Infos zum Thema Studienausstieg

Umgang mit Studienzweifeln und -ausstiegsgedanken – kein Zeichen für mangelnde Leistungsfähigkeit

Vom Studienausstieg spricht man, wenn eine Studentin/ein Student eine Universität oder eine Fachhochschule endgültig ohne einen akademischen Studienabschluss verlässt.
Studienzweifel oder ein Studienaussteig werden dabei häufig als persönliches Versagen erlebt. Die Forschung zeigt jedoch, dass der Studienausstieg keine Seltenheit ist und auch leistungsstarke Studierende ihr Studium abbrechen.

Dabei gibt es für viele Studienprobleme spezialisierte Beratungs- und Unterstützungsangebote, so dass in vielen Fällen ein Studienausstieg vermeidbar ist. Je nach Situation kann auch der frühzeitige Studiengangwechsel oder -ausstieg die richtige Entscheidung sein, um die passende Alternative für sich zu finden.[1]
NeuStArt bietet Hilfestellungen, um die eigene Situation zu analysieren, Entscheidung- und Handlungsoptionen zu entwickeln und Ressourcen zu nutzen.

 

Neuanfang statt Karriereende – Optionen nach dem Studienausstieg

Studierenden mit Studienzweifeln stehen verschiedene Möglichkeiten für einen alternativen Studienweg, eine Berufsausbildung oder den beruflichen Direkteinstieg bereit, z.B.

• Studienfach- oder Hochschulwechsel,
• Fernstudium oder berufsbegleitendes Studium,
• betriebliche oder schulische Ausbildung,
• Ausbildung an Berufsakademien oder Dualen Hochschulen,
• Direkteinstieg z.B. als Trainee,
• ggf. Existenzgründung.[2]

Die Einschätzungen der Expert*innen des Arbeitsmarktes sowie der Industrie- und Handelskammer (IHK) zeigen, dass die Studiensemester vor dem Studienausstieg meistens keine verlorene Zeit gewesen sind. Studienaussteiger*innen haben zum einen wertvolle berufliche Kompetenzen erworben und gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt: Jede Studienaussteigerin/jeder Studienaussteiger nimmt aus der Studienzeit „Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen […] mit, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind“. Sie verfügen über Kompetenzen wie z.B., „sich selbstständig auch komplexe Sachverhalte zu erarbeiten und seine Schlüsse zu ziehen“ und bringen häufig eine hohe Motivation mit. [3]
Für viele Betriebe sind sie zudem „aufgrund der Kombination von höherem Lebensalter, größerem Erfahrungshorizont und bereits erworbenem Fachwissen attraktiv“, wodurch sie eine wichtige Zielgruppe für die Fachkräftesicherung darstellen. [4]
Zum anderen können ggf. bereits erbrachte Studienleistungen bei einem Studiengangwechsel sowie auch bei einer alternativen Berufsausbildung anerkannt werden, wodurch sich die Studien- oder Ausbildungsdauer verkürzen kann.[5]
Beratungsangebote wie NeuStArt können helfen, sich der eigenen Kompetenzen und Qualifikationen bewusst zu werden und zu einer neuen beruflichen Orientierung zu gelangen.

 

Forschungsergebnisse zum Verbleib vom Studienaussteiger*innen – die Neuorientierung gelingt

Die Statistik des DZHW zum Verbleib von Studienaussteiger*innen belegt, dass die berufliche Neuorientierung nach der Exmatrikulation meist gut gelingt:
So sind ein halbes Jahr nach dem vorzeitigen Studienausstieg nur 15% der Studienaussteiger*innen arbeitslos (gegenüber einer Zahl von 10% bei den Absolvent*innen), 42% gehen einer Berufstätigkeit nach und 22% haben eine Lehrstelle gefunden (Jahr: 2008).[6]

Abbildung: Beruflicher Verbleib von Studienabbrecher*innen ein halbes Jahr nach Studienausstieg

Verbleib Studienabbrecher/innen

 

 

[1] Griesbach, H.; Lewin, K.; Heublein, U. & Sommer, D. (1998): Studienabbruch. Typologie und Möglichkeiten der Abbruchquotenbestimmung. HIS-Kurzinformation (5).
[2] Quelle: https://www.arbeitsagentur.de/web/wcm/idc/groups/public/documents/webdatei/mdaw/mjqx/~edisp/l6019022dstbai686503.pdf; letzter Abruf am 09.08.2016
[3] Quelle: https://www.test.de/Studienabbrecher-Gute-Chancen-fuer-den-Einstieg-ins-Berufsleben-4952206-0/; letzter Abruf am 09.08.2016
[4] Quelle: http://www.sueddeutsche.de/news/bildung/hochschulen-nichts-erreicht---wie-unternehmen-studienabbrecher-umwerben-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-150729-99-04054; letzter Abruf am 09.08.2016
[5] Quelle: http://www.praktisch-unschlagbar.de/content/anerkennung-und-anrechnung-von-studienleistungen-3294.php; letzter Abruf am 09.08.2016
[6] Quelle: http://www.dzhw.eu/pdf/pub_vt/21/2015-03-20_heublein_dresden.pdf; letzter Abruf am 09.08.2016