Startseite IPZ Promovieren mit FH-Abschluss Hintergrund

Hintergrund

Neben dem „traditionellen“ Weg zu einer Promotion Angebote haben sich in den letzten Jahren weitere Zugangsformen etabliert. So kann eine Promotion im Anschluss an ein FH-Studium längst nicht mehr als Einzelfall betrachtet werden.

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) führt seit 1996 in einem Drei-Jahres-Rhythmus unter promotionsberechtigten Fachbereichen Befragungen durch, um eigens den Stand und die Entwicklung von Promotionen von FH-Absolventinnen und -Absolventen in Deutschland zu erfassen. Die Ergebnisse der zuletzt durchgeführten Umfrage bestätigen sowohl ein stetig wachsendes Interesse an einer Promotion als auch eine steigende Anzahl von erfolgreich abgeschlossenen Promotionen dieser Gruppe.

Trotz allem ist deren Anteil gemessen an der Gesamtzahl der Promovierenden und unter den erfolgreich abgeschlossenen Promotionen nach wie vor sehr gering, sodass auf Basis der Erhebung die HRK die Zahl der von FH-Absolventinnen und -Absolventen abgeschlossenen Promotionen mit 1 % auswies (vgl. HRK 2009).

Außerdem sei der Anteil stark abhängig von den verschiedenen Fachwissenschaften: Durchschnittlich wurde in der Studie im Vergleich zum vorangegangenen Erhebungszeitraum (2003-2005) unter den zu einer Promotion zugelassenen FH-Absolventinnen und -Absolventen eine Zunahme von 17 % festgestellt. Während die Zahl in den Ingenieurwissenschaften jedoch um 27 % anstieg, ist bspw. in den Sprach- und Kulturwissenschaften lediglich ein Zuwachs von 2 % zu verzeichnen (vgl. HRK 2009). Ähnliche Divergenzen unter den verschiedenen Fächergruppen konnten auch in Bezug auf einen erfolgreichen Abschluss der Promotionen aufgezeigt werden (vgl. dazu Statistisches Bundesamt 2010).

Um die Promotionsvorhaben von FH-Absolventinnen und -Absolventen weiter zu fördern, seien laut Wissenschaftsrat transparente Zugangsbedingungen unabdingbar. Der Wissenschaftsrat betont daher eindringlich die Notwendigkeit, „einen diskriminierungsfreien Zugang von Fachhochschulabsolventinnen und -absolventen zu gewährleisten“ (Wissenschaftsrat 2010, S. 8). Die Wahl des Hochschultyps zu Studienbeginn dürfe die Möglichkeit auf eine Promotion nicht behindern, weshalb qualifizierten FH-Absolventinnen und -Absolventen der Zugang zur Promotion eingeräumt werden müsse (vgl. Wissenschaftsrat 2010).

Auch in Hochschulgesetzen wurden entsprechende Regelungen festgehalten. So heißt es im Hochschulgesetz von Rheinland-Pfalz (2010), dass Absolventinnen und Absolventen mit einem Master-Abschluss zur Promotion berechtigt sind und dass weiterhin die Promotionsordnungen „Bestimmungen über die Zulassung besonders befähigter Fachhochschulabsolventinnen und Fachhochschulabsolventen mit Diplomabschluss sowie über die Zulassung besonders qualifizierter Absolventinnen und Absolventen mit Bachelorabschlüssen zur Promotion enthalten [sollen]“ (Hochschulgesetz von Rheinland-Pfalz, in der Fassung vom 19.11.2010).

Durch diese Regelungen werden Universitäten nun vor neue Herausforderungen im Bereich der Doktorandenausbildung gestellt.

Mit dem Projekt ZuGewinn reagiert die Universität Koblenz-Landau auf die benannten Empfehlungen und Neuerungen. Durch die Einbindung des Projekts in das bereits seit dem Wintersemester 2006/2007 bestehende Interdisziplinäre Promotionszentrum (IPZ) können vorhandene Kontakte zu Einrichtungen innerhalb und außerhalb der Hochschule genutzt sowie an eine bestehende Infrastruktur angeknüpft werden. Unterstützend wird auf die fachliche Expertise am Institut für Pädagogik zurückgegriffen. Zudem ist eine Überführung der Ergebnisse in die weitere Arbeit des IPZ gewährleistet.

 

 Dokumente

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (2008): Bundesbericht zur Förderung des Wissenschaftlichen Nachwuchses. Online-Dokument.
  • Hochschulgesetz von Rheinland-Pfalz vom 19.11.2010. § 34 (4). Online-Dokument.
  • Hochschulrektorenkonferenz (2006): Ungewöhnliche Wege zur Promotion? Rahmenbedingungen und Praxis der Promotion von Fachhochschul- und Bachelor-Absolventen. Online-Dokument.
  • Hochschulrektorenkonferenz (2009): HRK-Umfrage zu Promotionen von Fachhochschulabsolventen in den Prüfungsjahren 2006, 2007 und 2008. Online-Dokument.
  • Statistisches Bundesamt (2010): Prüfungen an Hochschulen 2009. Bildung und Kultur, Fachserie 11 Reihe 4.2. Online-Dokument.
  • Wissenschaftsrat (2002) Empfehlungen zur Doktorandenausbildung. Online-Dokument.
  • Wissenschaftsrat (2010): Empfehlungen zur Rolle der Fachhochschulen im Hochschulsystem. Online-Dokument.

 

zuletzt verändert: 16.08.2012 12:14

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