Tagung mündlicher Sprachgebrauch

Mündlicher Sprachgebrauch:

Zwischen Normorientierung und pragmatischen Spielräumen

Internationale Tagung in Landau vom 9. bis 11. Juni 2016 im Konferenzraum (Campus, C I, "Blauer Aufgang")

 

Die Linguistik begreift sich zu Recht als eine empirische Wissenschaft, die sich nicht an ästhe­tischen oder präskriptiven Urteilen orientiert, sondern Sprachsystem und Sprachgebrauch auf der Basis wissenschaftlicher Methoden beschreibt. In der Öffentlichkeit jedoch besteht ein starkes Bedürfnis nach Orientierung in der Sprache. Von einer ausschließlich deskriptiv und anti-normativistisch eingestellten Linguistik fühlen sich SprachnutzerInnen und LehrerInnen häufig im Stich gelassen.

Unter anderem als Reaktion darauf hat sich in der Germanistischen Sprachwissenschaft mittlerweile eine linguistisch fundierte Sprachkritik herausgebildet, die davon ausgeht, dass Sprache de facto von ihren NutzerInnen bewertet wird und sich situative Angemessenheitskriterien rekonstruieren lassen. Auch die Gesprochene-Sprache-Forschung und die Interaktionale Linguistik beschäftigen sich seit kurzem intensiver mit dem Normen- und Standardproblem. SprecherInnen reflektieren sehr wohl, dass sich in bestimmten Domänen unterschiedliche Normen eingespielt haben, die man beherrschen muss, um sozial erfolgreich zu sein. Eine zentrale Aufgabe von SprachlehrerInnen ist es, den souveränen Umgang mit solchen Normen zu fördern.

Die Tagung findet im Rahmen des DFG-Projekts „Gesprochener Standard“ statt und stellt gleichzeitig eine Kooperation zwischen der germanistischen und der romanistischen Sprachwissenschaft der Universität in Landau dar. Im Mittelpunkt steht der mündliche Sprachgebrauch, der nicht als „richtig“ oder „falsch“ bewertet, sondern im Spannungsfeld von Normativität und pragmatischen Spielräumen analysiert wird.

 

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Programm der Tagung (mit Kurzfassung der Abstracts)

Ausführliche Version der Abstracts

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