Bodenforschung bildet

1. Thema und Fragestellung: Bodenforschung bildet

Die Forschungsgruppe „Boden bildet“ vernetzt Schulpraxis mit  bodenwissenschaftlicher Forschung. Auf dem Gelände der Schulen werden Bodenexperimente installiert, an welchen Wissenschaftler der Universität ihre Untersuchungen durchführen. Diese dienen Schülerinnen und Schülern als Modell und Vorbild für eigene Untersuchungen, für welche Material und Platz zur Verfügung gestellt wird. Das Ziel des Projekts ist, zu ermitteln, welche didaktischen bzw. pädagogischen Konzepte optimal dazu geeignet sind, sowohl Lernerfolg also auch Forschungserfolg der Integration von Schülerinnen und Schülern zu einem optimalen Ergebnis zu führen.

2. Mitglieder der Forschungsgruppe

3. Themen für MA-Arbeiten

Im Projekt "Bodenforschung bildet" können Themen wie
  • Magerrasen auf Lössböden - bodenchemische und botanische Untersuchung des Naturschutzgebiets Ebenberg bei Landau
  • Über Panzerspuren und Abbruchkanten: Konzeption eines bodenkundlichen Lehrpfads im Naturschutzgebiet Ebenberg bei Landau
  • Die geologische Entstehungsgeschichte von Rheinland-Pfalz - Geochemische Analyse von der Rheinebene bis zum Pfälzer Wald

bearbeitet werden. Weitere Themen finden Sie hier.

Konkrete Themen für Abschlussarbeiten werden bei Interesse im direkten Gespräch mit den jeweiligen Betreuern (vgl. Mitglieder der Forschungsgruppe) individuell vereinbart.  

4. Forschungsstand und -visionen

Boden ist Lebensgrundlage und Lebensraum für Menschen, Tiere, Pflanzen und Bodenorganismen, dessen Wasser- und Nährstoffkreisläufe andere Schutzgüter prägen und zählt zu den essenziellen Georessourcen. Er ist nicht vermehrbar und Schädigungen des Bodens sind irreversibel. Diese große Bedeutung ist der Bevölkerung nicht umfänglich bewusst. Dies liegt vor allem daran, dass bodenkundliche Themen im naturwissenschaftlichen Unterricht eher ein Schattendasein führen und losgelöst von ihrem landschaftlichen Kontext betrachtet werden, obwohl sie sich hervorragend dafür eignen würden, Schülerinnen und Schülern aktiv, experimentell und anschaulich zahlreiche naturwissenschaftliche Phänomene und Zusammenhänge zugänglich zu machen. Dass der Boden im Vergleich zu oberirdischen Ökosystem-Kompartimenten (Oberirdische Pflanzen und Tiere) so wenig Beachtung erfährt, liegt wohl schlicht daran, dass er schwerer zugänglich (weniger offensichtlich) ist. Da er aber allgegenwärtig ist und buchstäblich die Grundlage für Ökosysteme, unsere Nahrungsproduktion und Häuser ist, ist das Potenzial, das das Thema Boden für die Schule bietet, bei Weitem nicht ausgeschöpft.
Für aktuell brennende umweltwissenschaftliche Fragestellungen spielt der Boden eine zentrale Rolle (allein schon die zentrale Bedeutung beim Klimawandel). Trotz intensiver Forschung auf diesem Gebiet sind dennoch Kenntnisse wichtiger zugrunde liegender Prozesse und kausaler Zusammenhänge nicht vollständig erforscht und sollten stärker in den Unterricht Einzug erhalten. Dies betrifft unter anderem Themen wie Bodendegradation, Erosion, Wasserspeicherung, Kohlenstoffspeicherung, Freisetzung von Klimagasen aus Boden als Transformator organischer Schadstoffe, Boden als Lebensraum und zentrales Element für Biodiversität. Experimentelle Bodenforschung verbindet naturwissenschaftliche Laboruntersuchungen mit Feldexperimenten und eignet sich deshalb hervorragend, Schülerinnen und Schüler im Rahmen laufender bodenwissenschaftlicher Forschungsprojekte an die naturwissenschaftliche Arbeitsweise und an das Thema Boden heranzuführen. Unbekannt ist bis jetzt, wie Schülerinnen und Schüler in die Forschung integriert werden können, um einen optimalen Lern- und Forschungserfolg zu erzielen
Auf Basis dieser Pionierstudie an der Schnittstelle zwischen Bodenwissenschaften und Didaktik soll das Projekt „Lernen am Modell – Schüler forschen wie (Boden‑)Wissenschaftler“ zur beantragung bei der DBU vorbereitet werden.

5. Interdisziplinarität und Kooperationen

Es werden chemische Bodenexperimente, eingebettet in geeignete Unterrichtskonzeptionen, entwickelt, anhand welcher Schülerinnen und Schüler am konkreten Lerngegenstand Boden experimentell und eigentätig bodenchemisch relevante Fachkenntnisse erlernen können. Dabei bietet sich den Lernenden die Chance, unmittelbar die Bedeutung und Allgegenwärtigkeit chemischer Prozesse in der Natur zu erfahren. In laufenden Bodenforschungsprojekten wird ein Teil der Experimente gezielt so konzipiert und durchgeführt, dass sie auch Schülerinnen und Schülern zugänglich sind und von ihnen nachgeahmt werden können. Soweit möglich, wird kooperierenden Schulen Material zur Verfügung gestellt, dass sie in der Schule eigene längerfristig orientierte Experimente aufbauen und durchführen können. Dabei soll geprüft werden, ob auf diese Weise erfolgreiche Lernprozesse hinsichtlich chemischer Fachkenntnisse und/oder Veränderungen von Sichtweisen auf das Fach Chemie und das Medium Boden hinsichtlich seiner Beziehung zur Natur initiiert werden können. Diese Evaluation wird vom gesamten Forschungsgruppenteam, unter Federführung von Björn Risch, durchgeführt. 

6. Langfristige Etablierung und Visionen

Unsere Vision ist, dass naturwissenschaftliche und didaktische Forschung eng miteinander verzahnt sind. In der Aufbauphase sollen dafür optimale Schnittstellen zwischen naturwissenschaftlicher und didaktischer Forschung entwickelt werden. Dadurch wird die Erweiterung laufender Drittmittelprojekte der Bodenwissenschaft bzw der Didaktik durch die jeweils andere Disziplin mit einfachen Mitteln möglich.