Genderforschung

Ansprechpartnerin: Susanne Bruckmüller, Melanie Steffens

Auch in unserer Genderforschung spielen die Basisdimensionen der Personenwahrnehmung eine wichtige Rolle. Hierbei untersuchen wir, welche traditionellen Vorstellungen von der typischen Frau/dem typischen Mann auch heute noch zu finden sind und inwiefern eine Veränderung unseres geschlechterstereotypen Verständnisses zu beobachten ist. Damit einhergehend interessieren wir uns dafür, worauf Geschlechterstereotype zurückzuführen sind und wie sie sich verändern lassen. Besonderes Augenmerk richten wir dabei auf implizite Kognitionen, also solche Denkinhalte, die Personen entweder selbst nicht bewusst sind oder die sie, typischerweise aufgrund von sozialen Erwünschtheitsprozessen, vor anderen nicht zugeben wollen.

In einem weiteren Schwerpunkt beschäftigen wir uns mit den Faktoren der sog. „Gläsernen Decke“, dem Phänomen, dass Frauen auf ihrem Karriereweg ab einem gewissen Punkt an eine unsichtbare Barriere stoßen, die sie an einem weiteren Aufstieg behindert. Hierbei interessieren wir uns sowohl für hemmende Faktoren, die auf Seiten (potentieller) weiblicher Führungskräfte anzusiedeln sind, als auch für solche, die ihrer Umwelt zuzuschreiben sind. Ein wichtiges Merkmal unserer Arbeit ist es, die bereits vorliegenden Erkenntnisse sozialpsychologischer Forschungsarbeiten sowie die Ergebnisse unserer laufenden Projekte auf den Arbeitskontext anzuwenden, konkrete Handlungsanweisungen für die Praxis zu entwickeln und diese Akteuren aus Wirtschaft und Politik zugänglich zu machen.

Des Weiteren interessieren wir uns für die Frage, wie wir über Geschlecht und Geschlechtsunterschiede sprechen (vgl. u. Forschungsschwerpunkt "Kommunikation über soziale Gruppen", Ansprechpartnerin Susanne Bruckmüller) und wie dadurch Kognitionen wie z.B. Geschlechtertereotype sowie Einstellungen zu Geschlechterthematiken beeinflusst werden. Ein aktuelles Beispiel ist die Untersuchung der Auswirkung von Metaphern wie der "Gläsernen Decke" (s.o.). Beeinflusst die Verwendung solcher sprachlicher Bilder, wie wir über Geschlechter(un)gleichheit am Arbeitsplatz denken? Und hat das ganz konkrete Auswirkungen darauf, welche Maßnahmen wir unterstützen würden und welche nicht?