Im Dialog: "Globalgeschichte im Unterricht – Eine Chance zur fächerübergreifenden Kooperation?!"

Datum:      29.01.2019

Uhrzeit:     14:00 - 18:30 Uhr

Raum:       D238

Dozentin:  Dr. Christian Grieshaber

Seminarbeitrag: 25€ (Studierende 10 €)

Anerkennungs-AZ:18ZfL22009

Anmeldung

Gab es auch früher schon eine „Flüchtlingskrise“? Welche Lösungen und Konzepte wurden in der Vergangenheit für den Umgang mit Flüchtenden gefunden und wie sind diese zu bewerten? Wären diese auch heute und in naher Zukunft sinnvoll? Was sind Bedingungen und Folgen des Wachstums der Weltbevölkerung in Vergangenheit und Gegenwart? Welche Folgen hatte die rasante technische Entwicklung der modernen Fernkommunikation zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf ein globales Zusammengehörigkeitsgefühl? Wo verlaufen globale Konfliktlinien des 21. Jahrhunderts und wann entstanden diese?. Globalgeschichte als eine „Interaktionsgeschichte innerhalb weltumspannender Systeme“ (Jürgen Osterhammel) ist in den letzten zehn Jahren zu einem der wichtigsten Felder der Geschichtswissenschaft geworden und lässt sich nicht nur für den modernen Geschichtsunterricht nutzen, sondern auch mit den Curricula anderer nicht-geisteswissenschaftlicher Fächer verknüpfen (zum Beispiel der Sprachen). So lassen sich die anfangs aufgeworfenen Fragen zu demographischen Veränderungen aber auch im Mathematikunterricht berechnen bzw. Migrationsbewegungen im Erdkundeunterricht räumlich verorten. Ebenso eignen sich globalgeschichtliche Themen für den bilingualen Sachfachunterricht. Dabei werden die Kernkompetenzen des von der KMK mit entwickelten Lernbereichs Globale Entwicklungen unter Einbezug politischer, gesellschaftlicher, wirtschaftlicher, ökologischer und kultureller Faktoren vermittelt. Gerade in Zeiten angeblich einfacher Lösungen in einer immer unübersichtlich werdenden globalisierten Welt und angesichts eines multikulturellen Klassenzimmers werden das begründete Nachdenken über die Folgen einer vernetzten Welt und die Vermittlung von Kompetenzen für das globale Zusammenleben immer wichtiger.

Die Fortbildung richtet sich sowohl an Lehramtsstudierende, Referendare als auch an erfahrene Lehrkräfte der Fächer Geschichte, Sozialkunde, Erdkunde, Englisch und Französisch. Sie zeigt anhand von Unterrichtmaterialien auf, wie Themen des herkömmlichen Unterrichts lehrplankonform globalhistorisch perspektiviert werden können. Dazu werden nach einer kurzen theoretischen Einführung in die Globalgeschichte, entsprechende Lehr-Lernmaterialien und Methoden der Gesellschaftswissenschaften vorgestellt. In einem zweiten Schritt sollen dann mögliche Beiträge der anderen Fächer anhand entsprechender Materialien gemeinsam erarbeitet und abschließend über interdisziplinäre Zugänge zu globalem Lernen reflektiert werden.