnet werden, die für Aktualisierungen oder Rückfragen von Nutzern der Seiten zuständig sind.Desweiteren wird im Rahmen der Kommunikationsplattform BKS-Portal.rlp eine Bereitstellung von Einsatzdaten gemäß § 39 LBKG angestrebt. Diese Daten sollen zum einen den Feuerwehren bei der Erstellung von Einsatzdokumentationen und - berichten eine IT-unterstützte Bearbeitung im Verbund zwischen den Integrierten Leitstellen und den örtlichen Feuerwehreinsatzzentralen ermöglichen. Zum anderen sind damit die für die landesweite Statistik benötigt Daten auszuwerten.Hieraus resultiert die Seite Erreichbarkeit als ein fester Bestandteil jeder Organisationseinheit. Neben allgemeinen Informationen zur Erreichbarkeit der jeweiligen Dienststelle, wie beispielsweise eine Wegbeschreibung, werden hier Angaben zur Erreichbarkeit einzelner Personen angezeigt, um im Falle eine Lage schnell handeln zu können. Die hierfür notwendigen Daten werden aus einer zentralen Liste gewonnen und an dieser Stelle nach Regeln in aggregierter Form öffentlich angeboten. Die Organisationseinheiten können für jede Person individuell entscheiden, ob Angaben preisgegeben werden.Ein weiterer Bestandteil des Portals sind Anreizsysteme, welche sowohl auf der Startseite als auch in den jeweiligen Fach- oder Organisationsportalen eingebunden werden können. Dies sind zumeist integrierte Drittanwendungen, die dem Nutzer einen Anreiz bieten, sich am BKS-Portal.rlp anzumelden und es langfristig zu nutzen. Beispielhaft seien hier die Web-Förderplattform ZuSy, aktuelle Nachrichten, Wettervorhersagen oder Karten des Geoportals rlp erwähnt. Zur Gewährleistung eines ständig hohen Aktualitätsgrades sind für die jeweiligen Portale landesweite Fachredaktionen notwendig, die sich in der Folge für sämtliche Publikationen innerhalb der Portale verantwortlich zeichnen. Eine der Aufgaben der Fachredaktionen ist die bereits beschriebene Klassifikation und Kategorisierung der Inhalte, um auf dieser Grundlage eine eindeutige Steuerung der Zugriffsrechte zu erreichen.

Projektinformationen

Projektpartner
  • Ministerium des Innern und für Sport (MdI)
  • Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD)
  • Feuerwehr- und Katastrophenschutzschule (LFKS)
Zeitraum: 25.10.2010