Prüfungen in Zeiten von Corona, Umfrage und Entwurf einer PO-Regelung

Entwurf einer Rahmen-PO (30.6.2020)

In den letzten Tagen tauchte ein Entwurf einer "Rahmen-PO" auf und ich habe viele Rückfragen bekommen, da dieser Entwurf angeblich auf unserer u.g. Coronasatzung basiert und bereits in wenigen Tagen im Senat behandelt werden soll. Deshalb möchte ich mich distanzieren: ich war an der Entwicklung einer Rahmen-PO nicht beteiligt und der Entwurf greift leider gar keinen (!) der von uns erarbeiteten Aspekte oder Grundgedanken auf. 

Fachbereichsrat FB4 beschließt den PO-Entwurf (24.6.2020)

In der heutigen Sitzung hat sich der FBR des FB4 für den Coronasatzungsentwurf vom 14.6. ausgesprochen und Prof. Müller beauftragt, die weiteren Schritte anzustossen.

Entwurf und Vorschlag für das weitere Vorgehen (14.6.2020)

Auf Basis von insgesamt 5 Workshops und einer FB- und Campus-übergreifenden Umfrage zum Meinungsbild entstand folgender Entwurf für zusätzliche Regeln zu den Prüfungsordnungen. Es wurden nur Punkte übernommen, die mindestens eine 75% Akzeptanz bei Prüfern und Studierenden hatten (bis auf eine Ausnahme und der neue Zusatz in Bezug auf die Regelstudienzeit).

Entwurf: PO-Regelungen_14_06_20.pdf

Eine Umsetzung noch vor der anstehenden Prüfungsphase bedeutet schnelles Handeln und es gibt zwei Varianten:

Einzeländerungen: die Fachbereiche beschließen die PO-Änderungen [1], der Senat nimmt Stellung [2, Satz 1]. Die Präsidentin genehmigt und zeigt dem Ministerium an [3]. 

Bei den FBR-Beschlüssen wäre eine Formulierung hilfreich, dass jemand ermächtigt wird (am besten die PA-Vorsitzenden), ggf. Ergänzungen vorzunehmen, wenn diese durch die Verhandlungen mit der Präsidentin oder ihrer Rechtsabteilung nötig werden.

Übergreifende Änderung: der Senat beschließt eine übergreifende PO-Änderung im Benehmen mit den Fachbereichen [2 Satz 2]; der Rest bleibt gleich.

Hilfreich wäre eine Abstimmung mit dem Ministerium, dass die Änderungen schon nach der Genehmigung der Präsidentin und damit vor der Veröffentlichung im Verwaltungsblatt angewendet werden dürfen.

[1]: §86 Abs. 2(3) HochschulG; [2]: §76 Abs 2 (6) Satz 1 HochschulG [3]: §7 Abs. 3 HochschulG

Umfrage

Die meisten sind sich einig, dass die Regelungen für Prüfungen an unserer Uni adaptiert werden sollten, wobei es inzwischen zeitlich fast unmöglich scheint.

Umgekehrt entsteht der Eindruck, dass einige (vielleicht sogar viele) Regelungen tatsächlich konsensfähig sind. Daraus resultiert die Hoffnung trotz der kurzen Zeit noch notwendige Alternativen verabschieden zu können. Einen Versuch ist es wert.

Auf Basis verschiedener Ausnahmeregelungen anderer Hochschulen und nach Diskussionen in verschiedenen Workshops (2 davon FB-übergreifend) ist ein grober Entwurf entstanden, der als Grundlage für eine universitätsweite Meinungsbildung dienen kann. 

Die Umfrage soll helfen, Regelungen zu identifizieren, die sowohl bei Prüfern, als auch bei Studierenden konsensfähig sind, um die Weichen für die satzungsgebenden Organe zu stellen (10 Fragen, Dauer 10 min)

Koordination: Prof. Dr. Stefan Müller

Ergebnisse der Umfrage 

Die Umfrage ist abgeschlossen, vielen Dank für die Teilnahme.. 

