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Neuerscheinungen rund um das Thema Männlichkeit(en)

 Männer

 

 

Baron, Christian: Männerdämmerung.

Schriftsteller wie Bov Bjerg etablieren ein neues Bild des Maskulinen, ohne Klischees.

 

 

Kaiser, Susanne: Politische Männlichkeit. Wie Incels, Fundamentalisten und Autoritäre für das Patriarchat mobil machen. Edition Suhrkamp, 2020.

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»Wir müssen unsere Männlichkeit wiederentdecken«, appelliert Björn Höcke an den deutschen Mann. Mit dieser Forderung ist der AfD-Politiker nicht allein: Von Neuseeland bis Kanada, von Brasilien bis Polen vernetzen sich Rechtspopulisten, sogenannte »Incels«, aber auch christliche Abtreibungsgegner unter dem Banner der Männlichkeit, um Frauen auf einen nachrangigen Platz in einer angeblich natürlichen Hierarchie zurückzuverweisen.
Susanne Kaiser bietet einen kompakten Überblick über die Geschichte und das Programm dieser Bewegung. Sie wertet Diskussionen in der »Mannosphäre« aus, zeigt internationale Verbindungen auf und fragt, warum rechte Mobilisierung überall auf der Welt gerade über die Themen Gender Studies, LGBT-Rechte und Geschlechterrollen funktioniert.

 

 

Bröckling, Ulrich: Postheroische Helden - Ein Zeitbild. Berlin: Suhrkamp, 2020.

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Heldenfiguren gelten heute als suspekt: zu viel Pathos, zu viel Männlichkeits­ausdünstungen, zu viel moralischer Zeigefinger. Wir leben, heißt es, in postheroischen Zeiten. Gleichzeitig hat sich die Faszination von Heldengeschichten nicht erschöpft, ja, der Fragwürdigkeit heroischer Vorbilder steht ein schier unstillbarer Heldenhunger gegenüber, der reichlich bedient wird. Lebensretter werden ebenso heroisiert wie Klimaaktivistinnen und Whistleblower, Superhelden bevölkern Filme und Computerspiele, und der Spitzensport liefert kontinuierlich heroisierbares Personal. Mit der globalen Konjunktur populistischer Führergestalten kehren schließlich Heldendarsteller auch auf die politische Bühne zurück.

Ulrich Bröckling nimmt diese Gleichzeitigkeit heroischer und postheroischer Leitbilder zum Anlass, den Platz des Heroischen in der Gegenwartsgesellschaft auszuloten. Dazu zeichnet er die Reflexionsgeschichte des Heroismus in der Moderne nach, besichtigt das Figurenkabinett zeitgenössischer Heldinnen und Helden und fragt nach den affektuellen und normativen Dimensionen von Heldenerzählungen sowie nach den Aspekten ihrer Relativierung und Verabschiedung. Sein Fazit: Der Held lebt. Aber unsterblich ist er nicht! Warum das eine gute Nachricht ist, zeigt dieses fulminante Buch.

 

 

Schwanke, Julia: Die feinen Unterschiede der Männlichkeiten: Geschlechtsspezifische Figurenkonzeptionen in Elfriede Jelineks Erzähltexten. Göttingen: Vandenhoek&Ruprecht, 2020.

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Der Band bietet eine alternative Lesart der männlich gezeichneten Figuren in Elfriede Jelineks Erzähltexten, indem er gendertheoretische Konzepte für die Rezeption zu Grunde legt. Jelineks spezifische Figurenkonzeptionen ermöglichen es ihr, ihre feministische Kritik an den herrschenden patriarchalen Verhältnissen zum Ausdruck zu bringen. Die Figuren sind zum Scheitern verurteilt, weil sie den Anforderungen, die das Patriarchat mit der Verkörperung einer hegemonialen Männlichkeit an sie stellt, nicht gerecht werden können. Es werden persiflierte Karikaturen von verzweifelten Männlichkeiten vorgeführt, die letztlich die Gesellschaftsordnung des Patriarchats ad absurdum führen.

