Herstellung von Pflanzenkosmetik
Ägypten gilt allgemein als die Wiege der Kosmetik und von dort stammen auch die ersten Aufzeichnungen. Körperpflege und dekorative Kosmetik nahmen einen bedeutenden Platz im Leben der Ägypter ein. Das tägliche Bad und die anschließende Massage mit duftenden Ölen gehörten zu den täglichen Ritualen. Pflanzen wie Rose, Lavendel und Ringelblume wurden als Bestandteil von Salben, Ölen und Essenzen genutzt. Bei den Germanen war sogar schon die Seife bekannt, und Cornelius Tacitus (um 55 – 115 n. Chr.) rühmte unter anderem deren Sauberkeit. Sie schätzten das wohltuende Bad in Kräutern und entspannten in duftenden Blumen und Kräutern.
Verzicht auf Mineralöle
Mittlerweile ist Kosmetik zu einem großen Industriezweig geworden, der auch durch Verbandsaktivitäten sowie der Etablierung diverser Ökosiegel versucht, sich weiter zu professionalisieren. Insbesondere Natur- und Pflanzenkosmetika erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, denn die Pflanzenwelt birgt ein gewaltiges Potenzial an Wirkstoffen. Als Pflanzen- und Naturkosmetik werden Kosmetikprodukte bezeichnet, die auf Wirkstoffe aus natürlichen Rohstoffen setzen. Gute Pflanzenkosmetik verzichtet auf organisch-synthetische Farb- und Duftstoffe und Erdölprodukte, wie Paraffine und Silikone. Auch synthetische Konservierungsstoffe sollten ausgeschlossen sein. Für die Herstellung von Pflanzenkosmetik können Bestandteile verwendet werden, die durch Hydrierung, Hydrolyse und Kondensationsreaktionen mit Naturstoffen, wie Fetten, Ölen, Wachsen sowie Proteinen, gewonnen werden.
Nachhaltigkeit auch in der Schönheitspflege
Eine wichtige Rolle spielen außerdem der biologische Anbau der Rohstoffe, ressourcen- und umweltschonende Herstellungsverfahren sowie der sparsame Einsatz von Verpackungsmaterialien. Tierversuche sollten ebenso ausgeschlossen sein wie die Verwendung von Rohstoffen von Wirbeltieren (wie Nerzöl) und Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs, ausgenommen Honig und Lanolin. Pflanzenkosmetik enthält Inhaltsstoffe auf pflanzlicher Basis. Sie müssen frei sein von Zusätzen tierischen Ursprungs. Yves Rocher zum Beispiel verwendet anstelle von Kollagen pflanzliche Polysaccharide eines senegalesischen Akazienbaums und als Sonnenschutzfilter wird ein Extrakt genommen, der aus der Aphloia-Pflanze, die in Ostafrika und auf Madagaskar wächst, gewonnen wird.
Pflanzliche Rohstoffe und ihre Wirkung
- Aloe Vera wirkt verjüngend und versorgt die Haut mit allen notwendigen Nährstoffen. Die Haut fühlt sich glatt und weich an, wird mit Feuchtigkeit versorgt und die Feuchtigkeitsbildung angeregt.
- Basilikum wird gerne für heilende und wohltuende Bäder verwendet.
- Bitterorange ist entwässernd und fördert die Durchblutung. Daher kommt sie in Augencremes und Anti-Cellulite-Lotionen zum Einsatz.
- Der Granatapfel ist reich an Antioxidantien und dient in der Kosmetik als Hautschutz. Er verfeinert außerdem die Poren und wirkt straffend.
- Holunderblüten straffen die Haut und machen sie zart.
- Malve lindert wegen ihres hohen Gehalts an Gerbstoffen und Schleim Hautreizungen und spendet Feuchtigkeit.
- Das schützende Wachs der Magnolienblätter gleicht Risse in der obersten Epidermis aus, sodass trockene Haut mehr Feuchtigkeit speichert.
- Pfefferminze in Gesichtswasser und Lotionen erfrischt und kühlt angenehm nicht nur an heißen Tagen.
- Salbei kräftigt die Haarwurzeln und reguliert die Fettproduktion. Außerdem geben Salbeishampoos und -spülungen dem Haar einen wunderschönen Glanz.
- Zitronen helfen wegen ihrer bleichenden Wirkung in den Fruchtsäuren gegen Pigment- und Altersflecken. Daneben kräftigen sie das Bindegewebe.
- Zitronenmelisse wirkt desinfizierend, macht die Haut zart und weich. Obendrein lässt sie Hautunreinheiten verschwinden.
Pflanzenöle werden unterschiedlich verwendet. Die bekanntesten sind unter anderem Avocado-, Argan-, Klettenwurzel-, Jojoba-, Macadamianuss-, Mandel-, Nachtkerzen-, Oliven- und Traubenkernöl. Und auch die Konsistenzgeber sind natürlichen Ursprungs. Zum Einsatz kommen Bienenwachs, Kakaobutter, Lanolin und Sheabutter. Im Gegensatz zur Natur- oder Biokosmetik können bei der Pflanzenkosmetik auch nicht-natürliche Inhaltsstoffe eingesetzt werden, wenn dadurch die Wirkung des Produktes verbessert wird. Pflanzenkosmetik ist daher ähnlich wie die klassische Kosmetik, bedient sich aber der wertvollen Inhaltsstoffe von Kräutern und Pflanzen.
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