Fallzahl Standort Koblenz: 1 (Warnstufe Gelb bis 02.12.2020) Maßnahmenkonzept

Doktorandenkolloquium des FB4

Zielstellung

Das Doktorandenkolloquium des FB4 (kurz: FB4-DK) ist ein Ort der AG- und institutsübergreifenden Diskussion der Forschung am Fachbereich. Es dient der Vorstellung von Forschungsthemen durch Doktoranden (und Doktorandinnen) des Fachbereichs. Als Teilnehmer sind alle wissenschaftlichen Mitarbeiter und Professoren willkommen. Selbst Master-Studierende mit Forschungsambitionen sind willkommen. Die Vorträge zielen auf das breite Spektrum des Fachbereichs.

Format

Die Vorträge einschließlich Diskussion sind auf eine Stunde angesetzt. Die Vorträge der Doktoranden können durch Rede- bzw. Diskussionsbeiträge der an der Forschung Beteiligten (etwa der Betreuer) aufgelockert werden. Die Vorträge sollten so angelegt sein, dass sie die Forschungsfragen und die Methodik verständlich vermittelt bei Beachtung des breiten Themenspektrums am Fachbereich. Die vorgestellten Themen können sich in unterschiedlichen Phasen der Bearbeitung befinden und können einen unterschiedlichen Umfang ausmachen; etwa "geplant" versus "in der Durchführung" versus "abgeschlossen" als Phasen und "Einzelthema" versus "Doktorarbeit" als Umfang.

Das FB4-DK findet relativ regelmässig am vierten Mittwoch im Monat um 16 Uhr ct statt. Vorschläge für Vorträge bitte an Martin Leinberger (mleinberger@uni-koblenz.de)  mit Angabe des Titels und einer Zusammenfassung (etwa 100 Worte) wahlweise in Deutsch oder Englisch.

Nächste Vorträge

Vortragender: David Bausch

Datum & Uhrzeit: 11.11.20, 16 Uhr s.t., via Zoom

Gastgeber:  Jun.-Prof. Dr. Tobias Krämer

Titel: Widerstände im Kontext der Digitalisierung: Eine empirische Analyse von
Mitarbeiterwiderständen im Zuge der digitalen Transformation und Konzeption von
Gegenmaßnahmen

Abstract:

Im Zuge der digitalen Transformation zur Industrie 4.0 sind eine Vielzahl digitaler und technologischer Innovation vorhanden, welche die Geschäfts-und Arbeitswelt verändern (Abel, 2018; Torre & Sarti, 2019). An diese makroökonomische Entwicklung schließt sich eine Transformation der Organisation an und bedingt digitale Kompetenzen der Mitarbeiter sowie eine neue Arbeitsweise, um die technologischen Veränderungen handhaben zu können (Fettig, Gacic, Koskal, Kuhn, & Stuber, 2018). Dass diese Veränderungen auf Mitarbeiter bedrohlich wirken können, wird in unterschiedlichen Studien deutlich (Cisik, 2017; Frey & Osborne, 2013; Bundesministerium für Bildung und Forschung, 2018). Eine Erklärung dafür stellt das wahrgenommene Stressempfinden eines Mitarbeiters dar. Wie Stress wahrgenommen und bewältigt wird, hängt von der individuellen Persönlichkeit ab (Srivastava, Chandra, Shirish, 2015). Zudem können Technologien als Stressoren identifiziert werden und finden im Forschungsfeld Technostress Betrachtung (La Torre, Esposito, Sciarra, & Chiappetta, 2019;
Sarabadani, Carter, & Compeau, 2018). Dabei wird zwischen fünf Dimensionen (TechnoOverload, Techno-Techno-Invasion, Techno-Complexity, Techno-Insecurity, TechnoUncertainty) unterschieden (Tarafdar, Tu, Ragu-Nathan, & Ragu-Nathan, 2007).
Im Verlauf der digitalen Transformation wird ein erhöhtes technologisches Stressaufkommen zu erwarten sein. Dass eine jede Veränderung zudem nicht ohne Mitarbeiterwiderstände zu vollziehen ist, wird im Change Management deutlich (Doppler & Lauterburg, 2008). Besonders häufig sind diesbezüglich aktive und passive Mitarbeiterwiderstände zu erkennen Heidenreich& Talke, 2020). Die empirischen Belege über die Konsequenzen solcher Widerstände sind vielfältig und reichen von reduzierter Arbeitszufriedenheit (Amiot, Terry, Jimmieson, & Callan, 2006) und Leistungsbereitschaft bis zu einem erhöhten Fluktuationsrisiko (Oreg, 2006) oder psychischen sowie physischen Beeinträchtigungen (Ciampa, Balducci, Avanzi, & Fraccaroli, 2018).
Inwieweit Mitarbeiterwiderstände im Zuge der digitalen Transformation durch Technostress begünstigt werden und wie diesen ggf. entgegengewirkt werden kann, wird primäres Ziel dieser Dissertation sein. Dazu wurde ein theoretisches Modell einer moderierten Mediation entwickelt, das innerhalb zweier quantitativer Studien geprüft werden soll. Als Analysemethode der Kausal- bzw. Zusammenhangshypothesen soll ein
Strukturgleichungsmodell genutzt werden. Dieses wird mit der statistischen Software SmartPLS ausgewertet. Innerhalb des Projektplans dieser Forschung wird aktuell die erste Studie operationalisiert. Der dazu zu nutzende Fragebogen befindet sich in der Konzeptionierung. Die geplante Feldzeit soll Mitte November 2020 beginnen und eine nichtprobabilistische Stichprob mittels Schneeballverfahren adressieren.
Diese Dissertation trägt aus wissenschaftlicher Perspektive dazu bei, umfangreiche Kenntnisse über die Entstehung Technostress basierter Mitarbeiterwiderstände zu gewinnen. Der praxisbezogene Beitrag ergibt sich in der Konzeption von Maßnahmen, welche die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter während der digitalen Transformation steigern sollen.
 
