Wirksame Lehre in MINT-Fächern

Workshop der Hochschuldidaktischen Arbeitsstelle

Wirksame Lehre in MINT-Fächern – Vorstellungen von Lernenden berücksichtigen und Studierende aktivieren

Ausgangssituation:

Lehrende in MINT-Fächern beklagen häufig, dass viele Studierende auch nach der Teilnahme an Vorlesungen und Übungen zentrale Ideen des Fachs nur unvollständig verstanden haben.  Studierende berichten hingegen zuweilen, dass sie zwar den Erklärungen der Lehrenden in der Vorlesung gut folgen konnten, anschließend jedoch nicht in der Lage sind, Prüfungsaufgaben oder detaillierte Fragen zum Stoff zu beantworten.  Beide Phänomene lassen sich leichter verstehen, wenn man annimmt, dass Lernende bereits vor Beginn der Lehrveranstaltung gewisse Vorstellungen von den fachlichen Inhalten haben; diese jedoch häufig unvollständig oder gar widersprüchlich sind.  Wird den Studierenden Gelegenheit gegeben, sich mit diesen Ideen in der Vorlesung oder Übung aktiv auseinanderzusetzen, kann Lehre in den MINT-Fächern nachweisbar erfolgreicher werden.

Inhalt:

  • Wie kann die Fachdidaktik der Natur- und Ingenieurwissenschaften zur Verbesserung der Lehre in diesen Fächern beitragen?
  • Wie lassen sich Vorlesungen und Übungen interaktiver gestalten?
  • Warum sollten bei den Lernenden bereits vorhandene Vorstellungen zu den fachlichen Inhalten bei der Gestaltung von Lehre berücksichtigt werden?
  • Was ist bei der Einführung interaktiver Lehrformen zu beachten?
  • Welchen Einfluss haben intendierte Lernziele auf die Wahl der Lehrmethoden?
  • Wie lässt sich der Erfolg solcher Methoden messen?

Lernziele:

Die Teilnehmenden

  • erhalten einen Einblick in Methoden und Ergebnisse der fachdidaktischen Forschung, die für die Lehre unmittelbar relevant sind
  • lernen Lehr- und Lernmethoden kennen, die Studierenden helfen können, typische Schwierigkeiten zu überwinden
  • diskutieren die Bedingungen, die zum Erfolg der vorgeschlagenen Methoden beitragen
  • reflektieren die Lernziele ihrer eigenen Lehrveranstaltungen
  • überlegen, wie sich die vorgestellten Methoden in ihrer eigene Lehrveranstaltung einsetzen lassen
  • lernen standardisierte Diagnostiktests kennen, mit denen der Erfolg von aktivierender Lehre evaluiert werden kann

Beschreibung des Workshops:

Nach einem kurzen Einblick in Methodik und Ergebnisse fachdidaktischer Untersuchungen werden Methoden vorgestellt, die auch in großen Lehrveranstaltung eine aktive Mitarbeit der Studierenden ermöglichen: durch gezielte Fragen in der Vorlesung (Peer Instruction), welche die Studierenden gemeinsam diskutieren und elektronisch beantworten können; durch Partner- oder Gruppenarbeit an qualitativen Fragestellungen (Tutorials); sowie durch vorbereitende Lektüre und Aufgaben (Just-in-Time Teaching), die über eine Lernplattform zur Verfügung gestellt werden.  Im Rahmen des Workshops bekommen die Teilnehmenden Gelegenheit, qualitative Fragen aus verschiedenen Fächern zu begutachten und anschließend selbst Fragen für eigene Lehrveranstaltungen zu entwickeln.  Darüber hinaus soll diskutiert werden, welche Bedingungen für den Erfolg dieser Methoden erfüllt sein müssen und wie sich ein Erfolg ggf. nachweisen lässt.  Hierzu werden konkrete Daten aus der Lehrpraxis an der TUHH vorgestellt und diskutiert.

Referent:

Prof. Dr. Christian Kautz

Christian Kautz hat an der Universität Heidelberg, der Cornell University und der Universität Hamburg Physik studiert.  Nach seiner Promotion über ein Thema der Hochschul-Fachdidaktik der Physik an der University of Washington hat er von 1999 bis 2002 als Assistant Professor an der Syracuse University gelehrt.  Seit 2002 war er zunächst als Gastprofessor, später Juniorprofessor für Fachdidaktik der Ingenieurwissenschaften, seit 2012 als Professor und Leiter der Abteilung für Fachdidaktik der Ingenieurwissenschaften am Zentrum für Lehre und Lernen an der TU Hamburg-Harburg tätig.  Er beschäftigt sich dort mit empirischen Arbeiten zu Lehre und Lernen in den Grundlagenfächern des Ingenieurstudiums.

Anmeldung:

Bitte melden Sie sich bis spätestens 22. Oktober über diesen LINK zum Online-Workshop an.

(Die Teilnehmer*innen erhalten vor dem Workshop einen Link zur Veranstaltung.)

Uhrzeiten:

Der zweitägige Online-Workshop hat pro Tag zwei Online-Präsenz Temine.

Donnerstag: 10:00 -12:30 Uhr und 15:00-17:30 Uhr

Freitag: 10:00-12_30 Uhr und 15:00 Uhr

Zwischen den Terminen gibt es Aufgaben für eine Stunde Selbststudium.

Wann 29.10.2020 10:00 bis
30.10.2020 15:00
Wo Online (Zoom) - Link wird an Teilnehmer*innen verschickt
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