BSc Projektpraktikum Semantic Process Modelling

Modul

Dieses Modul kann als Projektpraktikum angerechnet werden. Das Praktikum ist zugänglich für Studenten der Wirtschaftsinformatik, der Informatik, des Informationsmanagements und der Computervisualistik. [04FB1001]

KLIPS: tbd

 

Thema

Um Geschäftsanforderungen besser zu verstehen, werden derzeit erhebliche Ressourcen in die Modellierung und das Management von Geschäftsprozessen investiert. Solch ein Geschäftsprozess kann hierbei als ein Komplex von strukturierten Aktivitäten gesehen werden, die in Relation zu einander stehen. Zum besseren Verständnis, zur Analyse und zur Vorbereitung von ggf. notwendigen Implementierungen werden Geschäftsprozesse häufig als Modelle dargestellt, die die zu verrichtenden Aktivitäten als Knoten von gerichteten Graphen darstellen. Die Aktivitätsknoten erhalten bei der Erstellung durch den Modellierer eine implizierte Semantik in Form eines Labels (der Name des Aktivitätsknotens). Da der Sprachgebrauch verschiedener Menschen unterschiedlich sein kann, können sich durch diese Labels Unklarheiten darüber ergeben, was mit einer Prozessaktivität überhaupt gemeint ist. Zudem führen unterschiedliche Labels, welche jedoch dieselbe Aktivität meinen, zu Erschwernissen für (semi-)automatische Verarbeitungsmethoden. Beispiel:

Wie in der Abbildung zu sehen, verbinden zwei verschiedene Modellierer dieselbe implizierte Semantik mit zwei verschiedenen Labels. Um diesem Problem entgegenzusteuern, werden in der Literatur Verfahren zur terminologischen Standardisierung vorgeschlagen. Hierbei werden z. B. durch Ergebnisse des Natural Language Processing die Bestandteile eines Labels auf deren sogenannte Wortart hin untersucht. In der gezeigten Abbildung könnten z. B. „bill“ und „invoice“ als Substantiv identifiziert werden. Somit ist es möglich, eine Standardisierung mittels Synonymdatenbanken oder Domänenthesauri zu erreichen.

Bisher zur Verfügung stehende Werkzeuge zur terminologischen Standardisierung von Prozessmodellen sind in ihrer Funktionalität noch stark limitiert. So werden Kontext und zusammengesetzte Wörter meist nicht berücksichtigt. So würden etwa die meisten etablierten Bibliotheken im Satz „I will send…“ das Wort „will“ nicht als Teil des darauffolgenden Verbes sonders als englisches Subjekt „will“ („das Testament“) erkennen.

Ziel des Projektpraktikum ist die Entwicklung eines Software-Plugins, das an Prozessmodellierungstools angeschlossen werden kann, um Prozessmodelle terminologisch zu vereinheitlichen. Dazu sollen Heuristiken in Form eines Algorithmus entwickelt werden, welcher die jetzigen Fähigkeiten der Stanford NLP-Tagging library erweitert. Die Implementation wird in Java erfolgen. Ziel des Algorithmus ist auch, die eigentliche Standardisierung mittels vordefinierter Phrasenstrukturen zu implementieren.

 

Voraussetzungen

Interesse am Themengebiet des Business Process Management wird empfohlen. Da das Praktikum als Programmierpraktikum ausgelegt ist, sind grundlegende Kenntnisse in mindestens einer gängigen Programmiersprache erforderlich. Die Mitwirkung an der Implementierung ist für alle Teilnehmer verpflichtend. 

 

Leistungsnachweis

Die Leistung des Praktikums ist in Form eines Prototyps (Implementierung) zu Erbringen. Dieser Prototyp soll die Erstellung, Bearbeitung und Analyse von Geschäftsprozessen unterstützen. Der Prototyp ist gegen Ende des Projektpraktikums in einer Präsentation vorzustellen und in einer Dokumentation ausführlich zu beschreiben. Der Fokus des Projektpraktikums liegt jedoch auf der Implementierung.

 

Zeitplanung und Anmeldung

Bei Interesse melden Sie sich bitte bis zum 28.02.2018 unverbindlich per Mail an delfmann@uni-koblenz.de. Ein Kickoff-Treffen wird Anfang März stattfinden. Nach diesem Treffen können Sie dann entscheiden, ob Sie am Projektpraktikum teilnehmen wollen.

 

Material

 Alle Materialien sowie Ankündigungen finden Sie in UniConnect. Mehr Details folgen in Kürze.