Anzahl der Antworten (Stand 10.6. 19:45 Uhr)

  • Mitarbeiter und Professoren:  31
  • Studierende:                              184

Auswertung: Auswertung_14_6_20.pdf

 

Es könnte unter Umständen hilfreich sein, für Prüfungen, egal in welcher Form sie stattfinden, mehr Alternativtermine zu erlauben (statt zwei Klausurterminen pro Modul pro Klausurphase, eher 3 oder 4 zulassen), um den Studierenden mehr Möglichkeiten bei der Einteilung ihres Arbeitsaufwands zu geben.

Vielen Dank für die großartige Arbeit!

Es ist wichtig, dass in dieser Zeit die Mehrbelastung der Studierenden berücksichtigt wird. Es ist unrealistisch zu erwarten, dass Studierende in ihrer 1-Zimmer-Wohnung oder ihrem 20 Quadratmeter WG-Zimmer genau so produktiv sind wie in einem Vorlesungssaal und in der Bibliothek. Zusätzlich sind die zusätzlichen psychischen Belastungen durch fehlende Kontakte aber auch die Gesamtsituation oder gar finanzielle Notlagen aufgrund dieser nicht zu unterschätzen. Gerade deshalb ist es wichtig die Belastung zu reduzieren (z.B. durch Freiversuche) und den Studierenden so Ängste zu nehmen. Eine Verlängerung der Regelstudienzeit ist unbedingt notwendig, wenn die Phrase "es soll keinem Studenten ein Nachteil entstehen" glaubwürdig erscheinen soll. Nicht nur durch die oben genannte Mehrbelastung sondern auch durch ausgefallene Praxisveranstaltungen sind viele Studierende dazu gezwungen ihr Studium unfreiwillig zu verlängern und könnten ohne Anpassung der Regelstudienzeit ihre Finanzierung durch Bafög verlieren.

An vielen Stellen steht, dass Aufnahmen nicht erlaubt sind. Ich habe mir da nur die Frage gestellt, ob das bei Konventionellen Prüfungen auch nicht erlaubt ist. Man sollte dies bei beiden Prüfungsformen gleich behandeln, falls dies nicht der Fall ist. (Habe bei einem schnellen Querlesen der PO vom FB4 nichts dazu gefunden.)

Zu Punkt 6.2 Chancenregelung und Nachteilsausgleich, habe ich die vierte Antwortmöglichkeit genommen, in der Annahme, dass diese die dritte Antwortmöglichkeit ergänzt. Sollte ich mich irren, fände ich es besser, wenn Fehlversuche nicht zählen.

BAföG sonder Regelungen?

Falls dies an der Stelle ggf. fehl am Plätze sei, bitte ich dies zu entschuldigen. Allerdings sollte folgendes nicht unerwähnt bleiben, gerade weil es in der Prüfungsordnung einen eigenen Paragraphen darstellt. Es geht um die Regelstudienzeit. Nachdem KommilitonInnen und ich feststellen mussten, dass in diesem Semester die Aufgabenlast gegenüber von Präsenzsemestern immens zugenommen haben, und die Gelegenheit in Übungen Nachfragen zu stellen gen Null gehen (und auf Foren verwiesen wird, auf die im Schnitt erst innerhalb von zwei Tagen Reaktionen erfolgen), verkürzte Abgabenfristen, ignorieren von Feiertagen, ausgefallene Forschungspraktika, alles auf Montag vorziehen statt Verteilung über die Woche wie zur Präsenzzeit etc. wäre es in Hinblick auf Nachbar Bundesländer und entgegen unseres Platz 16 von 16 Wissenschaftsminister sicher eine enorme Entlastung die Regelstudienzeit für alle um ein Semester zu erhöhen. Die Bafög-Ämter sind derzeit auch überlastet sodass eine finanzielle Sorge auch nicht gerade förderlich einwirkt. Vielen Dank für die Möglichkeit zur Partizipation, das stärkt das Vertrauen ungemein.

