Wissenschaftliche Tagung "Ruanda"

Wissenschaftliche Tagung "Ruanda"

08. Juli 2015

 

Ruanda 

 

RUANDA ALS ZENTRUM DER BIODIVERSITÄT AM ZENTRALAFRIKANISCHEN GRABEN

 Prof. Dr. Eberhard Fischer, Abt. Biologie des Instituts für Integrierte Naturwissenschaften der Universität Koblenz-Landau

 

Ruanda ist einer der „Hotspots“ der Biodiversität in Afrika und besitzt mit dem Nyungwewald den größten Bergnebelwald Ostafrikas mit einer Vielzahl von Lokal- und Albertine-Rift-Endemiten, also Arten, die weltweit nur in Ruanda und einigen Nachbarländern vorkommen. Der Vortrag stellt anhand zahlreicher Bildbeispiele die außerordentliche Biodiversität Ruandas dar, beleuchtet die Ursachen für deren Entstehung und zeigt die Bedrohung dieser Vielfalt durch einen zunehmenden Nutzungsdruck auf.

 

GROFORSTWIRTSCHAFT ALS MÖGLICHKEIT ZUM SCHUTZ DER BIODIVERSITÄT UND DER AGRARRESSOURCEN IN RUANDA

Prof. Dr. Dieter König, Abt. Geographie des Instituts für Integrierte Naturwissenschaften der Universität Koblenz-Landau

 

In dem mit mehr als 450 EW/km² extrem dicht besiedelten Land Ruanda, dessen Bevölkerung zu mehr als 90 Prozent von der Subsistenzlandwirtschaft lebt, ist der Druck auf die natürlichen Ressourcen so groß, dass eine Erhaltung der Biodiversität und der geoökologischen Funktionen des Waldes nach dem „Glasglockenprinzip“ unmöglich erscheint. Es erscheint daher unabdingbar, für die an den Wald angrenzenden Pufferzonen nachhaltige Landnutzungs-konzepte zu entwickeln und diese in der Bevölkerung zu verbreiten. Die Integration von Land- und Forstwirtschaft in Form sogenannter Agroforstsysteme, an deren Optimierung der Referent seit dreißig Jahren arbeitet, ermöglicht eine nachhaltige Landnutzung und den Schutz der natürlichen Ressourcen in Ruanda.

 

VON DER FORSCHUNG IN DIE PRAXIS - DIE LAND- UND FORSTWIRTSCHAFTLICHEN PROJEKTE DER UNIVERSITÄT KOBLENZ-LANDAU IN RUANDA

Siegmar Seidel, Ruanda-Zentrum der Universität Koblenz-Landau

 

Auf der Grundlage von sechs Jahren Projektarbeit in Ruanda zeigt der Referent, wie die Errichtung eines „Agroforst-Schutzgürtels“ um den Bergnebelwald Nyungwe in der Praxis abläuft. Er illustriert, wie es gelingen kann, in Anbausystemen, die die Struktur natürlicher Regen- und Feuchtwälder durch einen Anbau in mehreren "Stockwerken" nachahmen, die Flächenproduktivität zu steigern und eine weitere Bodendegradation zu vermeiden. Der Vortrag stellt die Herausforderungen der konkreten Arbeit mit Kleinbauern in Ruanda und die Ergebnisse eines Projekts vor, das sich in den letzten fünf Jahren erfolgreich um eine Umsetzung von Forschungsergebnissen in die kleinbäuerliche Praxis bemüht hat.

 

 

 

Foto: Colourbox.de