Danka Radjenović

Stipendiatin
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Abstract zum Promotionsvorhaben


Arbeitstitel: Lebenswelt zwischen Wissenschaft und Gewissheit


Seit der Zeit, in der Edmund Husserls Krisis-Schrift veröffentlicht wurde, hat sowohl die Angewiesenheit der wissenschaftlichen Forschung auf die verfügbare Technik zugenommen, als auch die Präsenz verschiedener Technologien im alltäglichen Leben. Deswegen würde eine zeitgemäße Darstellung des Verhältnisses Lebenswelt – Wissenschaft – Technik diesen beiden Entwicklungen gerecht werden müssen. In meiner Arbeit möchte ich dieses Verhältnis thematisieren und dabei vor allem die Entwicklungen im Bereich der Lebenswissenschaften, insbesondere auf dem Forschungsgebiet der synthetischen Biologie, in den Blick nehmen.

 

Welche Auffassungen von Leben liegen heutigen Lebenswissenschaften zugrunde? Inwiefern wird das Leben als Tatsache und inwiefern als Prinzip verstanden? Ausgehend von dieser allgemeineren Fragestellung, werden konkrete Fragen aufgenommen: Können die Verfahren der synthetischen Biologie als eine Fortführung des reduktionistischen Ansatzes in der Biologie verstanden werden, angetrieben und modifiziert durch den Einzug der ingenieurwissenschaftlichen Methoden in die Biologie?

Diese und weitere Fragen möchte ich aus der Perspektive der Wissenschafts- und Erkenntnistheorie angehen, aber auch die Möglichkeiten einer phänomenologischen und post-phänomenologischen Perspektive auf die Forschungsobjekte und -praktiken der Lebenswissenschaften erkunden.

 

Des Weiteren besteht die Aufgabe der Arbeit in der Analyse des Verhältnisses zwischen dem wissenschaftlichen und lebensweltlichen Wissen. In diesem Zusammenhang sollen auch Verwandschaften zwischen der Husserl'schen Lebenswelt als dem „unbefragten Boden“ und Wittgensteins Ausführungen über Gewissheit untersucht werden.

Tätigkeiten