Anlöten an der Universität in Koblenz - Praktikum für Studierende und nun auch für Schüler
Zum Semesterbeginn bot die Abteilung Physik der Universität in Koblenz Studierenden der Informatik zum wiederholten Mal ein freiwilliges Lötpraktikum an. Das Praktikum stellt den logischen Abschluss in der Ausbildung im Teilgebiet der Technischen Informatik dar. Denn: "Meine Veranstaltungen verfolgen einen langen roten Faden. Die erste Veranstaltung der 'Digitaltechnik' verfolgt das Ziel, einen eigenen Mikroprozessor zu entwickeln und diesen auch zu programmieren. In der Veranstaltung des folgenden Semesters 'Mikrocontroler und Robotik' fassen wir die Erkenntnisse der Vorlesungen gegen Ende im Bau einer einfachen Spielekonsole zusammen", so der verantwortliche Dozent Dr. Merten Joost. "Der WAV-Player, den wir heute zusammenbauen, war ebenfalls Teil dieser Vorlesung und dient dort zur Veranschaulichung der digitalen Verarbeitung analoger Signale. Mit diesem Lötpraktikum verbinden wir nun abschließend die Theorie mit der Praxis".
Bei dem WAV-Player handelt es sich um einen tragbaren Audioplayer, der ähnlich wie ein MP3-Player Audiosignale über einen Kopfhörer wiedergibt. Die Audiodaten sind als Dateien auf einer digitalen Speicherkarte, einer sogenannten SD-Card, gespeichert. Die Daten werden von einem Mikrocontroller ausgelesen und in Form schnell pulsierender digitaler Signale an den Kopfhörer weitergegeben. Zur Weiterentwicklung des Projektes ist der Anschluss eines Displays vorgesehen, das aber bewusst noch nicht realisiert worden ist. Interessierte Studierende könnten diese Erweiterung in Eigeninitiative entwerfen. "Das sollten meine Studenten nun eigentlich hinbekommen," so Joost lächelnd.
Ein Novum in diesem Jahr war die Teilname zweier Schüler des Gymnasiums auf der Karthause. Dabei handelte es sich um einen Test, ob dieses Praktikum auch für Schulen geeignet ist. "Es ist schon echt anspruchsvoll", so Marian aus der 7. Klassenstufe, "hat aber Spaß gemacht, wenn man sich dafür interessiert".
"Vielleicht sollte man für die Schule den Kurs in vier mal zwei Stunden aufteilen, anstelle von acht Stunden am Stück," schlug Moritz aus der 5c vor.
Tatsächlich ist als Zielgruppe aber auch eher eine Informatik-AG oder ein Physik Leistungkurs aus den älteren Jahrgangsstufen angedacht. Der Versuch mit den deutlich jungen Schülern zeigte jedoch, dass es prinzipiell auch mit den niedrigeren Jahrgangsstufen möglich ist. "Interessierte Fachlehrer können sich gerne mit der Abteilung Physik in Verbindung setzen. Schließlich wollen wir auf diese Weise auch für das Studium der Physik bzw. für die Informatik werben", betont Joost.
Letztendlich war auch 2010 das Praktikum wieder ein voller Erfolg, konnten doch alle Teilnehmer ein funktionierendes und ein eigen individuell gefertigtes Gerät mit nach Hause nehmen. Damit ist die Zusammenarbeit mit den Informatikstudierenden aber noch lange nicht beendet. Die Physik bietet auch Projektpraktika, Seminare, Studien-, Diplom- und Bachelorarbeiten für die Informatiker an.
Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.uni-koblenz-landau.de/koblenz/fb3/ifin/physik
Ansprechpartner:
Dr. Merten Joost
Institut für Integrierte Naturwissenschaften
Universität Koblenz-Landau
Universitätsstraße 1
56070 Koblenz
Tel. 0261/ 287-2342
E-Mail: merten.joost@uni-koblenz.de
Date of news Oct 25, 2010 05:00 PM
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