 

 

Häger, Hans-Joachim : Plinius über die Ehe und den idealen Ehemann: Zur literarischen Inszenierung von Männlichkeit und Emotionen in Ehe und Familie der römischen Kaiserzeit. Heidelberg: Winter Verlag, 2019.

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Die Studie ist grundsätzlich dem Bereich der Klassischen Philologie zuzuordnen und beschäftigt sich mit dem Idealbild des aristokratischen Ehemannes in der römischen Kaiserzeit auf Grundlage der Briefe des jüngeren Plinius. Dabei werden aus durchgängig interdisziplinärer Perspektive – erstmals in der Pliniusforschung – literarische, historische, genderspezifische und emotionslinguistische Elemente miteinander verknüpft.

Im Zentrum der Arbeit steht die Frage nach der Literarizität und Autofiktion im plinianischen Briefcorpus, wobei der Nutzung intertextueller Referenzen besondere Aufmerksamkeit gilt. Vor diesem Hintergrund greift die Studie in ihrer grundsätzlichen Ausrichtung ein wissenschaftlich hochaktuelles Thema auf, indem literarische Männlichkeiten und die damit einhergehenden männlichen Emotionen als Gegenstände einer philologisch-kulturgeschichtlichen Interpretation fungieren.

 

 

Fleischer, Laura Patrizia/ Heesch, Florian (Hrsg.): „Sounds like a real man to me“ – Populäre Kultur, Musik und Männlichkeit. Wiesbaden: Springer, 2019.

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In populärer Kultur ist Männlichkeit ein vielschichtiges Thema – hörbar und sichtbar in Sounds, Performances, Medien, Moden, Biographien, Szenen und (Selbst-)Inszenierungen. Was ist Männlichkeit? Zu dieser nicht (mehr) eindeutig zu beantwortenden Frage liefern populäre Musiken, Medien und Szenen diverse Aussagen und Darstellungen, mal eher traditionell, mal eher transgressiv, wobei sich durch Hautfarbe, sexuelle Orientierung, Herkunft oder Behinderung jeweils Bedeutungsverschiebungen ergeben. Anhand vielfältiger populärkultureller Phänomene bietet der Sammelband facettenreiche Einblicke in die aktuelle Männlichkeitsforschung der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften.

 

 

Wolf, Benedikt: Penetrierte Männlichkeit: Sexualität und Poetik in deutschsprachigen Erzähltexten der literarischen Moderne (1905-1969). Köln: Böhlau, 2018.

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Die vorliegende Studie zur Literatur der Moderne stellt die Frage nach dem Ort des Mannes, der sich sexuell penetrieren lässt. In detaillierten Lektüren von Texten u.a. von Otto Julius Bierbaum, Arnolt Bronnen, Hubert Fichte, Hans Henny Jahnn, Franz Kafka, Thomas Mann und Robert Musil erarbeitet sie eine regelrechte Poetologie penetrierter Männlichkeit. Auf der Basis einer Kontextualisierung im Feld der konkurrierenden Homosexualitätskonzeptionen des frühen 20. Jahrhunderts fragt die Arbeit gerade nicht nach männlicher Homosexualität, sondern fasst penetrierte Männlichkeit als eine diskurshistorische und literarische Figuration mit einer Eigenlogik, die nicht in männlicher Homosexualität aufgeht.

 

 

Zilles, Sebastian: Die Schulen der Männlichkeit: Männerbünde in Wissenschaft und Literatur um 1900 (Literatur - Kultur - Geschlecht / Studien zur Literatur- und Kulturgeschichte. Köln: Böhlau, 2018.

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Die Untersuchung spürt am Beispiel des Phänomens Männerbünde dem Verhältnis von »schöner Literatur« und »harter Wissenschaft« um 1900 nach. Anhand von Texten kanonischer Autoren wie Robert Musil, Heinrich und Thomas Mann sowie Franz Werfel weist sie nach, dass genuin literarische Verfahren wie Zitat, Parodie und Satire, Maskerade und Verfremdungen die problematischen Vorgaben des zeitgenössischen wissenschaftlichen Männerbund-Diskurses aufdecken. Die Krise der Männlichkeit in jener Zeit lässt sich somit nicht allein auf äußere Faktoren zurückführen, sondern wird durch die Männerbünde selbst generiert und potenziert.

