Dr. Maximilian Dehling (FB 3) Gewinner des Universitätspreises für digital unterstützte Lehre

Das Steering Committee für Studium und Lehre hat auf seiner Sitzung am 14. Juli eine Shortlist sowie einen Gewinner des diesjährigen Universitätspreises für digital unterstützte Lehre am Campus Koblenz gekürt.

Gewinner:

Dr. Maximilian Dehling hat sich in seinem Seminar der coronabedingten Herausforderung gestellt, einen Ersatz für sonst sehr praxisorientierte Veranstaltungen (Exkursionen, Laborarbeit) zu finden. Seine sehr erfolgreiche Lösung ist ein digitales Referateseminar, in dem Studierende zu eigenen Themenschwerpunkten kurze Erklärvideos oder Powerpoint-Vorträge mit Tonspuren produzieren. 

Referate-Seminare, auch digitale, gibt es sicherlich viele. Das Besondere an Dr. Dehlings Konzept ist, wie er es geschafft hat, die Referate bzw. Erklärvideos zum Ausgangspunkt einer produktiven Auseinandersetzung sowohl mit den Inhalten als auch mit der Art und Weise der Präsentation zu machen – beides ist für Lehramtsstudierende eine wichtige Vorbereitung auf ihren Beruf und wurde von ihnen auch so wahrgenommen.

Um das zu erreichen, haben die Referierenden den Auftrag, ihren Kommiliton*innen begleitend zum Vortrag 5 Fragen mitzugeben, die Transfer und Wissensvernetzung sowie ggf. auch ethische oder ökologische Positionierungen ermöglichen. Die Studierenden reichen ihre Antworten wie auch Rückmeldungen zum Vortrag beim Dozenten ein, der beides anonymisiert an die Referierenden weiterleitet und auch selbst Feedback gibt. Die Auswertung der Antworten und Rückmeldungen durch die Referierenden geht schließlich in ihre Note ein. Beide Schritte: Aufgaben zu stellen und aus den Antworten und Rückmeldungen für die künftige Arbeit zu lernen, sind wichtige Fähigkeiten für künftige Lehrkräfte.

Die Asynchronität und Anonymität des digitalen Umfelds führte hier zu einer größeren Substanz und Auseinandersetzungstiefe in den verschiedenen Feedbackschleifen. Trotz des Aufwands haben die Studierenden das Konzept sehr positiv bewertet und von Lernerfolg berichtet.

 Shortlist:

  • Dr. Regula Krapf (FB 3, Institut für Mathematik): Vorlesung + Begleitveranstaltungen Elementarmathematik vom höheren Standpunkt
  • Stacy Mae Weiss (FB 2, English and American Studies): Seminar Writing Skills

Alle Konzepte werden noch genauer auf der Homepage der Hochschuldidaktischen Arbeitsstelle vorgestellt (ebenso wie die Gewinner*innen der letzten Ausschreibungsrunden).

Zum Preis:

Der Preis wird seit 2019 zusammen von der Vizepräsidentin für Studium, Lehre und wiss. Nachwuchs Prof. Dr. Gabriele E. Schaumann, der Hochschuldidaktischen Arbeitsstelle und dem Team Digitalisierung ausgelobt, jeweils einmal im Jahr an jedem Campus.

Lehrende können sich selbst bewerben. Der/die Gewinner*in wird durch das Steering Committee für Studium und Lehre auf Basis der Anträge sowie der Ergebnisse von Befragungen der Studierenden in den Lehrveranstaltungen ausgewählt.

In Abstimmung mit den Mitgliedern des Steering Committees wurden die folgenden Kriterien für die Vergabe des Preises festgelegt:

1) Durchdachtes didaktisches Konzept

Die eingesetzten digitalen Tools sind kein Selbstzweck, sondern ihr Einsatz folgt einem didaktischen Konzept; sie dienen den Lernzielen der Veranstaltung und sind in sinnvolle Methoden eingebettet. 

2) Substantieller und zielführender Einsatz von digitalen Lehrtools

Der Einsatz von digitalen Lehrtools muss im Rahmen einer Lehrveranstaltung durchgängig erfolgen und nicht nur einmalig oder bei Bedarf.

3) Nutzencharakter (gemessen am Interesse der Studierenden)

Die Studierenden können den Nutzen der eingesetzten digitalen Tools erkennen. Die Frage lautet hier: Integrieren sich die Tools in die Lebenswelt der Studierenden oder werden diese evtl. durch zu unterschiedliche oder beliebige Tools mehr irritiert als in ihrem Lernen gefördert?

Um das zu erheben, werden die Studierenden befragt.

4) Niedrigschwellige Übertragbarkeit und Vorbildcharakter für Dozierende

Für Dozierenden muss die Nutzung der Tools möglichst einfach ablaufen und kann damit auch von anderen Dozierenden eingesetzt werden. Hier kann es auch sinnvoll und vorbildhaft sein, Funktionen von bestehenden System innerhalb der Universität Koblenz · Landau zu nutzen, ohne dass es sich um eine allzu hohe technische Innovation handelt.

 Kontakt für Rückfragen: Dr. Ina Mittelstädt (mittelstaedt[at]uni-koblenz-landau.de)


Datum der Meldung 14.07.2020 00:00