•    Abel, J. (2018). Kompetenzentwicklungsbedarf für die digitalisierte Arbeitswelt.
•    Amiot, C. E., Terry, D. J., Jimmieson, N. L., & Callan, V. J. (2006). A longitudinal investigation of coping processes during a merger: Implications for job satisfaction and organizational identification. Journal of Management, 32(4), 552–574.  
•    Ciampa, V., Balducci, C., Avanzi, L., & Fraccaroli, F. (2018). The effect of perceived organizational change on psychological well-being and work-related stress: A longitudinal study. Psicologia Sociale, 3, S. 251-266.
•    Cisik, A. (2017). Die Zukunft der Arbeit Ergebnisse einer empirischen Studie Inhalt. Mönchengladbach.
•    Fettig, K., Gacic, T., Koskal, A., Kuhn, A., & Stuber, F. (2018). Impact of Industry 4.0 on Organizational Structures. 2018 IEEE International Conference on Engineering, Technology and Innovation, ICE/ITMC 2018 - Proceedings.
•    Frey, B. C., & Osborne, M. A. (2013). THE FUTURE OF EMPLOYMENT: HOW SUSCEPTIBLE ARE JOBS TO COMPUTERISATION. In Oxford University
Engineering Sciences Department. Oxford.
•    Heidenreich, S., & Talke, K. (2020). Consequences of mandated usage of innovations in organizations: developing an innovation decision model of symbolic and forced adoption.  AMS Review, 43(4), S. 528-544.
•    La Torre, Esposito, Sciarra, & Chiappetta, (2019). Definition, symptoms and risk of techno-stress: a systematic review. In International Archives of Occupational and Environmental Health, 92 (1), 13-35.
•    Oreg, S. (2006). Personality, context, and resistance to organizational change. European Journal of Work and Organizational Psychology, 15(1), 73–101.  
•    Sarabadani, Carter, & Compeau, (2018). 10 Years of Research on Technostress Creators and Inhibitors : Synthesis and Critique. In. Twenty-fourth Americas Conference on Information Systems, New Orleans, 2018, 1-10.
•    Srivastava, S. Chandra, S. Shirish, A. (2015). Information Systems Journal, 25 (4), 355401.
•    Tarafdar, Tu, Ragu-Nathan, & Ragu-Nathan (2007). The impact of technostress on role stress and productivity. In Journal of Management Information Systems, 24 (1), 301328.
•    Torre & Sarti, (2019). Themes and Trends in Smart Working Research: A Systematic Analysis of Academic Contributions. In HRM 4.0 For Human-Centered Organizations, 23, 177-200.

