Quantitative MRT Diagnostik bei Multipler Sklerose
Die multiple Sklerose stellt die häufigste neurologische Erkrankung in den ersten Lebensdekaden dar. Obwohl die konventionellen Magnetresonanztomographie eine sensitive Erstdiagnose der Erkrankung ermöglicht, ist deren Aussagekraft sehr eingeschränkt. So besitzen wir bis heute keine Verfahren, die uns eine zuverlässige Aussage darüber gestatten, wie sich die Krankheit im weiteren Verlauf entwickeln wird. Dies erschwert insbesondere eine objektive Kontrolle und Bewertung der diversen therapeutischen Ansätze, deren Erfolg daher oftmals nur durch klinische Beobachtung abgeschätzt werden kann. An dieser Stelle setzt das aktuelle Projekt an, bei dem neuartige quantitative MRT Messverfahren entwickelt und etabliert werden, die eine objektive Beurteilung des Krankheitsverlaufs sowie therapeutischer Interventionen erlauben sollen. Hier konnten bereits wichtige Ziele erreicht werden. So wurde vor kurzem im Rahmen eines Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik ein neues Verfahren präsentiert, dass die Messung der sogenannten Myelinschicht im Hirn ermöglicht. Bei der multiplen Sklerose kommt es bereits im Anfangsstadium sowie im weiteren Verlauf des Krankheitsprozesses zu einer Zerstörung dieser Myelinschicht, so dass mit diesem Verfahren eine sensitivere und genauere Beurteilung therapeutischer Ansätze möglich sein sollte. Darüber hinaus wurden weitere neuartige MRT Messverfahren etabliert, die gemeinsam mit der Myelinmessung zu einer objektiveren Diagnostik der Erkrankung beitragen sollen. Eine entsprechend größere klinische Studie zur Beurteilung dieser Methoden wird daher in Kürze in Koblenz anlaufen.

Abbildung 1: Die Abbildung zeigt eine typische MRT Aufnahme der Myelinkonzentration in einem Patienten, der unter multipler Sklerose leidet. Die roten Areale zeigen Bereiche mit hohem Myelinanteil während es in den gelb-grünen Hirnlokalisationen bereits zu einem Abbau der Myelinschicht gekommen ist. Die Aufnahme wurde mit einem neuartigen MRT Messverfahren erzeugt, dass im Rahmen der Kooperation zwischen RheinAhrCampus Remagen und den klinischen Partnern (Radiologisches Institut Hohenzollernstraße und Neurologische Praxis Dr. Böer) entwickelt und etabliert wurde.
Projektpartner
Prof. Dr. Heiko Neeb | FH Koblenz, RheinAhrCampus Remagen, Fachbereich Mathematik und Technik |
Dr. med. Jochen Schenk
| Radiologisches Institut Hohenzollernstraße, diagnostische Radiologie |
Dr. med. Andreas Böer
| Neurologie |
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