Beschreibung der Workshops

Impulsvortrag mit Diskussion [9:45 bis 10:45 Uhr]

Filterblase oder Fenster zur Welt? Informationsauswahl und Meinungsbildung im Zeitalter sozialer Medien

Referent: Prof. Dr. Stephan Winter, Institut für Kommunikationspsychologie und Medienpädagogik (Universität Koblenz-Landau, Campus Landau)

Soziale Medien werden nicht mehr nur als private Kontakt-Platt-formen genutzt, sondern sind zunehmend auch Kanäle, in denen Leser*innen mit Nachrichten und politischen oder gesellschaftlichen Debatten in Berührung kommen. Während dies prinzipiell zu erhöhter politischer Partizipation oder auch vertiefter Diskussion führen kann, mehren sich Beobachtungen zu gesellschaftlich problematischen Entwicklungen wie Verbreitung von Fehlinformationen (Fake News), Hate Speech oder Polarisierung durch einseitige Informations­auswahl. Der Vortrag gibt einen Überblick über sozialen Einfluss in Informationsauswahl und -verarbeitung, Wirkmechanismen von Fake News und Hate Speech sowie Determinanten, die negative Wir­kungen begünstigen können.

Workshop 1

Wie Fake kann Fake sein? Und wie kann man den Unterschied zwischen Tatsache, Meinung, Irrtum und Fälschung erkennen, um sich vor negativen Wirkungen schützen zu können?

Referentin: Dr. Ines Welzenbach-Vogel, Medienzentrum (Universität Koblenz-Landau, Campus Landau)

Digitalisierte Inhalte lassen sich vergleichsweise einfach weiterbe­arbeiten, manipulieren und/oder in einem anderen Sinnzusam­menhang darstellen oder gar ganz frei erfinden. Eine Unterscheidung zwischen Original und Bearbeitung ist zunehmend schwierig. Der Workshop soll darüber informieren, welche Möglichkeiten der Manipulation von Informationen in der digitalen Welt möglich sind. Ferner soll aufgezeigt werden, dass die Heuristik „seeing is believing“ in Zeiten von Digitalisierung kein guter Ratgeber beispielweise zur Glaubwürdigkeitseinschätzung von Online-Content ist (Stichwort: Deep Fake; Manipulationen von Bild-, Ton- und Bewegtbildmaterial). Den Teilnehmer*innen sollen abschließend Strategien vermittelt werden, wie sie digitales Material selbst kritisch prüfen und Mani­pulationsversuche entlarven können (u.a. durch kritische Quellen­prüfung).

Worshop 2

Medienkompetenz als Schutz vor Fake News?

Referent: Dr. Roland Gimmler, Institut für Kommunikationspsychologie und Medienpädagogik (Universität Koblenz-Landau, Campus Landau)

Welche Kompetenzen braucht es? Reicht es, Fake News anhand spezieller Merkmale oder Verbreitungsmechanismen auf die Spur zu kommen? Schließlich sieht jeder doch auf seine Weise, bestimmte Dinge gerne als wahr an und ist auch nicht immer an unschönen Wahrheiten interessiert. So scheint es wohl auch hilfreich, das Thema grundlegender und umfassender anzugehen. Wie kann Meinungs­bildung „gelingen“? Wie kann man anhand von Informationen aus den Medien „richtig“ entscheiden? Ausgehend von einem ressourcen­orientierten Medienkompetenz-Konzept möchte der Workshop Ansätze zur Kompetenzförderung im Schulunterricht unterbreiten und ihnen konkrete thematische Impulse geben.

Workshop 3

Haters gonna hate!? – Aussehen, Motivation und Wirkung von Hate Speech

Referentin: Dr. Josephine B. Schmitt, Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung (Ludwig-Maximilians-Universität München)

„Hate Speech“ ist ein Begriff, der seit Jahren in aller Munde ist. In den sozialen Medien wird er häufig vor allem in Verbindung mit rechter Hetze gebraucht. Aber was genau versteht man unter Hate Speech? Wer sind die Menschen, die Hate Speech im Internet verbreiten und warum tun sie das? Welche Rolle spielen für sie die Personen, gegen die sich die Hassrede richtet? Und welche Wirkung hat Hate Speech a) für die individuellen Leser*innen und b) für die Gesellschaft (z.B. Polarisierung, Schüren von Ängsten)? Der Workshop möchte diese und verwandte Fragen aus einer medienpsychologischen und kommunikationswissenschaftlichen Perspektive beantworten.

Workshop 4

Hate Speech als Unterrichtsgegenstand? Potenziale und Fallstricke für das medienkritische Lernen Jugendlicher

Referent: Julian Ernst, Department Erziehungs- und Sozialwissenschaften, Interkulturelle Bildungsforschung (Universität Köln)

 Auf hasserfüllte Artikulationen wie extremistische Propaganda­videos, Hasskommentare – Hate Speech – zu stoßen, stellt für Jugendliche in ihrem alltäglichen Medienhandeln keine Ausnahme mehr dar. Ent­sprechend bedeutsam ist es, dass Jugendliche im Unterricht Gele­genheit erhalten, Fähigkeiten zur kritischen Auseinandersetzung mit Phänomenen von Hass im Netz zu erwerben. Der Workshop erkundet Hate Speech als Unterrichtsgegenstand: Potenziale, Anforderungen an Lehrer*innen und Lerner*innen sowie etwaige Fallstricke. Der Blick wendet sich dabei auf Fragen der pädagogischen Praxis und konkrete Möglichkeiten, medienkritisches Lernen zu Hate Speech im Unterricht zu fördern. Die Teilnehmer*innen erhalten darüber hinaus Gelegenheit, eigene Erfahrungen und Reflexionen aktiv mit­einzubringen.