Großes Lob an den PA für die vielen, m.M. nach sehr sinnvollen Vorschläge. Ich als Student, der mit seinen Lernstil maßgeblich von Präsenzübungen mit einem Tutor profitiert, empfände es sehr entlastend, wenn nicht bestandene Klausuren in diesem Semester als nichtig betrachtet werden. Dies wäre für mich ein sehr angemessener Ausgleich der Nachteile, die vielen Studierenden durch fehlende Präsenzveranstaltungen in diesem Semester entstanden sind. Eine Regelung, generell auch bestandene Klausuren nichtig erklären zu können, wäre sicherlich aus Sicht der Studierenden noch vorteilhafter, im Hinblick auf einen Kompromiss mit den Lehrenden/Prüfer*innen der Universität, ist hier aber erstere Variante wahrscheinlich mehrheitsfähiger. Gerade z.B. um "überfüllte" Klausuren in den nächsten Semestern zu vermeiden. Mit freundlichen Grüßen S.
[Anm. der Red. Name gelöscht]

take home Klausuren, finden schon seit Jahren in den USA statt, warum in Deutschland es zu erst zu Pandemie kommen muss, dass so was mal angeboten wird, ist echt traurig. Prüfungen können in der Digitalisierung eine andere Gestalt annehmen, besonders, eröffnet es die Möglichkeit Eltern oder Menschen mit Krankheiten mehr Prüfungleistungen im Semester abzulegen.

Online-Proctoring - Das Gegenteil von Datenschutz und Datenhoheit. Abgesehen davon gibt es viele, wie ich, die an ihrem üblichen Arbeitsplatz keine Webcam haben und an z.B. Laptop's diese sicher verschließen. Eine ordentlich gestellt Klausur fragt wissen so ab, dass man auch mit Hilfsmitteln nicht gut abschneidet, wenn man nicht gelernt hat. Massive Eingriffe in die Privatsphäre sind daher unnötig bis schädlich.

Die Dinge, wo ich dagegen war, hatten größtenteils damit zu tun, dass Sie zu unklar definiert waren. Z.B. wie will man sichergehen, dass der Verdacht auf Sabotage der Internetverbindung des Studierenden legitim ist? Es gibt viele Möglichkeiten, das scheinbar wahrhaft zu machen. Auf der anderen Seite kann es vorkommen, dass es nur eine lokale Störung bei einem Studierenden geben kann, dass dessen Internetverbindung gerade an der Prüfung abbricht. Ein Prüfer hat hier nichts mehr als dessen eigene Intuition, hier zu urteilen, ob ein Studierender vorsätzlich versucht, einen Nachtermin zu bekommen. Es ist aus meiner Sicht nicht beweisbar, ob ein Studierender wirklich vorsätzlich dessen Internetverbindung verschlechtert oder abbricht, wenn der Prüfer nicht wirklich weiß, wie man das machen kann. Hier müsste eine intelligentere Regelung mit IT-Fachleuten gefunden werden.

Veni vidi vici

Sofern möglich, kann ein Auslandsaufenthalt durch eine Zusammenarbeit mit einem ausländischen Unternehmen oder einer ausländischen Universität ersetzt werden. Das Zusammentreffen mit der Kultur bleibt zwar aus, doch die Kommunikation mit Betreuern und Ansprechpartnern der ausländischen Fakultät und die Möglichkeit der Kontaktknüpfung für ein internationales Netz besteht.

Was ist mit Modulen, die bis jetzt noch nicht angeboten wurden, da angeblich unbedingt die Präsenz in der VL nötig ist. Wird dies in der Klausur berücksichtigt? Den selben Stoff in kürzerer Zeit durchprügeln ist unsinnig....

