VON AFGHANISTAN ÜBER KOBLENZ NACH BERLIN

Von einem Job im technischen Bereich in Afghanistan zur erfolgreichen Gründung eines eigenen Unternehmens in Deutschland - das ist der bisherige Lebensweg von Aemal Sayer. Dazwischen liegen drei erfolglose Gründungen und der große Wille, nicht aufzugeben, auch wenn es nicht direkt vielversprechend erscheint. Der gebürtige Afghane zeigt anderen, dass nicht immer die ersten Ideen, Konzepte und Entwicklungen gewinnbringend sein müssen.

Aemal Sayer lebt seit drei Jahren in Deutschland. Hierher gezogen hat ihn der Masterstudiengang Web Science an der Universität Koblenz-Landau am Campus Koblenz. Dort ist er auf das Programm des Zentralen Instituts für Scientific Entrepreneurship und International Transfers (ZIFET) und des Gründungsbüros gestoßen, welches eine grundlegende Rolle in seinem Anfangsprozess dargestellt hat. Neben den Workshops hat Sayer viele hilfreiche Ratschläge, Unterstützung, Beratung und Zugang zu einem großen Netzwerk, in einer für ihn völlig neuen Umgebung, bekommen.

Die Gründerszene stellte für Aemal Sayer allerdings kein Neuland dar, Aemal Sayer.jpgda er bereits in seinem Heimatland Afghanistan viele Geschäfts- und Gründungsideen entwickelt hat, welche zu drei neuen Unternehmen geführt haben. Während zwei der Gründungen erfolglos blieben, stellte Bitsoft Sayers sein erstes eigenes erfolgreiches Unternehmen dar. Doch der gebürtige Afghane hatte immer weitere Ideen und Konzepte im Kopf, die er unbedingt verfolgen wollte. Obwohl er eindrucksvollen Tatendrang bewies, konnte er diese nicht umsetzen, weshalb sich die folgende Zeit für ihn als sehr schwer herausstellte. Im Nachhinein sagt er, dass es nicht funktioniert, wenn man sich mit seiner ganzen Motivation und Zeit zwei Dingen gleichzeitig widmet. Aber auch aus Rückschlägen zieht Aemal Sayer positive Energie. Sie haben ihm gezeigt, wie wichtig Vertriebs- und Kommunikationsfähigkeiten und -fertigkeiten für eine erfolgreiche Gründung sind und man trotz allem immer einen Versuch wagen sollte.

Inspiriert durch seinen Masterstudiengang und die Universität, sammelte Aemal Sayer auf einer Liste über 100 neue Ideen, die das Leben der Menschen besser machen könnten. Unermüdlich holte er sich von Freunden, Kommilitonen und Professoren Feedback, Ratschläge und neue Inspirationen bezüglich seiner vorgestellten Ideenkonzepte. Oft suchte Sayer dazu den persönlichen Kontakt, um eine noch bessere Einschätzung und Meinung zu erhalten und baute sich so ein großes Unterstützungsnetzwerk auf. Durch diese Vorgehensweise wurde Aemal Sayers Name und sein ambitionierter und kreativer Charakter schnell innerhalb der Universität und der Start-up Szene bekannt und war eine Inspiration für viele Menschen.

Grundlegend wurde für Sayer dann seine Teilnahme am Start-up Weekend in Koblenz im Mai 2016. Dort bekam er neben der Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und zu diskutieren, auch die Chance auf eine Beratung durch lokale Mentoren. Zusätzlich stand die Teamarbeit im Vordergrund, weshalb gemeinsam ein Konzept erarbeitet und präsentiert wurde. Während dieser Arbeitsphase lernte Aemal Sayer seinen heutigen Geschäftspartner Tim Budweg kennen. Sayer und Budweg ergänzen sich perfekt, da sie beide aus dem gleichen beruflichen Hintergrund stammen und ähnliche Fähig- und Fertigkeiten aufweisen.

Aus dieser Zusammenarbeit hat sich das Unternehmen 24Geeks entwickelt, welches schon auf Sayers Liste der 100 Ideen zu finden war und eine Hilfe für alle Menschen mit IT und Computer Software Problemen sein soll. Mittlerweile gibt es neben den beiden Gründern noch drei weitere selbstständige Mitarbeiter. Sayer ist nach wie vor ein großer Verfechter der Teamarbeit und umgibt sich gerne mit motivierten Menschen. Er hat jeden Tag den Anspruch, 24Geeks zu verbessern, unterstreicht aber auch die Bedeutung der kontinuierlichen Weiterentwicklung des Gründers selbst. Er für seinen Fall bildet sich selbst durch Videos, Podcast und Hörbücher weiter, die für ihn gleichzeitig auch eine Inspiration und Motivation sind.

Aemal Sayers großer Wille nicht aufzugeben und immer an sich selbst weiterzuarbeiten, hat ihn jetzt gemeinsam mit seinem Partner Tim Budweg nach Berlin geführt, um noch mehr Investoren für das gemeinsame Unternehmen zu finden und 24Geeks noch bekannter zu machen.

Von Afghanistan über Koblenz nach Landau - Aemal Sayer zeigt, dass Vieles möglich ist, solange man selbst daran glaubt und an sich arbeitet.

Wir wünschen weiterhin viel Erfolg und alles Gute!


Datum der Meldung 06.11.2018 00:00