 

 

Lothar Böhnisch: Der modularisierte Mann: Eine Sozialtheorie der Männlichkeit. Bielefeld: Transcript, 2018.

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Männlichkeit wird in der »Zweiten Moderne« gleichzeitig zurückgewiesen und doch aufgefordert. Viele Männer versuchen, damit pragmatisch umzugehen. In einer Gesellschaft, die Konflikte entpolitisiert und stattdessen modularisiert – d.h. sie in einzelne, flexible Teile differenziert –, ist auch der »Neue Mann« zugleich ein modularisierter Mann. Er verhält sich in unterschiedlichen Bereichen seines Lebens strategisch und greift jeweils auf die verschiedenen, teilweise widersprüchlichen Identitätsanteile, die Module seines Mannseins, zurück.

Lothar Böhnisch stellt einen integrierten theoretischen Zugang vor, der Mannsein und Männlichkeit in einem strukturellen Zusammenhang thematisiert und relevante tiefenpsychologische sowie gesellschaftliche Dimensionen aufeinander bezieht. Dabei werden Gendertheorie und Gesellschaftstheorie innovativ vermittelt. Dieser neue Ansatz in der deutschsprachigen Männerforschung regt zu Anschlüssen an andere sozialwissenschaftliche Disziplinen an, die sich mit Men's Studies beschäftigen.

 

 

Schuhen, Gregor: Vir inversus. Männlichkeiten im spanischen Schelmenroman. Bielefeld: Transcript, 2018.

Vir inversus

Mit dem anonym publizierten Lazarillo de Tormes erscheint 1554 der erste Schelmenroman der Weltliteratur. Die Hauptfigur, der pícaro, gilt als Kleinkrimineller, der in locker miteinander verwobenen Episoden seine Lebensgeschichte erzählt und dabei aus der Froschperspektive des Außenseitermilieus einen kritischen Blick auf die Gesellschaft wirft. Er selbst und seine wechselnden Herren sind männlichen Geschlechts; seine Abenteuer handeln von Gewalt, Ehre und sozialer Ungleichheit.

Gregor Schuhen nimmt dies zum Anlass, die novela picaresca aus Sicht der Männlichkeitsforschung zu beleuchten und nach den spezifisch männlichen Praktiken und Idealvorstellungen zu fragen, die darin auf satirische Weise verhandelt werden.

 

 

Daniel, Lea [Herausgeber]: The male body in medicine and literature. Liverpool: Liverpool University Press, 2018.

Lea Daniel

Contrary to what Simone de Beauvoir famously argued in 1949, men have not lived without knowing the burdens of their sex. Though men may have been elevated to cultural positions of strength and privilege, it has not been without intense scrutiny of their biological functions. Investigations of male potency and the ‘ability to perform’ have long been mainstays of social, political, and artistic discourse and have often provoked spirited and partisan declarations on what it means to be a man. This interdisciplinary collection considers the tensions that have developed between the historical privilege often ascribed to the male and the vulnerabilities to which his body is prone. Andrew Mangham and Daniel Lea’s introduction illustrates how with the dawn of modern medicine during the Renaissance there emerged a complex set of languages for describing the male body not only as a symbol of strength, but as flesh and bone prone to illness, injury and dysfunction. Using a variety of historical and literary approaches, the essays consider the critical ways in which medicine’s interactions with literature reveal vital clues about the ways sex, gender, and identity are constructed through treatments of a range of ‘pathologies’ including deformity, venereal disease, injury, nervousness, and sexual difference. The relationships between male medicine and ideals of potency and masculinity are searchingly explored through a broad range of sources including African American slave fictions, southern gothic, early modern poetry, Victorian literature, and the Modern novel.

 

 

Horlacher, Stefan / Floyd, Kevin (Hrsg.): Contemporary Masculinities in the UK and the US. Between Bodies and Systems, London: Palgrave Macmillan, 2017.