 

Vortragende: Gergana Lilligreen

Datum & Uhrzeit: 11.11.20, 17 Uhr s.t., via Zoom

Gastgeber: Prof. Stefan Müller, Prof. Alexander Wiebel

Titel: Augmented-Reality in der Bildung: Implementierung und Evaluation von Interaktionstechniken an der Hochschule und in der Natur

Abstract:

Augmented-Reality (AR) und Virtual-Reality (VR) gehören zu den zukunftsweisenden Technologieentwicklungen, die aktuell besonders viel Aufmerksamkeit erhalten. AR wird von Gartner nicht nur als ein allgemeiner Technologie-Trend, sondern auch als eine wichtige Zukunftsperspektive im Bereich der Bildung gelistet.
Der Aspekt der Nutzerinteraktion ist in AR-Applikationen oft sehr rudimentär präsent und das Augenmerk wird häufig auf die Visualisierung gelegt. Von der Lehr- und Lernforschung ist aber bekannt, dass man am effektivsten lernt, wenn man selber aktiv ist und nicht nur als Rezipient für Inhalte agiert.
In zwei Fallstudien sollen für den interaktionsreichen Einsatz von AR in der Lehre Softwaremodule entwickelt werden und aus verschiedenen Blickwinkeln analysiert werden. Ziel der ersten Fallstudie ist es identifizierte Probleme in einer Hochschullehrveranstaltung (Audiovisuelle Produktion) mit Hilfe einer neuartigen AR-Anwendung zu lösen und gleichzeitig die Vorteile der AR in ein handlungsorientiertes Unterrichtsszenario zu integrieren. Die AR-Anwendung ist im Rahmen der Dissertation zu entwickeln und es soll darauf eingegangen werden welche Aufgaben und Methoden in Kombination mit Augmented-Reality sinnvoll sind. Dabei sind die Interaktionen im realen und virtuellen Raum zu erforschen und durch die Entwicklung von geeigneten Schnittstellen zu verbessern. Die erzielten Ergebnisse sollen in Bezug auf Nützlichkeit und Umsetzbarkeit diskutiert und iterativ in die Weiterentwicklung der AR-Lehranwendung eingearbeitet werden.
Eine zweite Fallstudie soll den Einsatz von Augmented-Reality für die Umweltbildung behandeln. Hier soll AR draußen, in der Natur, eingesetzt werden. Es soll untersucht werden, wie in diesem Kontext Unsichtbares sichtbar gemacht werden kann, z. B. unterirdische Visualisierungen, und wie die User damit interagieren können. Bei der Entwicklung sollen besonders AR-Techniken, die auf Phantomobjekte und virtuelle Löcher basieren genutzt werden und für die AR-Interaktionstechniken und Visualisierung im Outdoor-Bereich sollen, entsprechend des Kontexts, Metaphern und Richtlinien ausgearbeitet werden. Sich bei den initialen Untersuchungen ergebende Fragen sollen technisch und theoretisch angegangen werden und Lösungen dafür gefunden werden.

 

 

Vortragender: Mohsen Jadidi

Datum & Uhrzeit: 18.11.2019, 17 Uhr s.t., via Zoom

Gastgeber: Jun.-Prof. Tobias Krämer, Prof. Claudia Wagner

Titel: Inequality in Creative Careers: Networks Capitals and Success

Abstract:

Despite considerable attention from policy and research, inequality remains one of the pressing issues of our society. One of the domains that inequality introduces dire consequences on individual and group's well-being is career development. Jobs are more than just a source of income; they often become a core aspect of identity enabling the development of new skills, and the forging of enduring attachment. Previous studies highlight the role of individual investment in their careers and the impact of structural and cultural conditions that help or hinder individuals' and groups' access to necessary resources for success. However, the expensive and tedious data collection procedures have limited these studies to specific demographics, culture, time, and space.

In this thesis, I will tap into the temporal, spatial, and social resolution of digital behavioral data to investigate the various aspects of career development and shed light on the extent to which inequality manifests and its underlying mechanisms. I will draw on methods from social network analysis and theories from sociology and cultural sociology to provide an interdisciplinary assessment of inequality in the career of scientists and musicians. I will demonstrate how different social (collaboration) and cultural practices (music genres) form a structural inequality in which specific individuals or groups (e.g., gender) occupy an advantageous position to available resources within a socio-cultural system. I will discuss how and to what extent these resources associate with higher career success.