Keine

- generell die für jegliche Prüfung o.ä. verwendete Konferenzplatform benötigt Einverständnis aller Beteiligten, eine Zwangsauswahl durch den Prüfer oder eine Mehrheit ist nicht möglich -zu (bei einigen Prüfungen wird eine Beobachtung durch den Prüfer benötigt (Zahlvergessen)): Wie wird geregelt, wenn der Prüfling, möglicherweise durch finanzielle Gründe, keine den Anforderungen entsprechendes Aufnahmegerät besitzt, sodass die Anforderungen an Qualität von Anfang an nicht entsprochen wird? (Bereitstellung durch die Prüfer/Uni-Seite möglich ?) - Unklarheit bei 2.7: Zeitgebung mit 24:00 ist unklar definiert als in, bedeutet es 24:00 am Ende des Abgabetags oder 00:00, also Beginn des Abgabetags. Klare Formulierungsvorschlag: 23:50 des Abgabetags - Zutrag zu 6.1, "Attest hilfreich": spezifisch hinzufügen, dass ein Attest hilfreich ist, ABER nicht vorraussgesetzt werden kann. - zu 9: wie wird das Ausschließen von Zuhören/Zuschauen dritter Parteien ausgeschlossen? Bsp: BBC, 24 April, 2020: "Zoom support meeting 'hacked' with child abuse images" Independen, 2 April, 2020: "Zoom: is it secure, can it be hacked, and how do you use it safely?"

Ich erachte alle Vorschläge als ausgesprochen sinnvoll!

Wie sieht es denn mit noch geplanten Auslandssemester aus? Im Master ja Pflicht aber absolut unrealisierbar für mindestens ein weiteres Jahr. Wie soll sowas geregelt werden? Nur am fehlendem Auslandssemester, obwohl alle ects erbracht sind, sollte ja kein Studium scheitern. Generell sollte es vielleicht eher freiwillig sein und nicht Pflicht.

Keine, sehr fundiertes Konzept, alle Vorschläge empfinde ich als großes entgegenkommen

Da sämtliche Nachholklausuren schon im vollen Gange sind wird es für die „Freischuss“ Reglung sicherlich bereits zu spät sein. Sehr schade ! Andere Unis sind da wiedermal weiter was das angeht.

Es wäre sehr erfreulich, wenn man die Nachklausuren des Sommersemesters 2019 im Zeitraum Juli - Oktober 2020 wiederholen könnte, da es nicht gerade ideal ist, dass man die Nachklausuren zum jetzigen Zeitpunkt nachholt. Es ist für mich schlicht nicht möglich mein Wissen erneut aufzufrischen und gleichzeitig für dieses Semester zu lernen (+ Abgabeblätter bearbeiten.

Bei Beschluss abweichender und hier nicht aufgeführter alternative Prüfungsformen durch den/die Prüfer und den Prüfungsausschuss sollten auch die betroffenen Studenten verpflichtend einbezogen werden, um sich auf eine Prüfungsform festzulegen, die möglichst viele der Studenten wahrnehmen können. (Internetproblematik, keine Webcam/Mikrofon,...) - zumindest jetzt ist der Markt lieferbarer Webcams zu annehmbaren Preisen leergefegt und die Digitalisierungswüste Deutschland bietet immernoch nicht jedem Bürger einen Breitbandanschluss.

Hilfreich wäre diese Regelung auch für Prüfungsleistungen aus dem WS19/20, die in der zweiten Klausurphase März/April nicht wahrgenommen werden konnten und bis zum heutigen Tage noch nicht wiederholt wurden.

Ich finde es wichtig, für etwaige Onlineprüfungen nicht auf Windows angewiesen zu sein. Etwaige Videokonferenzlösungen sollten also auch unter Linux und idealerweise im Browser, also ohne extra Anwendung, funktionieren (z.B. Jitsi oder BigBlueButton)

Grade für Nachholklausuren wie in meinem Fall im 4.Versuch wäre es sehr vorteilhaft einen Freiversuch einzuräumen, wie er an vielen Unis momentan praktiziert wird, da die Vorbereitungszeit grade bei einem so wichtigen Versuch enorm beeinträchtigt wird und die Alternative nur darin besteht noch ein Wintersemester dranzuhängen.

