Koblenzer Studierende erneut erfolgreich beim RoboCup 2010
Der Rettungsroboter und mehrfache Weltmeister „Robbie“ wie auch „Lisa“, der Haushaltsroboter, beide entwickelt an der Universität Koblenz-Landau, haben in der vergangenen Woche erfolgreich an den deutschen Meisterschaften des RoboCup in Magdeburg teilgenommen.
Robbie konnte dort seinen Titel als bester autonomer Rettungsroboter zum vierten Mal in Folge verteidigen und schaffte es in der Gesamtwertung auf den dritten Platz. Diesen Platz konnte auch das studentische Team um den Roboter Lisa erreichen, das in der Liga der Haushaltsroboter angetreten war. Mit den guten Platzierungen geht das gesamte Team zuversichtlich in die nächste Runde, die RoboCup Weltmeisterschaften 2010 in Singapur.
Die beiden Teil-Teams können mit ihren Robotern an eine lange Reihe von Erfolgen anknüpfen, die durch die Arbeitsgruppe „Aktives Sehen“ unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Dietrich Paulus von der Universität in Koblenz erreicht wurden. Einen hervorragenden ersten Platz gewann Robbie beim Roboterwettbewerb der Firma SICK AG in Freiburg als weltbester autonomer Roboter, während Lisa als eine der vier Besten autonomen Haushaltshilfen nach Hause fuhr. Die Teams bestehen in diesem Jahr aus acht Studierenden und vier Mitarbeitern unter der Leitung von Dipl.-Inform. Sebastian Vetter.
In der „Rescue“-Liga muss Robbie seine Fähigkeiten beim Auffinden von verschütteten Personen in eingestürzten Gebäuden unter Beweis stellen. Er kann vollkommen autonom in einem unbekannten Terrain navigieren und dabei eine Karte seiner Umgebung erstellen. Darin markiert er selbständig die Position der Überlebenden. Diese können dann später von Rettungstrupps gezielt geborgen werden. Das Team „resko“ möchte durch den Einsatz des Roboters gefährliche Erkundungsgänge der Rettungskräfte auf das Nötigste beschränken.
In der „@Home“-Liga wird der alltägliche Einsatz von Robotern im Haushalt erforscht. Robbie kommuniziert dabei intuitiv per Sprache mit dem Benutzer. Das Team „homer“ hat Robbie unter anderem beigebracht, unbekannte Personen kennenzulernen und diese später wiederzuerkennen. Auch kann er Personen folgen und Gegenstände auf dem Boden aufsammeln und wegräumen.
Die Entwicklungszeit der beiden Roboter erstreckt sich mittlerweile über einen Zeitraum von mehr als sechs Jahren, in denen sie mit Hilfe von Studierenden in Projektpraktika, Studien- und Diplomarbeiten immer mehr dazugelernt haben. Dabei wird nicht nur an der Software weiterentwickelt, sondern auch die Hardware an die immer neuen Herausforderungen der Wettbewerbe angepasst.
„Für den Wettbewerb in Magdeburg wurde Lisa sowohl beigebracht, Gesten von Personen zu erkennen und darauf zu reagieren, als auch die Fähigkeit verliehen, mit einem Roboterarm Objekte zu greifen, die auf einem Tisch oder in einem Regal stehen. Damit ist es ihr möglich, Gäste zu bedienen und ihnen beispielsweise Getränke zu bringen“, erklärt Chef des Teams „homer“, David Gossow. Auch Robbie wurde verbessert in dem ihm eine eigens angefertigte Wärmekamera installiert wurde, die ihm das Auffinden von Opfern in der Arena erleichtert. „In einem Rettungsszenario wie etwa einem Erdbebengebiet lassen sich menschliche Opfer vergleichsweise einfach durch ihre Körperwärme erkennen. Um diese schneller erkennen zu können, wurden drei schwenkbare Wärmesensoren auf Robbie angebracht, die zu einem Panoramabild zusammengesetzt werden und somit die Fahrmanöver des Roboters wesentlich reduzieren“, erklärt Sebastian Vetter.
Aktuelle Informationen über die Teilnahme der beiden Teams der Universität Koblenz-Landau am RoboCup 2010 können unter http://robots.uni-koblenz.de abgerufen werden.
Die Arbeitsgruppe „Aktives Sehen“ sowie das Team um Robbie und Lisa werden dieses Jahr unterstützt von der Handwerkskammer Koblenz, dem Deutschen akademischen Auslandsdienst DAAD in Bonn, dem Fachbereich 4: Informatik der Universität Koblenz-Landau, dem Präsidium und Akademischen Auslandsamt der Universität Koblenz-Landau, dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) und der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD 51) sowie der Decadis AG in Koblenz.
Ansprechpartner:
Dipl.-Inform. Sebastian Vetter
Arbeitsgruppe Aktives Sehen
Institut für Computervisualistik
Universität Koblenz-Landau
Campus Koblenz
Universitätsstraße 1
56070 Koblenz
Tel.: 0261 / 287-2783
Fax: 0261 / 287-100 2783
E-Mail: svetter@uni-koblenz.de
Date of news Apr 21, 2010 12:00
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