UK and US

This book is about ways to understand masculinity as systemic and corporeal, structural and performative all at once. It argues that the tension between an understanding of “masculinity” in the singular and “masculinities” in the plural poses a problem that can better be understood in relation to a concomitant tension: between systems on the one hand, and bodies on the other - between abstract structures such as patriarchy, kinship or even language, and the various concrete forms taken by gendered, individuated corporeality. The contributions collected here investigate how masculinities become apparent, how they take shape and what systemic functions they have. What, they ask, are the relations between the abstract and corporeal, metaphorical and metonymic manifestations of masculinity? How are we to understand masculinity as a simultaneously systemic and corporeal, performative concept?

 

 

Boys don't cry

Männer weinen nicht. Sollten sie aber, denn sie haben allen Grund dazu: Starre Männlichkeitsbilder beherrschen noch immer die Identifikationsangebote – sei es in Erziehung, Beruf, Werbung oder Mainstream-Medien. Stark, unbesiegbar, wild und immer auf der Gewinnerspur sollen Männer sein, ob sie wollen oder nicht. 

Jack Urwin hat genug davon. Es reicht ihm nicht, dass der starke Mann heute auch mal weinen oder Elternzeit nehmen darf, sondern er fragt, warum Männer überhaupt stark sein müssen. Warum messen wir Menschen noch immer an Stereotypen, wo es uns ohne doch viel besser ginge? Dieses Buch ist der Beginn einer längst überfälligen Debatte darüber, wie eine positive, moderne Männlichkeit aussehen kann und wie wir dahin gelangen können, sie zu leben.

Unter anderem ausgelöst vom frühen Tod seines Vaters hat Jack Urwin 2014 den weltweit viel beachteten Essay »A Stiff Upper Lip Is Killing British Men« im VICE Magazine veröffentlicht, dessen Themen er hier fortführt. Von der Mob-Mentalität, wie sie bei Fußballspielen und in Fight Club zur Schau gestellt wird, bis zu unseren Großvätern, die aus dem Zweiten Weltkrieg zurückkehrten, ohne je gelernt zu haben, über ihre Gefühle zu sprechen, untersucht Urwin, wie der Mythos der Maskulinität entstanden ist und warum er toxisch, ja tödlich ist. Warum tun wir uns trotzdem so schwer damit, diese fragwürdigen Ideale hinter uns zu lassen?

Teils Essay, teils persönliches Manifest, ist »Boys don’t cry« eine witzige und scharfe Auseinandersetzung mit toxischer Maskulinität und ihren Folgen – und ein Plädoyer für einen anderen Umgang miteinander.

 

 

Armengol

As more and more work is being done in the name of the ever-growing field of study of literary representations of masculinities, it seems timely to not only review its development and main contributions to the larger field of masculinity studies, but also to look at its latest advances and new directions. These are precisely the two main aims of Masculinities and Literary Studies, which seeks to explore the conjunction between these two fields while exploring some of the latest developments and new directions resulting from such intersections.

 

 

Horlacher, Stefan (Hrsg.): Transgender and Intersex: Theoretical, Practical, and Artistic Perspectives, London: Palgrave Macmillan, 2017.

Horlacher

This book takes both transgender and intersex positions into account and asks about commonalities and strategic alliances in terms of knowledge, theory, philosophy, art, and life experience. It strikes a balance between works on literature, film, photography, sports, law, and general theory, bringing together humanistic and social science approaches. Horlacher adopts a non-hierarchical perspective and asks how transgender and intersex issues are conceptualized from a variety of different viewpoints and to what extent artistic and creative discourses offer their own uniquely relevant forms of knowledge and expression.

 

 

Voß, Torsten: Körper, Uniformen und Offiziere. Soldatische Männlichkeiten in der Literatur von Grimmelshausen und J.M.R. Lenz bis Ernst Jünger und Hermann Broch, Bielefeld: transcript, 2016.

