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LEHRVERANSTALTUNGEN IM SOMMERSEMSTER 2012

 

Von Descartes bis Leibniz

Mit Descartes (so schreibt Hegel) »sind wir zu Hause und können wie der Schiffer nach langer Umherfahrt auf der ungestümen See ›Land‹ rufen«. Auch wenn Hegels These heute eher problematisch scheint, ist die Cartesische Philosophie ein Fundament zum Verständnis des neuzeitlichen Denkens und der seither dominanten dualistischen Wissenschaftsauffassung (gedachte, geistige ›Dinge‹ auf der einen Seite, meßbare dreidimensional-körperliche ›Dinge‹ auf der anderen).

Die Genese dieses Konzepts bis zu Leibniz (insb. in der Epistemologie) steht im Zentrum des Seminars. Wichtige Etappen auf diesem Weg sind die Entwürfe von Baruch Spinoza, Blaise Pascal und (gewissermaßen als Gegenpol) John Locke. Ein rezeptionsgeschichtliches Motiv für die Lehrveranstaltung ist die preisgekrönte Schrift von Ernst Cassirer »Leibniz‘ System in seinen wissenschaftlichen Grundlagen«.

Materialien auf der Lernplattform OLAT (nur für Studierende der Universität Koblenz-Landau):

https://olat.vcrp.de/olat/url/RepositoryEntry/357728288



Zur Theorie der Argumentation: Aristoteles’ Topik

Die aristotelische Topik ist die erste umfassende Theorie der Argumentation. Für Aristoteles liegt ihr Nutzen »für die philosophischen Wissenschaften« darin, daß man das Wahre und Falsche besser und leichter erkennen kann. Das Ziel der Abhandlung sei es, »eine Methode zu finden, nach der wir über jedes vorgelegte Problem aus allgemein anerkannten Sätzen (sog. Endoxa) Schlüsse bilden können und, wenn wir selbst Rede stehen sollen, uns nicht in Widersprüche verstricken«. Auch der berühmte Begriff des ›Syllogismus‹ wird erstmals in der Topik definiert: »Der Syllogismus ist eine Rede (Logos), in der bei bestimmten Annahmen etwas anderes als das Vorausgesetzte auf Grund des Vorausgesetzten mit Notwendigkeit folgt«.
In der Veranstaltung wird die aristotelische Topik systematisch gelesen und diskutiert. Ziel ist, ein grundlegendes Verständnis davon zu erlangen, was Argumente sind, wie und woraus (aus welchen Prämissen) sie gebildet werden und wofür sie nützlich sein können.

 Materialien auf der Lernplattform OLAT (nur für Studierende der Universität Koblenz-Landau):

https://olat.vcrp.de/olat/url/RepositoryEntry/357728290

 

Grundriß der griechischen Anthropologie

Was ist der Mensch? – Auf diese (erstmals im der medizinischen Literatur des 5. Jahrhunderts v. Chr. und dann in Platons »Theaitetos« formulierte) Frage wurden seit Homer unter stets neuen Vorzeichen immer wieder neue Antworten gegeben.
Die Vorlesung gibt einen Überblick über die Geschichte der Anthropologie in der griechischen Antike. Gelesen und diskutiert werden Texte von Homer, Hesiod, den sog. Vorsokratikern und Sophisten, von Herodot, Platon, Aristoteles, Epikur und den griechischen Stoikern.

Materialien auf der Lernplattform OLAT (nur für Studierende der Universität Koblenz-Landau):

 https://olat.vcrp.de/olat/url/RepositoryEntry/357728291




Einführung in die Wissenschaftstheorie

Mit Aristoteles beginnt das Projekt der abendländischen Wissenschaften: Aristoteles unterscheidet zuerst zwischen einzelnen wissenschaftlichen Disziplinen (Physik, Medizin, Ethik, Politik, Mathematik, Rhetorik etc.). In seinen »Zweiten Analytiken« entwickelt er das erste (und über Jahrhunderte maßgebliche) Konzept einer Wissenschaftstheorie. Bedeutsam ist besonders der Gedanke, daß Wissenschaft (nicht nur auf Faktenwissen, sondern) v.a. auf die (kausale) Erklärung von realen Sachverhalten abzielt. Wissenschaftliche Explanation soll aus wahren Prämissen in einem syllogistischen Beweisverfahren (der sog. Apodeixis) etabliert werden. Die Etablierung solcher Prämissen ist daher die wesentliche Aufgabe aller Wissenschaft. Um diese Konzeption von ihren begrifflichen Voraussetzungen her zu verstehen, ist es wichtig die begriffsgeschichtlichen Linien nachzuvollziehen, die zur Entstehung dieser Theorie geführt haben. Das Programm der Vorlesung gliedert sich in drei Etappen:

•    A: Struktur und Dynamik der Wissensformen
•    B: Die klassische Reflexion auf Wissen und Wissensgenerierung
•    C: Eckpunkte der aristotelischen Wissenschaftslehre

 

Materialien auf der Lernplattform OLAT (nur für Studierende der Universität Koblenz-Landau):

https://olat.vcrp.de/olat/url/RepositoryEntry/357728292


 

Informationen zu Zeiten, Räumen, Modulvorgaben, Leistungspunkten und studiengangspezifischen Anforderungen der genannten Lehrveranstaltungen entnehmen Sie bitte den internen Vorlesungsverzeichnissen der Universität Koblenz-Landau bzw. KLIPS.

 

last modified Apr 17, 2012 11:38 AM

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