Franziska Neufeld

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Abstract zum Promotionsvorhaben:

Arbeitstitel: Philosophie als „Urwissenschaft“. Der Begriff der Ursprünglichkeit und die Destruktion der Tradition in den Frühschriften Martin Heideggers

In seinen frühen Vorlesungsschriften bis hin zu Sein und Zeit bemüht sich Heidegger in immer neuen Suchbewegungen um die Fragestellung, wie die Phänomenologie den Weg zu den „Sachen selbst“ finden könne. Dabei entwickelt Heidegger in seinen anfänglichen Freiburger Vorlesungen eine Philosophie der „Urwissenschaft“ bzw. „Ursprungswissenschaft“, mit der er sich von der traditionellen Philosophie abzugrenzen versucht. Gegenstand der Urwissenschaft ist die menschliche Lebenserfahrung, die Heidegger in ihren Grundphänomenen erhellen möchte. Unter „erhellen“ versteht Heidegger die Aufdeckung der Phänomene in ihrer Ursprünglichkeit und Echtheit anhand einer radikalen Destruktion der philosophischen Tradition, wobei Heidegger auf die sogenannte Vorgriffsproblematik verweist.

In meinem Dissertationsprojekt möchte ich zum einen die Urwissenschaft, insbesondere von der lebensphilosophischen Phase Heideggers von 1918-1923 ausgehend, für eine Phänomenologie der Lebenswelt fruchtbar machen. Zum anderen stellt sich jedoch angesichts der Vorgriffsproblematik die grundlegende Frage, ob wir überhaupt zu den „Wurzeln“ bzw. „Ursprüngen“ der Phänomene gelangen können. Was ist daher das Kriterium der Ursprünglichkeit? Kann es überhaupt so etwas wie „echte“ und „ursprüngliche“ Phänomene geben? In einer systematischen Untersuchung sollen Begriffe wie „ursprünglich“, „echt“, „Anfang“, „Quelle“, „Wurzel“ in ihren jeweiligen Kontexten und möglichen Differenzen herausgearbeitet und geklärt werden und anschließend auf ihre philosophische Haltbarkeit hin geprüft werden.

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