Körper, Uniformen und Offiziere

Die Uniform zieht sich als kulturhistorisches Zitat durch einen Großteil europäischer Narrative, auch wenn sie heute ihre status- und distinktionsbildende Funktion längst verloren hat. Grund genug, sich unter dem komplexen Beziehungsverhältnis von Körper und Uniform mit soldatischen Männlichkeitsimaginationen (Offizier) und ihren medialen, ästhetischen und semantischen Codierungen im (sozial-)historischen Wandel auseinanderzusetzen.
Torsten Voß rekonstruiert hierzu exemplarisch deutsche, österreichische und französische Erzähltexte vom 17. Jahrhundert über die Romantik bis nach dem Ersten Weltkrieg – etwa von Grimmelshausen, Ernst Jünger und Hermann Broch – und erörtert die sich daraus ergebenden Inklusions- und Exklusionsprozesse auch unter Hinzunahme gendertheoretischer Erkenntnisinteressen.

 

 

Geschichten von Macht und Ohnmacht

Männliche Gewalt gilt häufig als »Naturtatsache«: Seit der Antike sind männliche Narrative mit Gewalt bzw. der Inszenierung von Ritualen, die sich auf der Grundlage von gewaltgenerierenden Machtstrukturen vollziehen, verknüpft. 
Angesichts aktueller Gender-Debatten und der soziokulturellen Dimension von Gewalt problematisiert der interdisziplinär ausgerichtete Band diese Auffassung von männlicher Gewalt- und Dominanzlogik. In einem historischen Überblick von der Antike bis zur Gegenwart gehen die Beiträge soziohistorischen Bedingungsstrukturen sowie typischen Narrativen um den Konnex von Männlichkeit und Gewalt nach.

 

 

Kraß, Andreas: Ein Herz und eine Seele: Geschichte der Männerfreundschaft, Frankfurt am Main: S. Fischer, 2016.

Männerfreundschaft

Der Brieffreund, der Studienfreund, der »beste« Freund – es gibt viele Formen der Männerfreundschaft. Der Berliner Kulturwissenschaftler Andreas Kraß untersucht sie in seinem neuen Buch alle, von der Antike bis in die Gegenwart. Zwanzig Geschichten der Männerfreundschaft von Homer bis Wolfgang Herrndorf werden dafür analysiert und mit einem jeweils epochalen philosophischen Text in Beziehung gesetzt. Im Zentrum stehen nichthomosexuelle Freundschaften und ihre Passionsgeschichten, die einem Muster folgen: Warum muss erst der eine Freund sterben, damit der andere in leidenschaftlicher Weise über die Freundschaft sprechen kann? Und wie verändert sich dies im Laufe der Geschichte? Eine literarisch-kulturgeschichtliche Spurensuche voller neuer und überraschender Einsichten.

 

 

Wortmann, Thomas / Zilles, Sebastian (Hrsg.): Homme Fragile. Männlichkeitsentwürfe in den Texten von Heinrich und Thomas Mann, Würzburg: Verlag Königshausen & Neumann, 2016.

Homme fragile

Aus Sicht der Männlichkeitsforschung ist das ausgehende 19. Jahrhundert von besonderem Interesse: Die Auflösungserscheinungen der Jahrhundertwende lassen stereotype Vorstellungen der Geschlechter zunehmend brüchig erscheinen. Einerseits kommt es zu einer Vervielfältigung an Männlichkeitsbildern, andererseits zeichnet sich gleichzeitig eine Verdichtung der Krise der Männlichkeit ab.
Der vorliegende Band geht den literarischen Verhandlungen dieses Wandels in den Werken von Heinich und Thomas Mann nach. Ziel ist es, konzeptionelle und figurative Entwürfe von Männlichkeit in ihrer inhaltlichen Ausarbeitung sowie in ihren ästhetischen und medialen Kodierungen im OEuvre der Brüder Mann zu erfassen und kulturgeschichtlich zu kontextualisieren. Dabei soll der bisherige Stand der Forschung zur Diskussion gestellt und systematisch erweitert werden. Die Beiträge von etablierten Forschern und Nachwuchswissenschaftlern sind deshalb an der Schnittstelle verschiedener Literaturtheorien angesiedelt. 

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