Bei den Konferenzsystemen zur Video und synchronen Online-Lehre sollte die Universität bei ihrem Konzept der freien Systeme wie BBB, Jitsi und Co bleiben, da diese 1. für jedes Betriebssystem möglich sind, 2. als Open-Source-Projekte keine / nicht gewollte Hintertüren haben, 3. die Server dazu in Deutschland stehen und 4. kein Geld "unnötig" in proprietäre Projekte fließt.

die Abwicklung der Prüfungen, die im März/April stattgefunden hätten, nun bis Mitte Juni nachzuholen ist für die Studierenden fast unmöglich, da durch parallel laufende Module für diese Prüfungen nicht gelernt werden kann. Ebenso umfasst jedes belegte Modul dieses Semester fast das doppelte an Zeit bedingt durch die Online - Lehre.

Ich denke die neuen Umstände haben das Semester für alle Studierenden um einiges erschwert und dies sollte nicht zu schlechteren Noten aufgrund einer Pandemie führen.

Auslandssemesterregelung überdenken. Auch für kommende Semester sind Auslandssemester zum Teil nicht möglich oder nur unter absurden Auflagen. Was bringt ein Auslandssemster an einer ausländischen Uni, wenn dort nur digital gelehrt wird? Chancengleichheit: Im Gegenzug zu möglichen Befreiungen von Auslandssemestern wegen Corona und ähnlichem, sollten im Sinne der Chancengleichheit auch Studierende, die zu diesem Zeitpunkt bereits in einem Studiengang mit Pflichtauslandssemester davon befreit werden, da ein Auslandssemster neben den tollen Erfahrungen, die man sammelt auch enorme (organisatorische und finanzielle(insbesondere für Studenten ohne Bafög)) Belastungen mit sich bringen.

Zur Frage, ob Fehlversuche angerechnet werden sollen oder nicht möchte ich anmerken, daß die Option "falls unzufrieden, löschbar" mir zu weit geht. Es gibt in Koblenz ansonsten ja nie die Möglichkeit einen "Verbesserungsversuch" zu machen, und genau das wäre dies ja, das fände ich unfair den Studierenden gegenüber, die eine Klausur schon bestanden haben und keine Möglichkeit haben diese zu verbessern. Fehlversuche nicht anzurechnen finde ich aber in Ordnung und wird so ja auch schon bei vielen Universitäten außerhalb RLP gehandhabt.

Ein Zwang zur Videoaufzeichnung des Prüfenden bei einer mündlichen Prüfung mag sinnvoll erscheinen, sorgt aber auch für Nachteile auf Seiten solcher Studierender die keine Webcam o.Ä. besitzen. Die Smartphonekamera kann da sicherlich auch als Ersatz herhalten, dort halte ich aber das Schummelpotential für höher, da der Blickwinkel der Kamera dynamischer gewählt werden kann. Eine Prüfung dieser Form halte ich also für chancenungleich und ein Take Home Exam o.Ä. scheinen mir dann schon bessere Alternativen zu sein.

Danke für Ihr Engagement!!!

Proctored Exams können nur zugelassen werden wenn es eine Alternative gibt. Z.B. durch das Zeigen des kompletten Raums könnten weitere Personen des Haushalts unfreiwillig gefilmt werden und es ist ein Raum ohne verdächtige Gegenstände wie Notizen oder elektronische Geräte etc notwendig - was für viele Studenten schlecht machbar sein dürfte oder zu einem Umzug an einen unergonomischen Arbeitsplatz führen könnte. Au´ßerdem wäre dies ein tiefer Eingriff in die Privatsphäre.

Natürlich sollten keine Nachteile für Studierende entstehen. Dennoch sollte man es nicht übertreiben. Ich bin beispielsweise aktuell noch im Auslandssemester an der Universität Tartu. Innerhalb von wenigen Stunden wurde hier das Lehrkonzept auf Onlinevorlesungen umgestellt. Auch Prüfungsformate wurden innerhalb kürzester Zeit ermöglicht nach dem Ermessen der Professoren, die in einem Austausch innerhalb der Vorlesung zusammen mit den Studierenden passende Lösungen gefunden haben. Besonders positiv sind dabei Online-Klausuren mit Zoom und einer Lernplattform (in dem Fall "Moodle", gegebenenfalls ermöglicht OLAT ähnliche Dinge) aufgefallen. So hatte der Prüfer auch Möglichkeiten Missbräuche zu kontrollieren (jede Person sitzt in einem Breakout Room in Zoom und teilt durchweg den Desktop, sowie ein Webcam Bild). Der Prüfer kann zu jeder Zeit sehen, was bei einzelnen Studierenden gemacht wird, sodass eine Kommunikation zwischen Studierenden in dieser open-book Klausur größtmöglich unterbunden werden kann. Viel Erfolg bei der Findung von Lösungen!

