Wahlversprechen, politisches Vertrauen und Wahlverhalten

Ansprechpartnerin: Julia Dupont

Ein weiteres, interdisziplinär angelegtes Forschungsthema ist im KoMePol-Forschungsschwerpunkt (Kommunikation, Medien, Politik) der Universität angesiedelt. In unserem Teilprojekt versuchen wir das Zusammenspiel von Wahlversprechen, politischem Vertrauen und Wahlverhalten aus verschiedenen Perspektiven (Politikwissenschaften, Psychologie, Kommunikationswissenschaften) theoretisch zu modellieren und empirisch zu prüfen. Welcher Partei WählerInnen ihre Stimme schenken, hängt, Erkenntnissen der Wahl- und Wählerforschung zufolge, zunehmend von kurzfristigen Faktoren ab, z. B. von der Kandidatenbewertung (Stichwort: Personalisierung) oder von Einstellungen der BürgerInnen gegenüber den im Wahlkampf von den politischen Akteuren thematisierten politischen Inhalten (Issues). Langfristig stabile (Zu-)Neigungen gegenüber einer spezifischen Partei, bedingt durch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten gesellschaftlichen Großgruppe oder durch Primärsozialisation der Eltern, kommen dagegen immer seltener vor. Die Bereitschaft zur Wechselwahl nimmt zu. Weitestgehend unerforscht blieb bisher die Frage, inwiefern Wahlversprechen die Wahlentscheidung der Bürger beeinflussen, stellen diese doch ein zentrales Element des Wahlkampfes dar. Werden solche Versprechen, die während des Wahlkampfes von den politischen Akteuren kommuniziert und über Medien transportiert werden, von den Bürgern lediglich als „leere Worte“ interpretiert oder gar als (Wahl-)Entscheidungshilfe genutzt?

Darüber hinaus interessiert uns, in welchem Zusammenhang Wahlversprechen und politisches Vertrauen stehen. Weitere Forschungserkenntnisse zu dieser Thematik sind aus demokratietheoretischer Sicht vor dem Hintergrund der Legitimität politischen Handelns in Zeiten sinkender Wahlbeteiligung in etablierten Demokratien unbedingt notwendig.