Lieber Herr Prof. Wehner, es wäre toll wenn Sie das Problem des Nachteilsausgleichs auch an unserer Universität Koblenz berücksichtigen und vertreten. Speziell geht es hier um den finanziellen Rückhalt und Unterstützung der Studierenden. Dafür muss weiterhin dafür gesorgt werden, und auch wirklich zeitnah in RLP umgesetzt werden, dieses Sommersemester 2020 weiterhin nicht auf die Regelstudienzeit anzurechnen. Somit entstehen keine Nachteile beim BAföG, es verlängert sich weiterhin die studentische Krankenversicherung und viele weitere existenzsichernde Effekte für uns Studierende. Andere Bundesländer wie NRW, haben über eine Landesverordnung dies bereits umsetzen können und lt. offizieller Pressemitteilung nun auch dafür gesorgt, dass sich entsprechend explizit das Bafög nun um mind. 1 Semester erhöht, da die Regelstudienzeit erhöht wurde und das Bafög sich nach Landesrecht der Regelstudienzeit der einzelnen POs orientiert. Die Goethe Universität Frankfurt hat auch bereits per PO-Anpassung für aktuell immatrikulierte Studierende dafür gesorgt, dass man länger BAföG erhält und die Krankenversicherung verlängern kann und die Regelstudienzeit einfach um 1 Semester erhöht. Weitere Bundesländer sind uns ebenfalls voraus, wie z.b. auch Sachsen oder Bayern. Vielleicht, wenn wir über die Politik hier in RLP keinen Erfolg haben, können Sie intern über unsere Uni und dem Instrument der PO, dafür sorgen, dass wir auch ebenfalls ein Pauschalentscheid für 1 zusätzliches Semester erhalten, insb. in Bezug auf Bafög und Student. Krankenversicherung. Ich wollte Sie nur schonmal darüber kurz informieren und hinweisen, dass Sie diesen Zustand auf dem "Radar" haben und ggfs. über eine Anpassung der PO uns helfen können, wenn in RLP immer noch kein politischer Entscheid oder ein "Kann/Solidar,etc.-Semester" eingeführt wird. Vielen Dank!

(Pflicht-) Auslandsaufenthalte sollten auch als anerkannt gelten, sofern diese noch nicht angetreten wurden, jedoch durch die dortige Universität abgesagt wurden. In meinem Fall wurde bereits für das kommende Wintersemester mein Pflicht-Auslandssemester durch die dortige Universität aufgrund von Corona abgesagt. Eine Bewerbung anderswo ist mir aufgrund den Nominierungsdeadlines nicht mehr möglich.

An anderen Hochschulen (um nicht allzuweit schauen zu müssen) wie bspw. der Hochschule Koblenz (Fachhochschule) kann bereits seit geraumer Zeit der Prüfungsbetrieb durch Online- und Take Home Klausuren sichergestellt werden, während die Klausurenphase an unserer Uni stationär und vor Ort ausgerichtet wird. Als angehöriger einer Risikogruppe finde ich diesen Umstand nahezu diskriminierend, wenn man bedenkt dass einige (wenige) Kilometer weiter ein wirklich gutes Konzept umgesetzt wird. Noch dazu sind die Fristen von der Bekanntgabe des Klausurtermines bis zur vor Ort stattfindenden Klausur teilweise weit unter denen, der vom HSPA bekanntgegebenen 4 Wochen (Einführung in die Investition und Finanzierung, Bekanntgabe des Prüfungstermines: 20.05.2020, Datum der Klausur: 05.06.2020). All diese Umstände und die Erweckung einer "Hau Ruck" Metalität nach dem Grundsatz "Wird schon nicht schief gehen" erwecken nicht unbedingt ein Vertrauen in die Universität und den Lehrbetrieb.

Ich finde, dass das Semester stark erschwert ist, im Sinne vom Lernaufwand. Deshalb würde ich es begrüßen wenn man uns bei den Prüfungen entgegen kommen würde.

Danke für die Abfrage. Klingt sehr konstruktiv!

Die vorgeschlagenen Regelungen sollten auch für alle bereits in der Corona-Situation abgelegten Prüfungen seit März/April geltend gemacht werden können.

Eine nicht so strenge Bewertung der Klausuren, die während der Pandemie stattfinden.

- Ich finde es schwierig, dass die 5 Punkte unter "Leitsätze" (erste Frage) unter einer Frage abgestimmt wurden. Beispielsweise stimme ich dem dortigen Punkt 1 (Gesundheitsschutz an oberster Stelle) natürlich voll zu, wäre aber eher für ein Nichtsemester. - Begründung zur Ablehnung von Punkt 5.2: Ich bin strikt gegen dein Einsatz von Proctoring-Software wie z.B. Proctorio, welche Videoüberwachung, Gesichtserkennung, etc. einsetzt und somit massiv in die Persönlichkeitsrechte von Studierenden eingreift. An dieser Stelle hätte ich eine kurze Erklärung zum Thema Proctoring-Software gut gefunden, da den meisten dieser Begriff nicht geläufig sein dürfte, was somit das Abstimmungsverhalten verzerren könnte.

Kurzfristige Abmeldung von Prüfungen: Hier sollte eine ärztliche Bescheinigung vorgelegt werden, dann die 48 h- Regelung.

Ihre Umfrage lässt keine Zwischenwerte zu, was bei gebündelten Fragen schwierig ist. Es werden nicht alle Prüfungsformen berücksichtigt.

(1) Mündliche Sprachpraxisprüfungen (in den Fremdsprachen Englisch und Französisch sowie ggf. im DaF/DaZ Bereich) sollten m.E. während der Corona-Phase vornehmlich via Videokonferenz stattfinden - außer, es wird von dem Prüfling ausdrücklich eine face-to-face Prüfung eingefordert. (2) Die Regel, dass die Prüfung bei Nichtbestehen im Folgesemester wiederholt werden muss, sollte m.E. aufgeweicht werden in den Fällen, in denen aufgrund von Corona ein abweichendes Prüfungsformat angeboten wird und in den Fällen, in denen die/der Studierende krankheitsbedingt/vorerkrankungsbedingt nicht an einer Prüfung teilnehmen kann/sollte. (3) Bezüglich des Auslandssemesters wäre mein Vorschlag, dass diejenigen Studierenden, die vorhaben, den Master ebenfalls in Koblenz oder Landau zu absolvieren (was auf die Mehrzahl der B.Ed. Studierenden zutreffen sollte), den Auslandsaufenthalt "nachholen" dürfen und müssen. Es müsste hierzu eine verlängerte Doppeleinschreibung in den Bachelor/Master ermöglicht werden. Ein Problem sehe ich bei den Zwei-Fach-BA Kandidaten, die kurz vor dem Bachelor-Abschluss stehen und den Auslandsaufenthalt aufgrund von Corona nicht antreten oder zu Ende führen konnten. Hier wäre evtl. zu überlegen, ob der Auslandsaufenthalt durch eine andere Leistung ersetzt werden kann, die (a) den Lernenden Sprachpraxis verschafft und (b) zur Überprüfung der mündlichen Sprachkompetenz dienen könnte.

Bei 1. fehlt meines Erachtens ein Zusatz, dass eine Präsenzprüfung vorzuziehen ist, solange alle gesundheitlichen Maßnahmen eingehalten werden können. Zu 10.: Das kann nicht so verallgemeinert werden. Das bedeutet, dass dann die Leistung auch als erbracht gilt?